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08.10.2011

09:51 Uhr

EU-Schuldenkrise

Moody's prüft mögliche Herabstufung Belgiens

Nächster Alarm an den Märkten: Moody's hat eine Prüfung der Bonität Belgiens angekündigt. Die Ratingagentur reagierte auf die Ankündigung des belgischen Finanzministers, die Dexia-Bank stützen zu wollen.

Moody's prüft die Bonität Belgiens. Reuters

Moody's prüft die Bonität Belgiens.

BrüsselDie Ragingagenturn Moody's erwägt eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit Belgiens. Grund sind die massiven Finanzprobleme der französisch-belgischen Großbank Dexia. Bedenklich seien für Belgien neben möglichen künftigen Hilfszahlungen an schwächelnde Banken und verschuldete Euroländer außerdem eine zu erwartende schwache wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Die Bonität des Landes werde ab sofort „auf eine mögliche Herabstufung hin geprüft“, teilte die Ratingagentur mit. Damit steht eine Entscheidung in den nächsten 90 Tagen an. Aktuell bewertet die Agentur das Land mit „Aa1“ und damit lediglich eine Stufe unter der Spitzenbonität von „AAA“, die beispielsweise Deutschland hat. Auch S&P sowie Fitch stufen Belgien auf diesem Niveau mit einem negativen Ausblick ein.

Die Warnung vor einer möglichen Herabstufung folgte einer Ankündigung des belgischen Finanzministers Didier Reynders, der angeschlagenen Dexia-Bank finanziell unter die Arme greifen zu wollen. Der belgisch-französische Finanzkonzern ist durch die europäische Schuldenkrise in Schieflage geraten. Diskutiert wird derzeit eine Zerschlagung der Bank. Dabei könnte der belgische Teil verstaatlicht werden. Die problematischen Altlasten des Geldhauses sollen nach Medienberichten in eine sogenannte Bad Bank überführt werden, die mit Staatsgarantien aus Frankreich und Belgien abgesichert wird.

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Noch vor der Prüfung Belgiens folgte Moody's kurz zuvor außerdem dem Beispiel der Konkurrenzagenturen Standard & Poor's und Fitch und stufte die Kreditwürdigkeit Italiens herab. Fitch wertete zudem das ebenfalls kriselnde Euroland Spanien ab. Davon blieb auch die Wall Street nicht unbeeinflusst. Nach drei Tagen mit Gewinnen schlossen am Freitag nach einer Berg- und Talfahrt alle wichtigen Indizes im Minus. Fitch begründete die Senkung der Bonität mit der Verschärfung der Krise in der Euro-Zone. Die Agentur rechnet damit, dass das spanische Wirtschaftswachstum bis 2015 weiter unter zwei Prozent liegt.

Kommentare (8)

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08.10.2011, 09:56 Uhr

Der nächste Angriff gegen Euro-Land.

Pequod

08.10.2011, 10:20 Uhr

Was Belgien im Kleinen ist, das ist die EU im Großen!!
Schließlich dürften mit den Transferzahlungen des flä-
mischen Bereichs an die Wallonen irgendwann der flämische
Teil seine finanziellen Grenzen erreicht haben. So
dürfte der Staatsbankrott vorprogrammiert sein, was einen
weiteren Ausfall eines zahlenden Mitglieds des EFSF
Rettungsschirms bedeuten würde, was auch die Kanzlerin
mit ihren neuen, in Nürnberg erwähnten Leitplanken,
nicht in der Richtung halten kann, zumal Belgien seit
geraumer Zeit ohne Regierung dasteht, was in der BRD
mit dem Ausscheiden von Merkel & Co. bestimmt kein
Verlust wäre.


Monopolyspieler

08.10.2011, 12:26 Uhr

Spielen wir Domino!
Deutschland kommt auch noch dran!
2012 oder 2013.

Grund: weil die Rettung der EU-Partner misslungen ist und man ein oder zwei Länder einer Insolvenz überlassen hat! Die Glut für den Flächenbrand ist gelegt, es fehlt nur noch ein bißchen Wind (erste Pleite einer Bank eines Staats). Der Feuersturm wird Europa an den Rande des Ruins treiben. Er beginnt im Südosten Europas und geht westwärts Richtung Norden um dann weiter gen Osten mit dem Uhrzeigers in Deutschland anzukommen.

Die Welt ist ein großes Monopoly-Spielfeld der Geldtransaktionen geworden. Fiktives Geld ruiniert alles, was frühere Generationen mühsam aufgebaut haben. Oder sind es die heutigen Banker und Politiker?

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