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09.05.2013

22:43 Uhr

EU-Krisenländer

Lichtblicke im Schuldensumpf

Seit mehreren Jahren hält die Schuldenkrise Europa in Atem. Doch aus mehreren hochverschuldeten Ländern gibt es überraschende Positivsignale. Die aktuellen Entwicklungen in Spanien, Irland, Griechenland und Portugal.

Eine Demonstrantin in Barcelona: Auf dem Foto strahlt sie Euphorie aus - dabei setzt sie sich mit vielen anderen jungen Spaniern gegen geplante Kürzungen im Bildungssektor zur Wehr. AFP

Eine Demonstrantin in Barcelona: Auf dem Foto strahlt sie Euphorie aus - dabei setzt sie sich mit vielen anderen jungen Spaniern gegen geplante Kürzungen im Bildungssektor zur Wehr.

Brüssel/Madrid/Dublin/Athen/LissabonSpaniens Industrieproduktion schrumpft deutlich weniger als erwartet. Die nationale Statistikbehörde in Madrid teilte am Donnerstag mit, die Produktion seit um 0,6 Prozent (bereinigt um Arbeitstage) gefallen. Volkswirte hatten einen viel stärkeren Rückgang um 5,3 Prozent erwartet. Im Vormonat war die Industrieproduktion noch um 6,9 Prozent gesunken. Die spanische Industrie befindet sich seit langem auf Schrumpfkurs. Der letzte Produktionszuwachs wurde vor zwei Jahren verzeichnet.

Bei einer Auktion von Staatsanleihen hat sich die viertgrößte Wirtschaftsmacht im Euroraum am Donnerstag problemlos frische Milliarden bei Investoren geliehen, wie Angaben der spanischen Schuldenagentur zeigen. Insgesamt konnte Spanien 4,57 Milliarden Euro aufnehmen und sein maximales Platzierungsziel damit leicht übertreffen. Um sich für drei Jahre Geld zu borgen, musste das Land einen Zins von 2,25 Prozent bieten. Bei der letzten Auktion Mitte April hatte der Wert noch bei 2,79 Prozent gelegen.

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In Madrid griff die Polizei mit einiger Härte in eine Demonstration ein, die gewalttätig wurde. Rund 1000 Menschen waren auf die Straße gegangen, um gegen die Sparpolitik der Regierung zu protestieren.

Bei Papieren, die in fünf Jahren auslaufen, ging der Zins von 3,26 auf 2,79 Prozent zurück. Zudem wurden 15-jährige Staatstitel zum Zins von 4,33 Prozent versteigert. In diesem Laufzeitbereich fehlt ein geeigneter Vergleichswert, weil die letzte Auktion zu lange zurückliegt. Die Nachfrage nach den Staatsanleihen hätte ausgereicht, um mehr als das doppelte Volumen am Markt unterbringen. Einige Analysten bemängelten aber, dass die Nachfrage bei der Auktion im Vergleich zur vorherigen Versteigerung zurückgegangen sei.

Beim Schuldenmachen profitiert die Regierung in Madrid vom Niedrigzins im Währungsraum. Die jüngste Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) auf das historische Rekordtief von 0,5 Prozent hat eine Kursrally am Markt für europäische Staatsanleihen ausgelöst. Zuletzt konnten sich etliche Länder so günstig Mittel bei Investoren besorgen wie nie zuvor seit Gründung der Währungsunion.

Kommentare (31)

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Account gelöscht!

09.05.2013, 18:39 Uhr

Der wirkliche Lichtblick fuer die Laender im Schuldensumpf ist, dass unsere Politiker weiterhin gemeinsam mit der EZB gewillt sind, den Euro um jeden Preis zu retten. Mehr ist da wohl nicht. Ein Tunnelblick unserer Politik, der bei dem deutschen Buerger zur unwiederkehrbaren Finsternis fuehren koennte, was aber niemanden zu interessieren scheint.

am003

09.05.2013, 18:49 Uhr

>> Ungewohnte Zuversicht in Griechenland

„ ….. Bis dahin müsse Athen - ohne Berücksichtigung des Schuldendienstes - einen Haushaltsüberschuss erreichen und zu Wachstum zurückfinden. ….“
Oh …. Ein Scherzpolt. Ohne Berücksichtigung des Schuldendienstes !! …. Griechenland hat 330 Mrd € Schulden. Wieviel Zinsen werden da jedes Jahr wohl fällig ?
Genau der Schuldendienst ist das Problem, wenn man Schulden hat, er verschlingt irgendwann einen Großteil des Haushaltes.
Das Problem der EU ist, das wir uns alles schön reden.

Horst

09.05.2013, 19:05 Uhr

Ja, sieht man an der Arbeitslosenquote. Diese Länder sind alle restlos Pleite

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