Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.06.2015

16:06 Uhr

EU-Staaten zur Griechenland-Krise

Warum es um Tsipras immer einsamer wird

Der Schuldenstreit mit Griechenland dauert an, ein Grexit rückt näher. Deutschland will Griechenland im Euro halten, aber nicht mehr um jeden Preis. Was denken andere EU-Länder über einen Euro-Austritt Griechenlands?

Krisengipfel einberufen

Griechenland: Verliert die Euro-Gruppe langsam die Geduld?

Krisengipfel einberufen: Griechenland: Verliert die Euro-Gruppe langsam die Geduld?

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Die Fronten sind verhärtet, weder Griechenland noch die Gläubiger wollen weitere Zugeständnisse machen, um eine Einigung in der griechischen Schuldenkrise zu erreichen. Heute Nachmittag tagen die EU-Finanzminister in Luxemburg – eine Lösung wird jedoch nicht erwartet.

Kanzlerin Angela Merkel hat bereits in einer Regierungserklärung vor dem Parlament die deutsche Position klar gemacht: Deutschland möchte Griechenland im Euro behalten und bemüht sich um eine Lösung im Schuldenstreit – aber nicht mehr um jeden Preis. „Ich bin unverändert davon überzeugt: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Wenn die politisch Verantwortlichen in Griechenland diesen Willen aufbringen, dann ist eine Einigung mit den drei Institutionen immer noch möglich“, sagte die Kanzlerin. Für mehr europäische Solidarität gegenüber Griechenland, verlangt Deutschland nun auch ein Entgegenkommen der griechischen Regierung.

Deutschlands Haltung ist also klar. Doch wie stehen andere EU-Länder zu einem möglichen Grexit, dem Euro-Austritt Griechenlands?

Frankreich sieht Tsipras in der Verantwortung

Frankreich verfolgt schon seit Monaten dieselbe Politik gegenüber der griechischen Regierung wie Deutschland. Staatspräsident Franҫois Hollande hat nie einen Zweifel daran gelassen, dass Griechenland auch unter Syriza die eingegangenen Verpflichtungen einhalten müsse. Aus Regierungskreisen verlautet, dass innerhalb der Eurogruppe die französische Regierung manchmal noch härter auftrete als die deutsche, weil jede Kritik von deutscher Seite rasch als verständliche Folge eines speziellen deutsch-griechischen Konfliktes gesehen werde.

Wirtschaftsminister Emmanuel Macron sagte am Mittwoch im Interview mit Les Echos, Hollande habe seit 2012 alles dafür getan, Griechenland in der Eurozone zu halten. „Das verpflichtet heute Syriza, Tsipras muss seine Verantwortung wahrnehmen.“ Der Ball liegt also für die Regierung eindeutig auf Seiten der griechischen Exekutive.

Die Furcht vor dem Grexit hat zwar stark abgenommen. Aber auf die leichte Schulter nimmt man das mögliche Ausscheiden nicht, zumal es keines der drängenden Probleme löse: In Paris ist man sich darüber im Klaren, dass die Eurozone Griechenland selbst dann unterstützen müsse, wenn es nicht mehr der gemeinsamen Währung angehöre.

In der Öffentlichkeit gibt es nur begrenzte Sympathien für die griechische Regierung: Die Franzosen haben viel Mitleid mit den von Armut und Perspektivlosigkeit getroffenen Griechen, sehen aber nicht, dass Syriza viel dagegen unternommen hätte. (Thomas Hanke)

Kommentare (54)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Perry Rhodan

18.06.2015, 16:32 Uhr

Aber Hallo,
nicht Deutschland will Griechenland im Euro halten, sondern unsere Kanzlerin.

Herr Michael Müller

18.06.2015, 16:44 Uhr

Willkommen im realen Leben Frau Merkel!

"Nicht mehr um jeden Preis."

Das sind die Worte des Jahrhunderts, mit denen Sie in die Geschichte eingehen! Damit wird Deutschland nicht mehr von jedem x-beliebigen Schuldenstaat erpressbar. Herzlichen Glückwunsch zu dieser Einsicht!

Herr Manfred Zimmer

18.06.2015, 16:48 Uhr

So ist es!

Schließlich hat die Kanzlerin gesagt, dass sie "lediglich Zeit kaufen" wolle und bereit war, dafür Milliarden an Euros hinzulegen, die sie Sparern und Rentner wegnahm.

Diese "Zeit" hat sie nachweislich erhalten, der Vertrag also erfüllt. Bezahlt hat die Kanzlerin mit dem Geld anderer. So haben die Brger und Wähler sich schon immer eine Kanzlerin gewünscht. ;-)

Was muss sie eigentlich noch alles anstellen, bevor sie zum Rücktritt gezwungen wird. Noch sind die Bürger ruhig, die Oppostion zu schwach die Regierung zu stürzen, zu schwach ist ihr Koalitionspartner und die "Bosbachs" in der CDU zu wenige. Wenn den Bürger bewusst wird, wie sie um die Fichte geführt werden und auf die Straße gehen, dann geht es nicht mehr um Pegida, dann brennt das Pflaster. Der 17. Juni war ein guter Tag. Aus Sicht von Merkel ist es gut, dass dieser Tag vorüber ist.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×