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28.02.2013

19:55 Uhr

EU-Rettungspaket

Zypern lehnt Schuldenschnitt als Bedingung für Rettungspakt ab

Fest steht: Zypern braucht Geld, rund 17 Milliarden Euro. Um jeden Preis sollen die Hilfen aber nicht eigesammelt werden, insbesondere nicht mit einem Schuldenschnitt. Das Image des Landes könnte so noch mehr leiden.

Zyperns neuer Präsident Nicos Anastasiades will keinen Schuldenschnitt. Reuters

Zyperns neuer Präsident Nicos Anastasiades will keinen Schuldenschnitt.

Das hoch verschuldete Zypern wünscht sich schnelle Verhandlungen über ein EU-Rettungspaket, schließt einen Schuldenschnitt aber aus. „Wir hoffen auf die Solidarität unserer EU-Partner“, sagte der neue zyprische Präsident Nicos Anastasiades am Donnerstag in seiner Rede zur Amtseinführung. Zypern hoffe auf eine umgehende Einigung auf die Bedingungen für die Hilfskredite. Dabei müsse das Land aber fair behandelt werden. Eine Schuldenschnitt oder eine pauschale Belastung von Sparkonten komme nicht in Frage.

Es wird allgemein erwartet, dass Zypern Hilfen im Volumen von rund 17,5 Milliarden Euro benötigt. Mit der EU, der EZB und dem IWF müssen noch die Gegenleistungen dafür verhandelt werden.

Die größten Schuldenmacher in der Euro-Zone

Irland

Das höchste Defizit in der Euro-Zone hat Irland. Es beträgt 8,3 Prozent des Bruttosozialprodukts.

Griechenland

Rund 7,3 Prozent beträgt das Haushaltsdefizit Griechenlands für 2012.

Spanien

Der Krisenstaat auf der Iberischen Halbinsel kommt auf ein Haushaltsdefizit von 6,9 Prozent.

Slowakei

Platz vier unter den größten Schuldensündern belegt mit einem Defizit von 4,8 Prozent die Slowakei.

Portugal

Knapp hinter der Slowakei reiht sich Portugal ein: Hier schlägt 2012 ein Defizit von 4,7 Prozent des Bruttosozialprodukts zu Buche.

Frankreich

Mit Hilfe von Steuererhöhungen und Einsparungen will Frankreich sein Haushaltsdefizit im nächsten Jahr eindämmen. Dieses Jahr beträgt es noch 4,5 Prozent.

Niederlande

Rund 20 Milliarden Euro müssten die Niederlande sparen, um ihr Defizit unter drei Prozent zu drücken. Derzeit liegt es bei 4,4 Prozent des Bruttosozialprodukts.

Slowenien

Auch Slowenien ringt mit steigender Verschuldung und schrumpfendem Wirtschaftswachstum. Das Haushaltsdefizit liegt 2012 bei 4,3 Prozent.

Zypern

„Sparen, kürzen, streichen“: So lautet auch das Motto in Zypern. Das Haushaltsdefizit liegt 2012 bei 3,4 Prozent des Bruttosozialprodukts.

Zuletzt hatte es in Kreisen geheißen, in einigen Staaten der EU, darunter auch Deutschland, werde ein „Bail-in“-Modell durchgespielt, das allen Kontoinhabern pauschal einen Beitrag zur finanziellen Hilfe abverlangen würde. Es wird erwartet, dass über Zypern-Hilfen auch beim Treffen der Finanzminister der Euro-Zone am 4. März gesprochen, aber noch nicht entschieden wird. Noch sind viele Fragen offen. Vor allem der Ruf des Landes als Fluchtburg für Schwarzgeld und als Steueroase erschwert die Verhandlungen.

Von

rtr

Kommentare (17)

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BertholdGewehr

28.02.2013, 20:31 Uhr

Gäbe es kein Kapital , gäbe es auch keine Schulden !
...ohne den Kapitalisten Engels hätte es Marx garnicht gegeben ! An allem sind die Kapitalisten schuld !!!

Rechtsberatung

28.02.2013, 20:31 Uhr

"..Zypern wünscht sich schnelle Verhandlungen über ein EU-Rettungspaket, schließt einen Schuldenschnitt aber aus"

Ist nicht Weihnachten.... und "Fairness" gibt es nicht für korruptes Pack ....

Schuldenschnitt unter Beteiligung auch der russischen Schwarzgeldmafia, oder es gibt garnichst!!!

Ludwig500

28.02.2013, 20:35 Uhr

Die Zypern-Rettung ist übersichtlich unterhaltsam inszeniert. Dabei ist die Story so durchschaubar wie ein drittklassiger US-Spielfilm mit Kind, von dem man sofort weiss, dass es entführt, aber in letzter Sekunde aus den Klauen des Bösewichts befreit wird.

In der Zypern-Story wird so getan, als ob hart verhandelt wird. Keiner gibt zu, dass die Rettung des Grosskapitals alternativlos ist. Man droht mit Ablehnung, Zypern stellt sich stur. Am Ende macht der korrupte Zwergstaat dann winzige Zugeständnisse, also Zusagen, deren Nichteinhaltung folgenlos bleiben, und Europas Politiker trommeln sich auf die Brust. Und die reichen Investoren haben mal wieder, besser, wie immer, gewonnen.

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