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09.07.2015

12:56 Uhr

Euro-Beitritt

Polen auf dem Scheideweg

Polen will ein starker EU-Akteur sein. Doch dafür braucht das Land den Euro. Die politischen Lager sind geteilt. Der scheidende Präsident Komorowski ist für, sein Nachfolger Duda gegen den Euro.

In Polen trübt sich die Stimmung gegenüber dem Euro ein. Reuters

Euro-Skepsis

In Polen trübt sich die Stimmung gegenüber dem Euro ein.

WarschauDas mögliche Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro hat in Polen neue Diskussionen über das Für und Wider eines Beitritts zur Währungsunion entfacht. Der scheidende Präsident Bronisław Komorowski warnte in dieser Woche, das Land riskiere, zu einem politischen Leichtgewicht zu werden, sollte es an seiner eigenen Währung, dem Złoty, festhalten. Sein designierter Nachfolger Andrzej Duda ist jedoch wie die derzeit aussichtsreichste Kandidatin für das Ministerpräsidentenamt, Beata Szydło, gegen eine Euro-Einführung.

Komorowskis Aussagen zeigen exemplarisch in Zentraleuropa vorherrschende Ängste, dass das Ergebnis der Krise in Griechenland ein Europa der zwei Geschwindigkeiten sein könnte – eine Union, die dauerhaft zwischen den Ländern geteilt ist, die ihre Richtung beeinflussen können und denjenigen, die im Abseits stehen. Zur ersten Gruppe gehören vor allem die Staaten, die den Euro haben.

Die Europäische Union besteht aus 28 Mitgliedsstaaten, die in Außenpolitik, Landwirtschaft und internationalem Handel zusammenarbeiten. Doch nur 19 davon benutzen den Euro als Währung. Zu den neun Mitgliedern, die den Euro nicht haben, gehören das Vereinigte Königreich und Dänemark, denen der Vertrag zur Gründung der EU die Option gab, sich der Währungsunion nicht anzuschließen. Ebenfalls kein Euro-Land ist Schweden, das einen Beitritt vermieden hat, seit seine Bewohner vor mehr als zehn Jahren dagegen stimmten.

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Die anderen EU-Mitgliedsstaaten, die noch immer ihre eigene Währung haben, sind allesamt ehemalige kommunistische Länder in Zentral- und Osteuropa. Bulgarien, Kroatien, Rumänien, Tschechien und Ungarn haben sich zwar darauf festgelegt, dem Euro beizutreten, doch gibt es in keinem dieser Länder ein Zieldatum oder realistische Chancen für einen baldigen Euro-Beitritt.

Für Polen ist die Beantwortung der Frage zu einer Euro-Mitgliedschaft vielleicht am schwierigsten. Das größte der östlichen EU-Länder und die sechstgrößte Wirtschaft innerhalb der Europäischen Union hegt Ambitionen, ein starker Akteur innerhalb des Staatenbündnisses zu sein. Das Land verzeichnet ein starkes Wirtschaftswachstum, wodurch es ein Kandidat für den nächsten Beitritt eines Staats zum Euro ist.

Kommentare (2)

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Herr Josef Schmidt

09.07.2015, 13:56 Uhr

Lasst das Volk wählen was es will !!!

Herr Vitto Queri

09.07.2015, 14:23 Uhr

(...)

Beitrag von der Redaktion gelöscht.

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