Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.07.2013

07:36 Uhr

EU-Mitgliedschaft

Kroatien ist die Nummer 28

Kroatien feiert seine EU-Mitgliedschaft, Punkt Mitternacht wurde die Europaflagge gehisst. Doch in die Freude mischen sich Sorgen, denn viele ungelöste Probleme warten. Europäische Politiker mahnen weitere Reformen an.

Im kroatischen Split wurde die EU-Mitgliedschaft mit einem großen Feuerwerk gefeiert. AFP

Im kroatischen Split wurde die EU-Mitgliedschaft mit einem großen Feuerwerk gefeiert.

ZagrebSeit Mitternacht ist Kroatien das 28. Mitglied der EU. Europäische Politiker gratulierten der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik, warnten aber, dass die EU-Mitgliedschaft allein nicht die Probleme des Landes lösen könne. Zusammen mit Tausenden Kroaten feierten am Sonntagabend 170 internationale Vertreter, darunter die Spitzen der EU-Kommission, des Europaparlaments sowie zahlreiche Staats- und Regierungschefs der Nachbarländer den EU-Beitritt des kleinen Adrialandes. Zum Abschluss der Feiern wurde in der Hauptstadt Zagreb ein Feuerwerk abgebrannt.

Kroatien sei nun an seinen „rechtmäßigen Platz“ im Herzen Europas zurückgekehrt, so EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso bei der zentralen Feier in Zagreb. Kroatien sei gut vorbereitet, habe wichtige Reformen unternommen und sei ein Beispiel für andere Staaten in der Region. „Ihr seid immer Europäer gewesen“, sagte EU-Ratspräsident Herman van Rompuy. Kroatiens Beitritt sei ein „Meilenstein“ und wichtiger Vorreiter für die Region.

Kroatien habe Institutionen geschaffen, die auf Demokratie, Versöhnung und Rechtsstaatlichkeit beruhen, sagte EU-Parlamentspräsident Martin Schulz. Im westlichen Balkan der noch vor zwei Jahrzehnten durch Krieg erschüttert wurde, trage die EU zu Frieden und Wandel bei. Der Beitrag Kroatiens zum gemeinsamen Projekt Europa werde alle bereichern.

„Solche Momente gibt es nicht oft für eine Nation“, sagte Staatspräsident Ivo Josipovic bei einem Abendessen für die Gäste und versprach, die EU-Mitgliedsbestrebungen anderer Staaten auf dem Westbalkan zu unterstützen. Sein Land habe eine neue Verantwortung, die Staaten der Region unterstützen, Europäische Kriterien zu erfüllen, so auch Ministerpräsident Zoran Milanovic.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die nicht nach Zagreb reiste, sieht noch viel Reformbedarf. „Gerade im Bereich der Rechtssicherheit und der Korruptionsbekämpfung sind noch viele weitere Schritte zu gehen“, sagte Merkel in einem Podcast. Der EU-Beitritt sei kein Schlusspunkt, „sondern Ansporn für weitere Reformschritte“, sagte Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“.

Das wirtschaftlich angeschlagene Kroatien betrete kein sinkendes Schiff, sagte Milanovic in Hinblick auf Krisen in der EU. Er sei überzeugt, das „Glas ist halb voll und nicht halb leer“, so Milanovic während des offiziellen Abendessens. Unter den Gästen beim offiziellen Countdown waren auch alle kroatischen Präsidenten und Regierungschefs seit der Unabhängigkeit vor 22 Jahren - mit Ausnahme von Ex-Premier Ivo Sanader. Dieser sitzt derzeit eine zehnjährige Haftstrafe wegen Korruption ab.

Kroatien ist nach Slowenien das zweite EU-Mitgliedsland aus dem ehemaligen Jugoslawien. Die frühere jugoslawische Republik, die seit 1991 selbstständig ist, bringt große Probleme mit. Die Wirtschaft ist schwer angeschlagen, die Industrie liegt am Boden, die Sozialsysteme drohen zusammenzubrechen und die öffentliche Verwaltung muss modernisiert werden.

Von

dpa

Kommentare (8)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

01.07.2013, 07:48 Uhr

"Kroatien ist nach Slowenien das zweite EU-Mitgliedsland aus dem ehemaligen Jugoslawien. Die frühere jugoslawische Republik, die seit 1991 selbstständig ist, bringt große Probleme mit. Die Wirtschaft ist schwer angeschlagen, die Industrie liegt am Boden, die Sozialsysteme drohen zusammenzubrechen und die öffentliche Verwaltung muss modernisiert werden."

Na da freuen wir uns doch, noch ein ein Land retten zu dürfen. Und auch darüber freuen wir uns, dass mit Serbien Beitrittsverhandlungen geführt werden.

Account gelöscht!

01.07.2013, 07:54 Uhr


Leitet angesichts derart gravierender Defizite in fast allen Bereichen schnell Haushaltsgelder um, bevor andere mediteriane Strukturen noch mehr für sich abschöpfen.

Jetzt fehlt nur noch Albanien/ Serbien und die Türkei.

Account gelöscht!

01.07.2013, 08:30 Uhr

Der Troika - Job hat große Zukunft in Europa. Europa geht immer weiter den Bach runter und trotzdem wird heile Welt
gespielt. Aber wie in Griechenland gibt es weiter Schröders
und Fischers die ja Großkotzig behauptet haben, die paar Millionen
Griechen füttern wir leicht durch.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×