Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.04.2013

10:53 Uhr

EU-Parlament zerstritten

Krimi um den CO2-Emissionshandel

Am kommenden Dienstag stimmt das EU-Parlament über eine Reform des CO2-Emissionshandels ab. Selten war das Parlament jedoch so zerstritten wie bei diesem Thema. Sogar Kirchenvertreter und die Lobby diskutieren mit.

Dunkle Rauchwolken steigen auf. Das EU-Parlament lehnt die Reform des CO2-Emissionshandels ab. dpa

Dunkle Rauchwolken steigen auf. Das EU-Parlament lehnt die Reform des CO2-Emissionshandels ab.

BrüsselBrüssel hat ein neues Mode-Accessoire. „I Love Climate“ steht auf den Stickern und Türschildern, die Öko-Aktivisten als Massenware im EU-Parlament verteilt haben. Unter dieser Liebeserklärung an das Klima steht die Aufforderung: „Stimmen Sie für Backloading!“ Manche EU-Parlamentarier schlendern mit den Stickern am Revers demonstrativ gut gelaunt umher, während sich andere Abgeordnete über die ungebetene Post beschweren.

Hinter dem kryptischen Wort Backloading (deutsch: nach hinten verschieben) verbirgt sich ein Reformvorhaben der EU-Kommission, bei dem es buchstäblich um jede Menge heiße Luft geht. Der kriselnde Emissionshandel, bei dem die Industrie CO2-Verschmutzungsrechte erwerben muss, soll mit einem staatlichen Eingriff in den Markt aufgepäppelt und der Klimaschutz-Effekt erhöht werden. Am kommenden Dienstag stimmt das Europaparlament über das Vorhaben ab - die Wahl ist so offen und unvorhersehbar wie selten auf EU-Parkett.

Der Reformschritt sorgt nicht nur in Brüssel für hitzige Diskussionen - er entzweit auch die Bundesregierung. Umweltminister Peter Altmaier (CDU) ist im Sinne des Klimaschutzes dafür, Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) aus Sorge um Ballast für die Industrie dagegen. Weil sich die beiden nicht einigen können, tritt Deutschland bei Brüsseler Beratungen ohne Meinung auf. Aus Sicht von Klimaschützern verspielt Deutschland seinen Vorreiter-Ruf.

Bei dem Reformvorhaben der EU-Kommission soll der aktuell sehr niedrige Preis für CO2-Verschmutzungsrechte erhöht werden - durch den Preisverfall boomt in Deutschland klimaschädlicher Kohlestrom. Nun soll das Angebot an CO2-Rechten verknappt wird. In den nächsten drei Jahren sollen weniger Zertifikate auf den Markt kommen als geplant - erst am Ende des Jahrzehnts würden sie freigegeben.

Der deutsche EU-Parlamentarier Matthias Groote (SPD) unterstützt das Vorhaben. Groote schrieb einen Pro-Backloading-Bericht, der im Umweltausschuss des EU-Parlaments eine satte Mehrheit bekam. Im Industrieausschuss gab es eine weitere Backloading-Abstimmung mit einer noch satteren Mehrheit - hier aber gegen das Reformvorhaben.

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

13.04.2013, 11:15 Uhr

Der Handel ist, sagen wir mal vorsichtig, von Leuten geschaffen worden welche eine gewisse Neigung zu kriminellen Handlungen haben. Dieser Handel ist überflüssig und gehört abgeschafft denn er bring niemanden außer den Initiatoren etwas.

Carlos

13.04.2013, 11:39 Uhr

CO2.... auch so eine Gehirnwäsche und Lügenpropaganda.
Und die Menschen schlafen weiter......

Fürchte nicht deine Feinde. Das schlimmste was sie dir tun können ist dich zu töten.
Fürchte nicht deine Freunde. Das schlimmste was sie dir tun können ist dich zu verraten.
Fürchte die Gleichgültigen. Denn ihr Schweigen ermöglicht Verrat und Mord.

Jack

13.04.2013, 13:44 Uhr

Die angebliche Klimaerwärmung und ihre negativen monetären Auswirkungen auf die Steuerzahler.
Auch so etwas alternativloses, wie inzwischen vieles andere.
Es wäre mit Sicherheit billiger, etwaige Auswirkungen des Klimawandels (höhere, oder niedrigere Temperaturen) im Anlassfall zu beheben, als über das "böse CO2" Milliarden Euro sinnlos zu verbraten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×