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13.01.2005

07:39 Uhr

EU verspricht Millionenhilfe

Pariser Club bietet Schuldenmoratorium an

Der Pariser Club der Gläubigerstaaten hat allen von der Flutkatastrophe betroffenen Ländern ein Schuldenmoratorium für dieses Jahr angeboten. Allein das besonders schwer von der Flutwelle heimgesuchte Indonesien müsste in diesem Jahr mehr als drei Mrd. Dollar zurückzahlen. Unterdessen hat die EU den Opfern der Flutwelle großzügige finanzielle und organisatorische Hilfe zugesagt.

HB PARIS/BERLIN/BANDA ACEH. Nach Ansicht von Experten fürchten jedoch Länder wie Thailand und Malaysia, dass eine Annahme des Zahlungsaufschubs als ökonomische Schwäche interpretiert werden und die Kreditwürdigkeit beeinträchtigen könne. Das Moratorium ist auch Thema bei einem Besuch des indonesischen Außenministers Hassan Wirajuda am heutigen Donnerstag in Berlin.

Unterdessen ist das mit Hilfsgütern beladene Bundeswehr- Versorgungsschiff „Berlin“ in der Katastrophenregion eingetroffen. Wie die Bundeswehr mitteilte, erreichte das Schiff am Donnerstagmorgen die Küstengewässer der indonesischen Provinz Aceh. An Bord befindet sich ein Marineeinsatz-Rettungszentrum mit 45 Krankenbetten, zwei Operationssälen und zwei Transport- Hubschraubern. Die „Berlin“ soll die Bundeswehrsoldaten, die bereits in Banda Aceh Hilfe leisten, unterstützen.

Am späten Mittwochabend waren die ersten Trinkwasserexperten des Technischen Hilfswerks (THW) aus der Katastrophenregion nach Deutschland zurückgekehrt. Ein Vertreter des Bundesinnenministeriums empfing die 15 THW-Experten am Frankfurter Flughafen und sprach ihnen den Dank der Bundesregierung aus. Die 15 Männer hatten seit dem 30. Dezember in Galle im Süden Sri Lankas die Menschen mit Trinkwasser versorgt, verschlammte Brunnen gereinigt und versucht, lebenswichtige Infrastrukturen wieder aufzubauen.

Die USA haben sich am Mittwoch irritiert über die Forderung der indonesischen Regierung gezeigt, dass alle an den Hilfsaktionen beteiligten ausländischen Soldaten das Land binnen drei Monaten wieder verlassen müssen. Vizepräsident Jusuf Kalla hatte zuvor nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Antara gesagt, „drei Monate sind genug, aber je eher sie gehen, umso besser“.

„Wir wüssten gerne genauer von Indonesien, was das bedeuten soll“, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Scott McClellan. Zunächst gehe es vor allem darum, den Menschen in der Krisenprovinz Aceh zu helfen. „Wir hoffen, dass Regierung und Militärführung in Indonesien die internationalen Hilfsanstrengungen weiter unterstützen,“ so McClellan.

Indonesiens Außenminister Wirajuda wird mit Kanzler Gerhard Schröder und mehreren Bundesministern über Hilfen für die Katastrophenregion und ein Schuldenmoratorium für Indonesien sprechen. Der Pariser Club der 19 wichtigsten Gläubigerstaaten hatte gestern allen von der Flutkatastrophe betroffenen Ländern eine Stundung der Zahlungen angeboten. In Berlin stellen heute außerdem deutsche Experten Schröder das Konzept eines Tsunami-Frühwarnsystems im Indischen Ozean vor.

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