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21.07.2011

11:10 Uhr

Euro-Bonds

Die wahrhaft europäische Lösung

VonSylvie Goulard, Mario Monti

ExklusivMerkel muss in in der Eurokrise endlich Flagge zeigen, meinen die Europapolitiker Goulard und Monti. In einem Gastbeitrag weisen sie der Kanzlerin einen Weg aus dem europäischen Schuldendilemma.

Will die Kanzlerin an der vordersten Euro-Front: Mario Monti, Präsident der Bocconi-Universität und ehemaliger EU-Kommissar. Quelle: ap

Will die Kanzlerin an der vordersten Euro-Front: Mario Monti, Präsident der Bocconi-Universität und ehemaliger EU-Kommissar.

Bei ihrem heutigen Gipfeltreffen haben die führenden Politiker der Euro-Zone eine fundamentale Entscheidung zu treffen. Entweder sie sagen nur wieder, dass sie „alles Notwendige“ zur Bekämpfung der Euro-Krise tun wollen – oder sie tun es tatsächlich. Im ersten Fall werden die Märkte noch deutlicher als bisher die Politiker herausfordern. Sie werden Länder wie Italien und Spanien ins Visier nehmen und so „alles Notwendige“ noch teurer machen und noch weniger glaubwürdig erscheinen lassen.

Die bessere Alternative wäre, Führung zu zeigen. Bisher haben die Märkte das Spiel gegen die Regierungen gewonnen, weil die sich nicht einig werden. Die Politiker haben versucht, Stabilität zu erreichen durch den Einsatz großer Geldsummen ihrer Steuerzahler. Man kann das auch so sehen: Diese Summen sind die Kosten, die den Bürgern dadurch entstehen, dass ihre Politiker so tun, als gäbe es noch eine nationale Souveränität.

Effektiver wäre es, die Märkte durch eine wirklich gemeinsame Politik zu bändigen. Dazu muss die Regierung in Berlin mehr Führungsstärke zeigen – nach außen wie nach innen. Sie müsste ihren Bürgern erklären, dass Deutschland von der Europäischen Union profitiert, auch von dem gemeinsamen Markt und dem Euro; dass dadurch eine Kultur der Stabilität auf den Rest der EU übertragen wird und dass Deutschland der Hauptverlierer bei einem Zusammenbruch der Euro-Zone wäre – mit Blick auf die Stabilität und die Wettbewerbsstärke, aber auch auf direkte finanzielle Lasten.

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Eine Regierung, die eine langfristige gemeinsame Politik verfolgt, sichert ihre Steuerzahler besser ab als eine, die sie kurzfristig schützen will und damit weder die Märkte noch die Bürger überzeugt. Es ist der Mangel an Glaubwürdigkeit, der eine „Transferunion“ auslösen kann und damit auch wieder interne und externe Spannungen. Zum Glück für Kanzlerin Angela Merkel vertreten die beiden wichtigsten Oppositionsparteien, die Sozialdemokraten und die Grünen, Positionen pro EU. Die SPD stand zwar der Einführung des Euros etwas zögerlich gegenüber, und 2003 hat Kanzler Gerhard Schröder gemeinsam mit Frankreich eine Entlastung vom Stabilitätspakt angestrebt und damit auch seine Glaubwürdigkeit beschädigt.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

21.07.2011, 11:32 Uhr

Euro-Bonds sind das schlimmste was uns Deutschen als Lösung angeboten wird. Damit zahlen wir die höheren Zinsen der anderen Länder mit.
Damit geben wir Deutschen bei derzeit etwas 2,X % auf Staatsanleihen künftig vielleicht 3% oder 4% auf das geliehene Geld. Wir tragen also die Last, die andere durch Verschwendung angehäuft haben und werden endgültig zu den Deppen der EU degradiert.
Wenn man die EU als WG betrachten würde, sind wir diejenigen die morgens um 5 Uhr aufstehen, zur Arbeit gehen und am Abend nach der Rückkehr von der harten Arbeit feststellen müssen, dass der Kühlschrank leer gefressen wurde und wieder jemand im Stehen gepinkelt hat.

VHSchmidt

21.07.2011, 11:40 Uhr

Als Südeuropäer würde ich auch solche Ratschläge geben.

Kackbolzen

21.07.2011, 12:28 Uhr

Eurobonds bedeuten, dass Deutschland die Schulden aller anderen bezahlen muss. Bis zum bitteren Ende. Eurobonds geben einen Zeitgewinn von knapp 2 Jahren. Dann ist Deutschland im Fokus der Märkte. Und bankrott!
Wer das will, ist der Totengräber der deutschen Demokratie. Der spielt mit dem Feuer wie früher die Nazis und die Sozialisten im Osten. Wer das will, ist einfach nur größenwahnsinnig!

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