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29.08.2011

15:30 Uhr

Euro-Krise

Bundesregierung hält Banken für sicher

Die Bundesregierung sieht anders als die IWF-Chefin keinen dringenden Bedarf zur Stärkung des Eigenkapitals europäischer Banken. Allein die Vorkehrungen für stabile Euro-Staaten könnten eine Liquiditätskrise verhindern.

Die Banken-Hochhäuser in Frankfurt. Die Bundesregierung sieht keinen Bedarf für eine Stärkung des Eigenkapitals europäischer Banken. dpa

Die Banken-Hochhäuser in Frankfurt. Die Bundesregierung sieht keinen Bedarf für eine Stärkung des Eigenkapitals europäischer Banken.

BerlinAnders als die neue IWF-Chefin Christine Lagarde sieht die Bundesregierung keinen dringenden Handlungsbedarf zur Stärkung des Eigenkapitals europäischer Banken wegen der Schuldenkrise und der schwächeren Konjunktur. Die Bundesregierung teile die Ansicht von EZB-Chef Jean-Claude Trichet, dass die Vorkehrungen zur Stabilisierung der Euro-Staaten und zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit des Finanzsektors eine Liquiditätskrise im Bankensektor verhinderten, sagte eine Sprecherin des Finanzministeriums am Montag. Lagarde hatte am Wochenende gefordert, die Banken zu einer Rekapitalisierung zu zwingen.

„Wir sehen das Anliegen Lagardes, haben aber schon Maßnahmen ergriffen“, sagte die Sprecherin. Dabei verwies sie auf die neuen Eigenkapitalrichtlinien (Basel III). Falls in der Zukunft doch die Notwendigkeit entstehen würde, Banken zu stärken, stünde das Instrumentarium des verstärkten Euro-Rettungsschirms EFSF zur Verfügung. Dieser soll künftig Euro-Ländern Kredite zur Stützung ihrer Banken geben können.

Der Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) kritisierte Lagardes Forderung als „nicht sachgerecht und wenig geeignet, mehr Vertrauen in das internationale Finanzsystem zu erzeugen“. Eine bessere Abstimmung in der Analyse und Kommunikation zwischen den zuständigen Aufsichtsbehörden und dem Internationalen Währungsfonds wäre dringend erforderlich, sagte BVR-Vorstand Gerhard Hofmann zur Nachrichtenagentur Reuters. Die genossenschaftliche Finanzgruppe sei ausreichend mit Kernkapital ausgestattet und benötige keine politisch verordnete Kapitalzufuhr.

„Soweit bei einzelnen Banken ein Kapitalbedarf besteht, wäre es besser gewesen, geeignete Stabilisierungsmaßnahmen zu ergreifen als dies in der ohnehin angespannten Lage der Märkte öffentlich zu problematisieren“, sagte Hofmann. Lagarde hatte gesagt, die Banken in Europa müssten stark genug sein, um den Wachstumsproblemen und der Schwäche einiger Euro-Länder zu widerstehen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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dparvus

29.08.2011, 16:14 Uhr

Nun ist die Katze aus dem Sack. Frau Lagarde will Banken retten, notfalls unter Zwang.

Unsere Bundesregierung hält zwar die Banken für sicher, aber:

<„Wir sehen das Anliegen Lagardes, haben aber schon Maßnahmen ergriffen“, sagte die Sprecherin. Dabei verwies sie auf die neuen Eigenkapitalrichtlinien (Basel III). Falls in der Zukunft doch die Notwendigkeit entstehen würde, Banken zu stärken, stünde das Instrumentarium des verstärkten Euro-Rettungsschirms EFSF zur Verfügung. Dieser soll künftig Euro-Ländern Kredite zur Stützung ihrer Banken geben können.>
Handelsblatt vom 29.8.2011 online.

Wie Frau Lagarde will wie Frau Merkel notfalls direkt oder indirekt Mittel aus dem Rettungsschirm für die BANKENRETTUNG ausgeben. Die Bank leiht sich Geld von Staaten, damit sie dann die zwangsläufig notwendigen neuen Schulden der Staaten, Staatsanleihen ausgeben kann??? Geht es noch doller? Und das sollen unsere Parlamentarier abnicken. Für wie dumm hält man die denn?
Dem kann man nichts mehrhinzufügen. dparvus

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