Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.09.2011

03:26 Uhr

EU-Vergleich

Deutsche Löhne 2010 leicht gestiegen

Einer neuer Bericht der EU-Behörde Eurofound vergleicht die Löhne quer durch Europa. Er liefert einen ernüchternden Blick auf die Reallöhne Deutschlands. Und zeigt auch warum Slowenien, Italien und Malta vorne liegen.

Beim Lohnanstieg ist Deutschland nicht die Nummer 1. dpa

Beim Lohnanstieg ist Deutschland nicht die Nummer 1.

BerlinTrotz des Wirtschaftsaufschwungs sind die Reallöhne in Deutschland im vergangenen Jahr nach einem Pressebericht nur leicht gestiegen. 2010 hätten sich die Einkommen der Arbeitnehmer real lediglich um 0,6 Prozent erhöht, berichtet die Zeitung «Die Welt» unter Berufung auf einen Bericht der EU-Behörde Eurofound, der am Dienstag vorgestellt werden soll. Damit liege Deutschland europaweit im Mittelfeld.

Am stärksten stiegen die Löhne den Angaben zufolge in Tschechien (plus 1,9 Prozent), der Slowakei (plus 1,5 Prozent) und in Portugal. Dagegen hätten die Arbeitnehmer in Großbritannien (minus 1,5 Prozent), Belgien (minus 1,3 Prozent) und Österreich (minus 0,1 Prozent) Reallohnverluste erlitten.

Wie die Zeitung weiter berichtete, wurden nach dem EU-Bericht Frauen in Deutschland zuletzt immer noch deutlich schlechter bezahlt als Männer. Demnach betrug die Einkommenslücke im Jahr 2009 23,2 Prozent. Dies sei nach Österreich (25,4 Prozent) und Tschechien (25,9 Prozent) der dritthöchste Wert in Europa, berichtete das Blatt.

Am geringsten seien die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen in Slowenien (3,2 Prozent), Italien (5,5 Prozent) und Malta (6,9 Prozent). Laut EU-Statistik haben in Deutschland die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen seit 2006 (22,7 Prozent) sogar leicht zugenommen.

In zahlreichen EU-Ländern sei die Lücke in diesem Zeitraum dagegen kleiner geworden. So sanken die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen in Spanien von 17,9 Prozent im Jahr 2006 auf 15,7 Prozent im Jahr 2009, wie es in dem Bericht hieß. Auch in Großbritannien und in der Slowakei (beide minus 3,9 Prozentpunkte) ging die Einkommenslücke zwischen den Geschlechtern zurück.

Von

afp

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

19.09.2011, 07:15 Uhr

Der Grundtenor des Artikels ist falsch gewaehlt.
Es mueste heissen: "Die Realloehne sinken WEGEN dem "Aufschwung".
Ich traze dem Frieden noch nicht. Aber ich hoffe fuer Euch, dass der "Aufschwung" vorbei ist.

Mollemopp

19.09.2011, 07:29 Uhr

Und vor allem sind die Löhne, angesichts einer Inflationsrate von über 2 Prozent, real gesunken. "Deutsche Löhne 2010 leicht gestiegen" ist demnach eine Medien-Lüge, wie wir sie hier in Deutschland schon von verschiedenen Regierungen aufgetischt bekommen haben. Verstehe nur nicht, warum die Medien solchen Schwachsinn freiwillig verbreiten. Steht der Chef des HB bei Merkel auf der Gehaltsliste?

Kalle

19.09.2011, 07:32 Uhr

Seit 10 Jahren ist die wirkliche Inflation höher als die Lohnsteigerungen. Komme mir mit der dauernden Propagangda vor wie in der DDR. Kennne viele arbeitslose Hochschulabsolventen. Preise in Euro wie damals in DM. Die Wahrheit traut sich keiner zu schreiben?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×