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27.11.2014

14:17 Uhr

EU-Parlament kritisiert Suchmaschine

Abgeordnete fordern Entflechtung von Google

Kein Anbieter soll durch seine Dominanz Suchanfragen und andere Netzdienste manipulieren können: Das EU-Parlament hat eine unverbindliche Resolution gegen Googles Monopol verabschiedet – als Appell an die Kommission.

Das EU-Parlament erhöht den Druck auf die Kommission, gegen die dominante Stellung von Google vorzugehen. Der Verdacht: Der Konzern nutzt seine Position für Eingriffe in Suchanfragen. dpa

Das EU-Parlament erhöht den Druck auf die Kommission, gegen die dominante Stellung von Google vorzugehen. Der Verdacht: Der Konzern nutzt seine Position für Eingriffe in Suchanfragen.

BrüsselOnline-Suchmaschinen wie Google sollten aus Sicht des Europaparlaments von der Politik stärker beaufsichtigt werden. Die Suchergebnisse sollten „frei von Verzerrungen und transparent“ sein, verlangten die Abgeordneten in einem am Donnerstag in Straßburg verabschiedeten Entschluss.

Die Mehrheit der Abgeordneten stimmte dafür, das Suchmaschinengeschäft gegebenenfalls von anderen Unternehmensbereichen abzutrennen, wie der spanische Abgeordnete Ramon Tremosa über den Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte.

Tremosa und der deutsche CDU-Abgeordnete Andreas Schwab hatten die Resolution im EU-Parlament vorangetrieben. Konkrete Folgen hat das Votum nicht, es ist als politische Stellungnahme zu verstehen. Die Volksvertreter wandten sich auch an die EU-Kommission, die seit längerem gegen Google ermittelt.

Die Behörde solle eine „Entflechtung“ von Internet-Suchmaschinen und anderen kommerziellen Diensten erwägen. Google steht in Europa in Verdacht, eigene Spezialdienste wie den Kartendienst Maps, Preisvergleiche oder die Suche nach Hotels und Restaurants ungebührlich zu bevorzugen.

Google hat nach EU-Angaben in einigen europäischen Ländern einen Marktanteil von mehr als 90 Prozent und steht nach Beschwerden von Konkurrenten im Mittelpunkt von Wettbewerbsermittlungen. Zu Google gehören unter anderem auch die Videoplattform YouTube und das dominierende Smartphone-System Android. Der Internet-Konzern verdient sein Geld vor allem mit Online-Werbung.

Kommentare (4)

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G. Nampf

27.11.2014, 14:52 Uhr

"Online-Suchmaschinen wie Google sollten aus Sicht des Europaparlaments von der Politik stärker beaufsichtigt werden. Die Suchergebnisse sollten „frei von Verzerrungen und transparent“ sein,..."

„frei von Verzerrungen und transparent“ heißt: Kontrolliert, damit unliebsame Informationen nicht an die Bevölkerung gelangen. Denn dann könnte so etwas wie ein Denkprozeß unter den Bürgern stattfinden.

Account gelöscht!

27.11.2014, 15:42 Uhr

Die kümmerlichen Reste von Freiheit in Europa werden systematisch von dummen Funktionären - die besser nichts täten, als nur Unheil anzurichten - vor allem in der EU fort reguliert.

Auf ewig ins Nirwana, wo sie mit Hilfe welcher Mittel auch immer sich aufzuhalten pflegen.

Frau Margrit Steer

27.11.2014, 16:57 Uhr

ja, ja, wir erfahren einfach zu viel über Internet, über Googel usw. Das paßt halt einigen in der Politik so gar nicht.
Man will das Volk im Griff haben

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