Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.07.2012

14:59 Uhr

EU-Referendum denkbar

Britischer Premier Cameron kritisiert „zuviel Europa“

Die EU ist bei den Briten nicht allzu gut gelitten, die Schuldenkrise verschärft die Stimmung gegen in die Union. Auch Premierminister David Cameron ist „nicht glücklich“ mit dem derzeitigen Verhältnis seines Landes zur Europäischen Union - und kann sich daher eine Volksabstimmung über die künftigen Beziehungen vorstellen. Zugleich aber warnt er vor einem Austritt.

Der britische Premier David Cameron. dapd

Der britische Premier David Cameron.

London"Die beiden Wörter 'Europa' und 'Referendum' können meiner Ansicht nach zusammengehören", heißt es in einem Beitrag Camerons für den "Sunday Telegraph". Bei einer solchen Abstimmung solle es aber nicht um einen Austritt aus der EU gehen. Das "wäre nicht im besten Interesse unseres Landes". Als Handelsnation benötige Großbritannien einen uneingeschränkten Zugang zum europäischen Binnenmarkt und ein Mitspracherecht bei den Regeln für diesen Markt, in den die meisten Exporte des Landes fließen.

Er denke jedoch, dass die meisten Briten wie er selbst die gegenwärtigen Beziehungen zur EU ändern wollten, schrieb Cameron. Das britische Volk sei nicht glücklich, mit dem was es habe, „und ich auch nicht“, meinte der Premierminister. Besonders für die Länder, die wie Großbritannien nicht der Euro-Zone angehörten, gäbe es nicht zu wenig, sondern zu viel Europa, was etwa die Bürokratie angehe. Die Frage sei, wie man dieses Verhältnis richtigstellen könne.

Er arbeite weiter an einer "anderen, flexibleren und weniger beschwerlichen" Position Großbritanniens in der EU als bislang. Er kritisierte die EU unter anderem für "zu hohe Kosten, zu viel Bürokratie, zu viel Einmischung in Angelegenheiten, die den Nationalstaaten oder der Zivilgesellschaft oder dem Einzelnen überlassen werden müssen." Große Teile der Gesetzgebung über soziale Fragen und die Arbeitszeiten etwa sollten nach seiner Ansicht "kassiert werden". Cameron nannte aber kein Datum und auch keinen Zeitraum, in dem er sich ein Referendum vorstellen könnte, sondern sagte lediglich: Er sei bereit, ein solches Referendum in Erwägung zu ziehen, wenn der Zeitpunkt richtig sei.

Eine Umfrage für die "Times" ergab kürzlich, das die Hälfte der Briten schnellstmöglich über die Beziehungen zur EU abstimmen will, 81 Prozent waren für eine Abstimmung in "den kommenden Jahren". Großbritannien gehört zur EU, aber nicht zur Eurozone und nicht zum Schengenraum.

Kommentare (38)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

01.07.2012, 11:27 Uhr

Glückliches Britannien. Sie haben Politiker wie Nigel Farage, David Hannan und andere mehr die die Interessen des Volkes vertreten.

Das Europa das sie, die Schäubles, die Barroses, die van Rompuys und Camerons meinen, ist das Europa der Eliten. Dort gilt kein Recht, sondern nur das Recht des Stärkeren.

Nieder mit dem ESM, nieder mit der EU-Diktatur, nieder mit dem Euro!

Rainer_J

01.07.2012, 11:38 Uhr

Zitat:"Das britische Volk sei nicht glücklich, mit dem was es habe, „und ich auch nicht“, meinte der Premierminister."

Das gleiche gilt für das deutsche Volk. Wir wollen den Misthaufen EUdSSR auch nicht. Das sollten wir ebenfalls mit einer Volksabstimmung klären!

Theo

01.07.2012, 11:44 Uhr

Ich weiss nicht was Mr. Cameron damit bezwecken will ausser sich innenpolitisch zu profilieren. Aussenpolitisch isoliert ihn diese Vorstellung von einem "gemeinsamen" Europa sicherlich.

Es wäre in der Tat nicht verkehrt wenn GB aus der Eu austreten würde, da sie scheinbar zu einem Grossteil den imensen Vorteil den ein geeintes Europa mit sich bringt nicht verstanden haben. Die Schotten sind ja schon auf dem Weg zu ihrer Unabhängigkeit und in der EU sicherlich willkommener.

Wenn die europäischen Nationen sich behaupten wollen auf der Welt dann geht dies nur gemeinsam und mit einer Stimme. Auf diesem Weg dahin sind wir ja bereits und das sollte sich auch nicht ändern...

Es leben die vereinigten Staaten von Europa!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×