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10.10.2011

07:06 Uhr

Euro-Krise

Barroso wettert gegen die Finanzmärkte

EU-Kommissionschef Barroso lässt seinem Frust auf die Märkte freien Lauf: Sie würden in der Schuldenkrise Panik erzeugen und seien nicht unfehlbar. Doch auch für die EU selbst hat er wenig lobende Worte übrig.

EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso. Reuters

EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso.

BerlinEU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat Finanzmärkten und Wirtschaftsexperten vorgeworfen, in der Euro-Schuldenkrise Panik zu erzeugen. In einem Interview der „Bild“-Zeitung (Montag) kritisierte er zugleich die Euro-Länder. Sie hätten bei der Aufnahme Griechenlands in den Euroraum „massiven politischen Druck“ auf die EU-Kommission ausgeübt und Sanktionen gegen Schuldenländer verhindert. Die Finanzmärkte seien „nicht unfehlbar“, sagte Barroso.

„Früher haben die Experten und Finanzmärkte die Schuldenprobleme eher unterschätzt, heute übertreiben sie manchmal die Risiken und erzeugen Panik.“ Die Aufnahme Griechenlands in den Euroraum sei eine politische Entscheidung gewesen. Die EU-Kommission habe in einem Bericht von 1998 ausdrücklich erklärt, „dass Griechenland die Kriterien für den Euro noch nicht erfüllt hatte“, betonte der EU-Kommissionspräsident. „Aber es war der politische Wunsch, dass Griechenland aufgenommen wird. Es gab massiven politischen Druck der Mitgliedsländer für eine Aufnahme.“  

Den EU-Ländern warf Barroso zudem vor, „wirksame Sanktionen“ gegen Schuldensünder-Länder „bisher immer wieder durch politische Verhandlungen verhindert“ zu haben. Barroso: „Da ging es nach dem Motto eine Hand wäscht die andere. Damit muss es jetzt vorbei sein. Wir brauchen mehr Disziplin und Integration der Mitgliedsländer.“

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

10.10.2011, 03:20 Uhr

Spricht nur ueber die Aufnahme von Griechenland. Was ist mit Italien, Portugal, Spanien, Belgien und all den Laendern, welchen die Aufnahme zugesagt wurde? Der Mensch hat die Krise noch immer nicht verstanden.

Ja und welche Politiker haben auf die Aufnahme von Griechenland bestanden? Bitte Namen. Die sollten schleunigst ihre Posten verlieren. Die politische Narrenfreiheit muss ein Ende finden. Dies waere ein Anfang.

lowabras

10.10.2011, 03:34 Uhr

Blicken Sie hinter die Kulissen des Theaters bei:
www.steuerembargo.co.de

Neues_von_Klettermaxe

10.10.2011, 07:38 Uhr

Mit Verlaub: gegen Finanzmärkte zu wettern erinnert an Deichbau, der zu niedrig geraten ist und, nachdem Wasser über die Deichkrone tritt, Wasser für Überflutungen "verantwortlich" zu machen.

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