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30.07.2012

13:44 Uhr

Euro-Krise

Aufruf für eine Parallelwährung im Wortlaut

In einem gemeinsamen Positionspapier sprechen sich Ökonomen und Unternehmer für eine Parallelwährung in den Euro-Krisenländern aus. Handelsblatt Online dokumentiert den Text im Wortlaut.

Der frühere Deutsche Bank-Chefvolkswirt, Thomas Mayer, gehört zu den Unterzeichnern der gemeinsamen Erklärung für eine Parallelwährung. dpa

Der frühere Deutsche Bank-Chefvolkswirt, Thomas Mayer, gehört zu den Unterzeichnern der gemeinsamen Erklärung für eine Parallelwährung.

BerlinDie Unterzeichner teilen die Sorge, dass ein unkoordinierter Zerfall der Europäischen Währungsunion allen beteiligten Ländern einen gravierenden ökonomischen Schaden zufügen und die Integrationsidee Europas nachhaltig beeinträchtigen würde.

Daher fordern die Unterzeichner die Verantwortlichen auf, Alternativen zu der derzeitigen Euro-Krisenpolitik zu prüfen. Für eine ökonomisch überzeugende und politisch durchsetzbare Alternative sehen wir die Einrichtung einer Parallelwährung an, die auch mit Artikel 128 AEUV* vereinbar ist.

Bei einer Parallelwährung wird zusätzlich zum Euro eine weitere Währung eingeführt. Dadurch können Defizitländer wettbewerbsfähiger werden und die Europäische Währungsunion bleibt in den Grundzügen erhalten. Dabei ist uns bewusst, dass eine Parallelwährung notwendige Strukturreformen nicht ersetzen, sondern nur ergänzen kann.

* Vertrag über die Arbeitsweise der europäischen Union

Die Liste der Unterzeichner:

Mario Ohoven (Präsident des BVMW und CEA-PME e.V.)
Trond Andresen (Norwegian University of Science and Technology)
Eckhard Behrens (Seminar für freiheitliche Ordnung e.V., Bad Böll)
Prof. Dr. Ulrich Brasche (Fachhochschule Brandenburg)
LL.M. André ten Dam (unabhängiger Euroforscher)
Christian Gelleri (Chiemgauer e.V.)
Reinhard Hübner (Hübner GmbH)
Dr. Hans Kremendahl (SPD, Staatssekretär a.D.)
Prof. Dr. Bernd Lucke (Universität Hamburg)
Dr. Jochen Leonhardt (Wirtschaftsprüfer)
Dr. Thomas Mayer (Center for Financial Studies der Goethe Universität Frankfurt und Deutsche Bank)
Werner Onken (Zeitschrift für Sozialökonomie)
Dr. Hans-Michael Pott (Sernetz Schäfer Rechtsanwälte)
Ludwig Schuster (MonNetA e.V.)
Prof. Dr. Roland Vaubel (Universität Mannheim)
BVMW: Dr. Michael Vogelsang (Chefvolkswirt), Sindy Vollmert, Josef Girshovich, Nicole Wägner und Peter Menke-Glückert (Deutsches Forum
nachhaltiger Mittelstand).

Kommentare (8)

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kit_fisto

30.07.2012, 14:11 Uhr

Herr Hans Werner Sinn - seien Sie nicht eitel - Unterzeichnen Sie diesen hervorragen Aufruf, er hätte von Ihnen stammen können!

Danke an alle Unterstützer dieser richtigen, intelligenten, notwendigen Idee! Hoffentlich liest man auf Sylt nicht nur Romane...

AckermannsArschabwischer

30.07.2012, 14:18 Uhr

eine zweitwährung ist nur der anfang vom ende des euro. denn wenn diese währungen bestehen bleiben, verliert der euro sicherlich noch mehr an bedeutung. wieso macht man es nicht gleich und wickelt diese währung endgültig ab? mit dieser gabs nur nachteile und diese zerstört sogar den sozialen frieden.

malvin

30.07.2012, 14:38 Uhr

Ich kann mich anfreunden mit einer Parallelwährung. D.h. für mich aber eher, dass auch alle ANDEREN Euro-Staaten eine Parallelwährung einführen sollen. Mit diesen Währungen könnten sie ihre Beamten zahlen (ich denke da in Griechenland und Italien).

Griechenland und Italien kann man in einen Topf werfen, die haben beide überüberüberüberdimmensionierte Beamtenmonter (Sizilien hat so viele Beamte wie ganz England; was die wohl verwalten???).

Auch für DE wäre es besser eine Parallelwährung einzuführen, und zwar nicht für die Bezahlung von Beamten, sondern für ihre Bürger. Eine Währung, die quasi einen Stabiliätätsanker zum Euro bildet.
Jeder Bundesbürger darf seine Euro in diese Währung, die nur auf Konten existiert, einlösen. Somit können die Ersparnisse unabhänig von der Politik der EZB sein.

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