Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.02.2013

15:16 Uhr

Euro-Krise

Brüderle warnt Paris vor „grandiosem Absturz“

Alle Augen sind auf Italien gerichtet, da macht der FDP-Fraktionschef noch einen Pleitekandidaten aus. Mit Frankreich stünde das zweitgrößte Euro-Land am Abgrund. Tatsächlich sind Frankreich und Italien eng verbunden.

Der Fraktionschef der FDP, Rainer Brüderle, im Bundestag. dpa

Der Fraktionschef der FDP, Rainer Brüderle, im Bundestag.

FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle hat sich besorgt über die wirtschaftliche Schwäche des Euro-Schwergewichts Frankreich gezeigt. „Die sind gerade dabei, grandios abzustürzen“, sagte Brüderle am Mittwoch in Berlin mit Blick auf die düsteren Konjunktur- und Defizitprognosen für das zweitgrößte Euro-Land.

In Italien müssten die Parteien nun die Kraft aufbringen, im Interesse des Landes neue stabile Regierungsverhältnisse zu schaffen. Ein Zurückdrehen der Reformprozesse in Rom wäre keine gute Entwicklung für Europa, sagte Brüderle weiter.

Tatsächlich mehren sich die wirtschaftlichen Hiobsbotschaften aus Frankreich. So ist die Arbeitslosigkeit im Januar auf den höchsten Stand seit 15 Jahren gestiegen. Die Zahl der registrierten, nach Beschäftigung suchenden Franzosen wuchs auf 3,17 Millionen.

Der seit Mai amtierende Präsident Francois Hollande gerät damit weiter unter Druck. Er will Industriejobs erhalten, muss aber gleichzeitig Ausgaben kürzen und Steuern erhöhen, um das Haushaltsdefizit in den Griff zu bekommen. Experten gehen davon aus, dass die Zahl der Arbeitslosen noch bis zu Beginn des kommenden Jahres steigen wird.

Zudem ist Frankreichs Wirtschaft besonders eng mit Italien verflochten. Nachdem das Wahlergebnis in Italien bekannt geworden war, war die Börse in Paris noch stärker eingebrochen als in Frankfurt. Bankentitel gaben sogar um rund fünf Prozent ein.

Italien ist für Frankreich nach Deutschland der zweitwichtigste Absatzmarkt für seine Güter. Auf 32 Milliarden Euro beliefen sich die französischen Exporte nach Italien im vergangenen Jahr. Klar an der Spitze der Handelspartner stand Deutschland mit 71,7 Milliarden Euro. Auch Krisenländer wie Spanien zählten zu den Top Fünf der französischen Exportmärkte. Bei den Importen lag Italien nach Deutschland, China und Belgien an vierter Stelle.

Die Abhängigkeit vom (süd-)europäischen Markt gilt als eine große Schwäche der französischen Wirtschaft. Kommt es in Ländern wie Spanien oder Italien wegen der Krise zu einem drastischen Rückgang der Nachfrage, dann trifft dies die Franzosen besonders stark.

Kommentare (7)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

27.02.2013, 15:15 Uhr

Der fünfte Bereich sind die Parteispenden.

Account gelöscht!

27.02.2013, 15:23 Uhr

Her Brüderle kennt sich aus mit grandosen Abstürzen: von 13% auf 4%.
Damit erschöpft sich aber auch die Kompetenz des Herrn von der Partei der Besserverdienenden.
Der rest ist Lobbywirtschaft. Andernorts bekannt unter Korruption.

IAMerika

27.02.2013, 15:25 Uhr

Wem der Kittel brennt, der zieht sich am letzten Grashalm hoch. So gesehen scheint diese Meldung eines Wirtschaftsminister würdig. Die fdp hat soviele Minister, da kommen BürgerINnen in der Tat noch öfters durcheinander, als denen lieb sein kann.

Was macht eigentlich Herr Rösler, bereitet der sich schon klammheimlich auf seinen Rücktritt vor? Nich auszudenken, wenn diejenigen Leistungsträger, für die Partei im pdf-Format die Nachricht versendet, wir haben fertig, weil Flasche leer.

So gesehen brennt den Franzosen erst richtig der Kittel, wenn dere Win alle, die Wurscht und das Baguette mit 100% Aufschlag unter die Menschen gejubelt wird.

Franzosen sind bekannt dafür, daß sie zuerst streicken und dann daran denken, wofür. In Deutschland wird erst eine angenehme Runde auserkoren, den Menschen näher bringen zu wollen, daß infolge der Geldentwertung ein Aufschlag auf die notwendigsten Dinge, den Streik erforderlich macht.

Nein, nicht alle in Deutschland werden sich über Streiks lustig machen, es sind nur diejenigen, welche am meisten davon profitieren, ergo immer wieder und beständig die Hand aufhalten, ungefähr so wie bei den Griechen.

Frankreichs Probleme eine Bredouille für Allemagne, mais oui, aber erst wenn es dort am eigenen Kittel brennt. Chapeau Frau Merkel, daß dies Ihnen alles nur so zufliegt. Ich fürchte es wird Sie in kürzester ZEIT daran erinnern wird, was RevolutionärINnen, die es zwar sagen sie seien es, aber in der Not noch nicht einmal denen näher stehen wollen, die sie darum bitten.

Aufhören beizeiten erspart die angesagte Bitternis, in jeder Form.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×