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16.01.2015

12:28 Uhr

Euro-Einführung

Bulgarien plant den Abschied vom Lew

In Bulgarien war der Euro lange Zeit kein Thema. Jetzt denkt Sofia aber wieder intensiver über den Abschied vom Lew nach und tastet sich an die europäische Gemeinschaftswährung heran.

Bulgarien will offenbar die Landeswährung Lew gegen den Euro tauschen. Reuters

Bulgarien will offenbar die Landeswährung Lew gegen den Euro tauschen.

SofiaAcht Jahre nach dem EU-Beitritt will das ärmste EU-Land Bulgarien erste Schritte zur Einführung des Euro unternehmen. Die seit November 2014 amtierende Mitte-Rechts-Koalition möchte bald Gespräche mit den Regierungen der 19 Euro-Staaten über einen Beitritt Bulgariens zur Eurozone aufnehmen, sagte Finanzminister Wladislaw Goranow nach Zeitungsberichten vom Freitag. Die Äußerung fiel in Litauen zum Abschluss der Euro-Einführung in diesem baltischen Staat. Einen festen Termin für den Beitritt zur Euro-Zone nannte der Minister nicht. Bulgarien hatte die seit 2009 angestrebte Einführung des Euro wegen der Krise in der Euro-Zone auf unbestimmte Zeit aufgeschoben.

Erst am Vortag hatte der neue rumänische Präsident Klaus Iohannis überraschend einen möglichen Beitritt seines Landes zur Eurozone angesprochen. „Das entspricht einem Wunsch Rumäniens und der Rumänen“, sagte Iohannis in Brüssel nach einem Besuch bei EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker, nannte aber keine Details.

Die Euro-Familie und der Rest der EU

Nachwuchs

Die Euro-Familie hat Nachwuchs bekommen: Mit Litauen sind von 2015 an 19 der 28 EU-Staaten Mitglied der Eurozone. Wie geht es weiter? Die meisten der anderen neun Länder haben keine Wahl. Fast alle müssen aufgrund der EU-Verträge der Währungsunion beitreten, sobald sie dafür reif sind.

Rumänien

Das Land will den Euro nach letztem Stand 2019 einführen. Dies hatte die Regierung Anfang Mai in Brüssel angemeldet. Allerdings ist die Zustimmung in der Bevölkerung kontinuierlich gesunken.

Tschechien

Der deutsche Nachbar ist nach Ansicht der Regierung noch längst nicht bereit für den Euro. Als möglichen Termin hat sie zuletzt das Jahr 2020 genannt.

Ungarn

Die rechts-konservative Regierung des Landes strebt in absehbarer Zeit nicht an, den Forint durch den Euro zu ersetzen: „Wir sprechen da nicht vom nächsten Jahr, sondern vom nächsten Jahrzehnt oder den nächsten zwei oder drei Jahrzehnten.“ In der Bevölkerung ist eine knappe Mehrheit der Bevölkerung für die Einführung des Euro.

Bulgarien

In dem Land ist der Euro derzeit kein Thema. Das Land werde den Euro einführen, „allerdings nicht um jeden Preis“, lautet das Credo der Regierung. Rund zwei Drittel der Bulgaren wollen die heimische Währung Lew nicht durch den Euro ersetzen.

Kroatien

Auch für Kroatien ist der Abschied von der Landeswährung Kuna kein Thema, zumal die Wirtschaft des jüngsten EU-Mitgliedslandes faktisch schon intensiv mit dem Euro arbeitet. So werden viele Preise auch in Euro angegeben. Notenbankchef Boris Vujcic hält einen Beitritt vor 2019 für unmöglich; die Öffentlichkeit ist gegen den Euro.

Vereinigtes Königreich

Die Briten haben das vertraglich zugesicherte Recht, das Pfund zu behalten, auch wenn sie für den Euro qualifiziert wären. Sie gehören nicht zum Europäischen Wechselkursmechanismus, der als „Vorzimmer“ zum Euro gilt. Bei den euroskeptischen Briten ist keine Abkehr von diesem Sonderweg in Sicht.

Dänemark

Auch die Dänen hat das Recht, sich gegen die Euro-Einführung zu sperren. Im Jahr 2000 entschieden sich die Dänen in einer Volksabstimmung dagegen, die eigene Krone zugunsten der Gemeinschaftswährung aufzugeben. Dänemark gehört zum Europäischen Wechselkursmechanismus.

Schweden

Die Schweden hatten sich in einer Volksentscheidung 2003 gegen eine Ablösung ihrer Krone durch den Euro ausgesprochen. Aktuell verhindert das Land einen Euro-Beitritt, indem es kein Mitglied des Wechselkursmechanismus ist. Vertraglich ist aber geregelt, dass Schweden beitreten muss, sobald es reif für den Euro ist.

Polen

Die Polen haben es mit dem Beitritt zur Eurozone nicht eilig. Die Regierung will sich noch nicht auf ein Datum für die Einführung des Euro festlegen. Es sei zu früh, einen Zeitpunkt zu nennen, heißt es in Warschau.

„Der Übergang zum Euro wird sich wirtschaftlich positiv auf Bulgarien auswirken“, sagte Goranow. Bulgarien könnte noch während der vierjährigen Amtszeit der jetzigen Regierung zum Wechselkursmechanismus 2 (WKM 2) – dem so genannten Warteraum zum Euro – beitreten. Zu den Kriterien zur Einführung des Euro gehört eine reibungslose Teilnahme am WKM 2 über mindestens zwei Jahre.

In den EU-Verträgen sind weitere Regeln festgehalten, die Euro-Kandidaten einhalten müssen. So dürfen Schulden und Neuverschuldung bestimmte Marken nicht überschreiten, und die Inflationsrate darf nicht ausufern. Die Europäische Zentralbank (EZB), die Nicht-Euroländer jährliche auf ihre Euroreife abklopft, hatte im Sommer eine „auf die Gewährleistung gesamtwirtschaftlicher Stabilität, einschließlich dauerhafter Preisstabilität, ausgerichteten Wirtschaftspolitik“ angemahnt. Außerdem kritisierte sie, dass das bulgarische Recht nicht alle Anforderungen an die Unabhängigkeit der Zentralbank erfülle.

Die bulgarische Nationalwährung Lew ist seit der Einführung der Gemeinschaftswährung in der EU zum Euro fixiert – 1 Lew ist gleich 0,51 Euro.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr Richard Wagner

16.01.2015, 13:55 Uhr

Das ist ja praktisch. Dann müssen die ganzen Raub-Roma nach ihren Beutezeugen in deutschen Landen nicht mehr umständlich alles in Lew tauschen wenn Sie wieder zuhause in ihren Roma-Räuberhöhlen einkehren. Für die Bulgaren ist es natürlich auch von Vorteil, dann sichert der deutsche Steuerzahler sämtliche Krisen ab die da kommen mögen.

Herr Jens Muche

16.01.2015, 15:13 Uhr

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