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22.01.2005

08:59 Uhr

EU wollte Klimawandel als Auslöser in Erklärung durchsetzen

UN-Konferenz setzt sich für Frühwarnsystem ein

Zum Abschluss der UN-Weltkonferenz im japanischen Kobe haben die Delegierten Vorschläge präsentiert, wie die Folgen von Naturkatastrophen gemindert werden könnten. Der Aktionsplan ist Kritikern zu unkonkret.

HB BERLIN. Die UN-Konferenz in Kobe hat einen Aktionsplan verabschiedet, der dazu beitragen soll, die Auswirkungen von Naturkatastrophen zu mindern. Zudem soll ein Frühwarnsystem für Erd- und Seebeben eingerichtet werden.

Beobachter bemängeln allerdings, der nach zähen Verhandlungen am Freitag ausgehandelte Plan setze keine konkreten Ziele und sehe kein Verfahren vor, Fortschritte bei der Umsetzung zu überprüfen. Der Leiter des Komitees, das den Entwurf ausarbeitete, der Schweizer Marco Ferrari, räumte en, dass dies ein Ergebnis sei, das einige Delegierte enttäusche. «Wir haben aber unser zentrales Ziel erreicht: Eine Vereinbarung darüber, wie eine Kultur der Katastrophenminderung geschaffen werden soll», sagte er.

Der Aktionsplan ruft die Regierungen der Welt auf, technologisch zusammenzuarbeiten und Karten auszuarbeiten, auf denen Zonen eingezeichnet sind, die besonders von Naturkatastrophen bedroht sind. Der UN-Konferenz-Koordinator John Horekens bezeichnete den Entwurf als Ausdruck eines «allgemeinen Konsenses» der 800 Delegierten aus zahlreichen Ländern, die zur Konferenz in die vor zehn Jahren bei einem schweren Erdbeben zerstörten japanischen Stadt gekommen waren.

Einer der Streitpunkte während der Verhandlungen war die Aufnahme einer von der EU gewünschten Erklärung, dass der weltweite Klimawandel weitere Naturkatastrophen auslösen könnte. Die US-Delegierten wiesen dies mit der Begründung ab, Thema der Konferenz sei der Katastrophenschutz, nicht der Klimawandel. Die Delegierten von Kanada und Australien unterstützten diesen Standpunkt.

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