Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.01.2013

11:22 Uhr

EU-Sorgenkind

Irland verteidigt niedrige Unternehmenssteuern

Irland bleibt weiter seinen niedrigen Unternehmenssteuern treu. In einem Interview wies Irlands Außenminister Eamon Gilmore den Vorwurf des Steuerdumpings von sich und verteidigte den Steuersatz.

Der irische Außenminister Eamon Gilmore. dapd

Der irische Außenminister Eamon Gilmore.

BerlinIrland trotzt dem Vorwurf des Steuerdumpings und beharrt auf seinem niedrigen Körperschaftssteuersatz von 12,5 Prozent. Zum Jahresende will der neue EU-Ratspräsident den EU-Rettungsschirm einklappen. „Wir erwarten, dass wir den Rettungsschirm, unter dem wir Ende 2010 Zuflucht suchten, fristgerecht verlassen werden“, sagte Außen- und Handelsminister Eamon Gilmore der „Wirtschaftswoche“.

Über die Körperschaftsteuer lasse er nicht mit sich reden. „Irland hat seinen Beitrag schon geleistet“, sagte er. „Der irische Steuerzahler ist schließlich in die Bresche gesprungen, indem er eine Garantie für das gesamte Bankensystem unseres Landes übernahm.“

Irland war wegen der Immobilien- und Finanzkrise 2010 als erstes EU-Land unter den Rettungsschirm von Union und Internationalem Währungsfonds geschlüpft und hatte Garantien von 67,5 Milliarden Euro erhalten. Derzeit spricht das Land mit der Troika aus EU, IWF und Europäischer Zentralbank über den Ausstieg aus dem Programm.

Irland setzt dabei laut dem Bericht darauf, dass der europäische Rettungsfonds ESM dann die irischen Banken rückwirkend unterstützt. Gilmore erwarte auch eine Zustimmung Deutschlands. „Europa braucht einen Erfolg und Irland ist der führende Kandidat dafür“, sagte er.

Die Grünen im Europaparlament hatten Irland aufgerufen, seine EU-Präsidentschaft „nicht weiter zur Werbung für unfaire Niedrigsteuersätze“ zu missbrauchen. Das Land solle lieber auf eine gemeinsame Bemessungsgrundlage für Unternehmenssteuern hinarbeiten, hatte der deutsche Grünen-Abgeordnete Sven Giegold gesagt.

Von

dpa

Kommentare (8)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

RDA

05.01.2013, 12:28 Uhr

Warum soll Deutschland den gesamten entfesselten irischen Bankensektor stützen? Mit der DePfa haben wir doch schon ein irisches Bankhaus mit ca. 130 Mrd. Euro "gerettet".
Irland soll für höhere Einnahmen sorgen und seine Banken gefälligst selbst retten. Und wenn das irische Volk es akzeptiert, dass Unternehmen nach wie vor fast keine Steuern zahlen, dann müssen eben die irischen Arbeitnehmer ran.

kvogeler

05.01.2013, 13:18 Uhr

Solange die Steuern und Gebühren in einem Land tiefer sind als der Duchschnitt in der EU sollte jede Zahlung aus Brüssel, egal ob Struktur oder Rettungsschirm, eingestellt werden.
Es kann nicht sein, dass einige wenige die gesetzlich zementierten Steuerausfälle von anderen zahlen.

Nachwuchs

05.01.2013, 18:33 Uhr

Irland kann auf alle steuern verzichten. Die EU, besonders Deutschland zahlt mit Freuden alles. die blöden Deutschen sollen gefälligst nur noch arbeiten und zahlen. Rechtlos natürlich auf Anweisung unserer Politiker!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×