Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.09.2012

12:24 Uhr

Euro-Krise

Berlusconi wirft Deutschland Spardiktatur vor

Italiens abgesetzter Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi kritisiert die EU-Politik der deutschen Bundesregierung. Und auch seinem Nachfolger Mario Monti stellt er kein gutes Zeugnis aus.

Ist nicht einverstanden mit Krisen-Management seines Nachfolgers: Ex-Premier Berlusconi. dpa

Ist nicht einverstanden mit Krisen-Management seines Nachfolgers: Ex-Premier Berlusconi.

RomItaliens früherer Regierungschef Silvio Berlusconi hat Deutschland vorgeworfen, die EU-Partner in der Eurokrise einem Spardiktat zu unterwerfen. Deutschland sei „ein Hegemonialstaat, der den anderen europäischen Ländern die Regel des Sparens und der Strenge diktiert“, sagte Berlusconi am Dienstag in einem Interview mit der italienischen Ausgabe der Internetzeitung „Huffington Post“. An Stelle des derzeitigen Regierungschefs Mario Monti wäre er weniger ein „Vasall Deutschlands“.

Berlusconi kritisierte, die Regierung in Berlin erkläre, dass durch Sparen die Schulden reduziert werden könnten. „Dies ist eine Illusion: Die Staatsschulden werden durch eine Erhöhung des Bruttoinlandsprodukts verringert, was Entwicklung und Wachstum bedeutet“, sagte Berlusconi, der im November wegen der Finanzkrise zurückgetreten war.

Mario Monti: Ein Vollstrecker unter Zeitdruck

Mario Monti

Ein Vollstrecker unter Zeitdruck

Auch wenn Montis Reformen die Bevölkerung des Landes schwer belastet hat – erste Erfolge sind bereits spürbar. Doch es bleibt viel zu tun. Und der Regierung Monti läuft die Zeit davon. Im Frühling stehen die Wahlen an.

Bei der Einführung des Euro seien Fehler gemacht worden; so sei zugelassen worden, dass er gegenüber dem Dollar aufgewertet wurde, sagte Berlusconi. Heute sei ein Ausstieg aus dem Euro aber schwierig.

Berlusconi warf seinem Nachfolger Monti vor, bei der Arbeitsmarktreform unter dem Druck der Linken eingeknickt zu sein. Zudem habe er lieber die Steuern erhöht, anstatt die Produktion und den Konsum zu fördern. „Wir hätten uns mehr Mut gewünscht“, sagte der Cavaliere, der zuletzt als Ministerpräsident wegen der Verschleppung wichtiger Reformen kritisiert worden war.

Berlusconi hat bisher nicht ausgeschlossen, bei der Parlamentswahl im Frühjahr 2013 erneut für seine Partei Volk der Freiheit zu kandidieren.

Von

afp

Kommentare (9)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Rene

25.09.2012, 12:41 Uhr

Die sollen doch ausgeben, so viel und an wen auch immer sie wollen..

Berlusconis & COs Problem ist, dass sei keines haben...

Curley

25.09.2012, 12:58 Uhr

Wir sollten es ganz anders machen, Rente wieder mit 60, 35-Stunden-Woche flächendeckend, 10 % mehr Lohn, 13. und 14. Monatsgehat und genau so das Geld verpreaasen wie die Pleitestaaten. Dann geht es uns Bürgern gut und wir haben kein Geld übrig um in den ESM einzuzahlen. Wenn die Kassen dann völlig leer sind beantragen wir Hilfen und Rettungspakete. Dass kriegen die Pleitestaaten endlich mal kein Geld mehr von uns. al sehen was sie dann sagen. Bitte, bitte Deutsche, spart wieder - wir brauchen doch euer Geld, damit wir weiter feiern können !!

Rechner

25.09.2012, 13:08 Uhr

O-Ton Berlusconi
--------------------
Berlusconi kritisierte, die Regierung in Berlin erkläre, dass durch Sparen die Schulden reduziert werden könnten. „Dies ist eine Illusion: Die Staatsschulden werden durch eine Erhöhung des Bruttoinlandsprodukts verringert, was Entwicklung und Wachstum bedeutet“
--------------------

Achso.

Durch Sparen kann man Schulden nicht verringern.

LOL!

Sondern durch Erhöhung des Bruttoinlandsprodukts!

ROFL!

Bunga-Bunga hat anscheinend in Matehmatik in der Schule geschwänzt. Sonst wüßte er, daß selbstverständlich mit BEIDEN Methoden die Schulden verringert werden können.

Bloß ist es eben EINFACHER, die Staatsausgaben zu reduzieren, als das Bruttoinlandsprodukt zu steigern.

Letzteres läßt sich nämlich nicht so einfach steigern. Es steigt vor allem nicht auf Zuruf oder auf Befehl.

Wenn das so einfach wäre, dann hätte es wahrscheinlich schon längst jeder gemacht.

Wachstum durch Verschuldung zu steigern war die Methode die alle Politiker liebten. Bloß stellt sich jetzt gerade heraus, daß das nicht nachhaltig funktioniert, sondern in die Schuldenfalle führt.

WEIL das Wachstum der letzten 10 Jahre überwiegend eine Schuldenblase war, wird es beim Ablassen der Schuldenblase natürlich auch wieder rückabgewickelt. Das Bruttoinlandsprodukt SINKT also.

NACHHALTIGES Wachstum des Bruttoinlandsprodukts gibt es nur durch steigende Produktivität oder Mehrarbeit.

Mehr arbeiten könnten die Italiener natürlich jederzeit, wenn sie wollten. Sie müßten nur ihre übertriebenen Lohnsteigerungen der letzten Jahre teilweise rückabwickeln, und die steigende Nachfrage nach ihren Produkten würde das Bruttoinlandsprodukt ebenfalls in die Höhe bringen. Ebenso könnten sie die Dienstleistungsmonopole beenden, und so für mehr Handel und Wandel sorgen.

Niemand hindert sie daran - und bestimmt nicht Merkel.

Die Möglichkeit Staatseinnahmen durch korrekte Abführung von Steuern zu erhöhen scheint Bunga leider überhaupt nicht zu berücksichtigen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×