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14.10.2012

14:07 Uhr

EU-Parlamentarier Balz

„Die EU ist das weltweit größte Friedensprojekt“

VonBurkhard Balz

Am Friedensnobelpreis für die Europäische Union hat das Europäische Parlament einen wesentlichen Anteil, findet Burkhard Balz. Der EU-Parlamentarier freut sich über die Auszeichnung – für jeden einzelnen EU-Bürger.

Der CDU-Politiker Burkhard Balz sitzt im Europa-Parlament. Privat

Der CDU-Politiker Burkhard Balz sitzt im Europa-Parlament.

Ich freue mich über die Entscheidung des Nobelpreis-Komitees, dass die Europäische Union den Friedensnobelpreis 2012 verliehen bekommt. Das ist eine großartige Auszeichnung für das Friedensprojekt Europäische Union. Vom Frieden und dem Wohlstand durch die europäische Einigung hat auch und gerade Deutschland enorm profitiert. Bei allen Anstrengungen und Mühen, die aktuelle Staatsverschuldungs- und Finanzkrise so schnell wie möglich zu bewältigen, dürfen wir den Erfolg des europäischen Friedensprojektes nie aus den Augen verlieren.

Die Verleihung des Preises ist eine große Ehre für jeden einzelnen Bürger in den 27 Mitgliedstaaten. Nach zwei Weltkriegen, die in Europa begannen und Millionen von Menschenleben gekostet haben, waren Frieden und Aussöhnung das Motiv für die Gründung der Europäischen Union. Und wir Europäer müssen uns gerade deshalb auch weiterhin dafür einsetzen, Frieden, Aussöhnung und Demokratie überall in der Welt zu fördern.

Dieses Projekt von Frieden und Aussöhnung ist ein langer Prozess. Ein Meilenstein in dieser Entwicklung war 1989 der Fall des Eisernen Vorhangs, der zur Vereinigung Deutschlands und des ganzen Kontinents führte. Doch der Prozess geht weiter. Gerade in Krisenzeiten, in denen Populismus und Extremismus versuchen, das europäische Ideal zu ruinieren, hoffe ich, dass dieser Nobelpreis uns in Erinnerung ruft, wo wir mit unserem Projekt herkommen und wofür wir eigentlich kämpfen. In einer globalisierten Welt ist die Europäische Union der einzige Weg für die Nationalstaaten Europas, ihre Identität in einer sicheren, friedlichen und wohlhabenden Zukunft zu sichern.

Die Europäische Union ist im sechsten Jahrzehnt das weltweit größte Friedensprojekt. Die Geschichte und die Werte der Europäischen Union sind mit dieser Preisverleihung anerkannt worden. Toleranz, Freiheit, Demokratie, Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit sowie die Einhaltung der Menschenrechte – diese Werte sind zum Leitbild der Europäischen Union geworden und damit zum Vorbild für viele in der Welt.

Das Europäische Parlament als die direkte Vertretung der Bürger Europas hat an der Erfolgsgeschichte der Europäischen Union einen wesentlichen Anteil. Gerade wir im Europäischen Parlament haben uns diesen Werten der Union verschrieben, was sich auch in den vielfältigen Parlamentsinitiativen wie z.B. dem Sacharow-Preis des Europäischen Parlaments zeigt. Als einzige supranational gewählte Institution steht das Parlament für das gemeinsame Schicksal der Bürger in Europa. Weltweit setzt sich das Parlament für den Export und die Einhaltung dieser Werte der Europäischen Union ein.

Friedensnobelpreis: Es hat verdammt gut getan!

Friedensnobelpreis

Es hat verdammt gut getan!

Der Friedensnobelpreis für die EU ist ein Preis für alle Europäer. Und er ist verdient. Denn die EU ist mehr als nur eine Idee; sie ist eine Vision von einer friedlicheren Welt. Die Perspektive einer EU-Beamtin.

Die Europäische Union hat damit etwas geschafft, was so in der Menschheitsgeschichte noch nie zuvor gelungen ist: Nach Jahrhunderten, die geprägt waren von Kriegen, Unfreiheit und Nationalismus, leben frühere Erzfeinde heute friedlich zusammen.

Trotz der momentan schwierigen ökonomischen und sozialen Lage in einigen EU-Mitgliedsstaaten bleiben Anfeindungen zwischen den europäischen Völkern die Ausnahme, zweifelt niemand grundsätzlich an der Europäischen Union und an deren Grundpfeilern. Die Europäische Union bleibt daher auch in Zukunft ein Leuchtturm für Frieden, Freiheit und Demokratie. Und genau darum haben die Menschen in Europa diese großartige Auszeichnung verdient.

Burkhard Balz (CDU) ist seit 2009 Mitglied des Europäischen Parlaments und im Ausschuss für Wirtschaft und Währung tätig. Seit 2012 ist er stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Gruppe im Europäischen Parlament.

Kommentare (20)

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emilioemilio

14.10.2012, 14:22 Uhr

Hurrapatriotismus vom Feinsten!
Da läßt sich doch der schnöde Rest der "Machtergreifung"
genüsslich ausblenden. Wo sind die Pappnasen des europäischen Parlamentes angesichts der schleichenden Entdemokratisierung und Ausplünderung der Staaten durch das System der Bankster und Staatsverschulder?
Offenbar ist eine Kürzung der Diäten nicht zu erwarten!
Das läßt sichs gut palavern!

Realist

14.10.2012, 15:09 Uhr

Da kann der Herr noch so rumbalzen....es muß das ja sagen, schließlich wird er dafür königlich bezahlt.
Den Friedensnobelpreis an die EU zu vergeben, ist eine Fehlentscheidung, bei der sich Alfred Nobel im Grabe umdrehen würde. Gerade die EU, wo sich alle streiten, wie die Kesselflicker !

Account gelöscht!

14.10.2012, 15:17 Uhr

Die EU hat so ziemlich gar nichts mit der Aussöhnung der europäischen Staaten zu tun. Sie wurde als Zollunion und Landwirtschaftssubventionierungsmaschine gegründet, ist politisch auch nach 60 Jahren immer noch ein zerstrittenes Leichtgewicht. Nur in einem ist man sich in Brüssel einig: Bloß nicht die Bürger mitreden lassen! Insofern ist die Aussage "Die Verleihung des Preises ist eine große Ehre für jeden einzelnen Bürger in den 27 Mitgliedstaaten" nur noch als Frechheit und Totalignoranz gegenüber den Bürgern Europas zu bezeichnen!

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