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14.11.2011

18:59 Uhr

Euro-Krise

„Das schäbige Deutschland“

VonMatthias Thibaut

Die Briten lamentieren zunehmend bitter über die Euro-Krise. Offene Kritik an Deutschland wird zunehmend mit Erinnerungen an Hitler-Deutschland gewürzt.

Dem britischen Premierminister David Cameron ist Merkels Handeln offenbar zu zögerlich. dpa

Dem britischen Premierminister David Cameron ist Merkels Handeln offenbar zu zögerlich.

LondonDie Eurokrise lässt die Beziehungen zwischen Großbritannien und Deutschland in klirrende Kältezonen fallen. Premier Cameron steht unter wachsendem Druck, britische Interessen deutlicher auf der europäischen Bühne zu vertreten. Am Freitag will er zu Beratungen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Berlin kommen, reisen, getragen von wachsender Empörung der Downing Street über das zögerliche Vorgehen Deutschlands bei der Unterstützung des Euro und Kritik in seinem eigenen Land, er sehe der apokalyptischen Krise tatenlos zu.

 “Wenn die Führer der Eurozone ihre Währung retten wollen, muss mehr getan werden. Zusammen mit den Institutionen der Eurozone müssen sie jetzt handeln“ warnte Cameron in einer direkt auf Merkel und die EZB gemünzten Rede. Er fuhr fort, „hier in Großbritannien außerhalb der Eurozone müssen wir uns auf alles vorbereiten“. 

Die „Daily Mail“ zitierte am Wochenende einen „Nummer 10 Insider“ mit den Worten. „Merkel sitzt herum, bis wir die Apokalypse haben“. Der Guardian zitiert eine „hohe Regierungsquelle“: „Die Leute verstehen allmählich das schäbige Verhalten Deutschlands in dieser ganzen Geschichte“. 

Briten sehen Deutschland quer durch das Meinungsspektrum in der zentralen Verantwortung. „Als der Euro geboren wurde, schrieb Deutschland die Bedingungen fest. Zinsen wurden absurd niedrig angesetzt, um deutsche Exporte anzuheizen“, schrieb der altgediente Euroskeptiker Trevor Kavanagh am Montag in der „Sun“.

Das Argument, das fast durch das ganze Meinungsspektrum wiederholt wird, geht kurz zusammengefasst so: Deutschlands Eliten, wenn auch nicht das Volk, wollten den Euro. Deutschland hat von allen Ländern am meisten davon profitiert, insofern sein Wachstum in hohem Maße davon abhing, dass Länder wie Griechenland mit den für Deutschlands Wiedervereinigungsanstrengungen zu niedrig gehaltenen Zinsen Schulden machten, um deutsche Mercedes Autos zu kaufen. Nun weigere sich Deutschlands Regierung aus Populismus, für den Euro auch geradezustehen. 

„Deutschland hat den Penny der armen Ländern genommen, nun weigern sich seine Steuerzahler, in Form von Steuertransfers die Kekse auszuteilen und Arbeitslosigkeit und wirtschaftlichen Niedergang aufzuhalten“, schreibt der „Express“. Die euroskeptische Zeitung schmückt den Bericht mit Bezügen auf Reichsbankpräsident Walther Funk und seine Pläne einer „Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft“, „als „Europa zu Hitlers Füßen lag“.   

Überall wird diese Debatte nun von historischen Untertönen bestimmt. Die Briten gaben letzte Woche den vorgezogenen Abzug ihrer Rheinarmee bekannt, „ausgerechnet jetzt, wo Deutschland wieder durch ganz Europa marschiert“, wird insinuiert. Genüsslich wird ausgemalt, wie die Griechen die neue „deutsche Besetzung“ rezipieren: Begriffe wie Gauleiter finden wieder Umlauf. Der Karikaturist des „Daily Telegraph“ zeigt Merkel, wie sie am Generalstabstisch die Technokratenregierungen auf der europäische Landkarte herumschiebt, als seien es Panzerregimente. Merkel ist in Uniform Grün gekleidet, auch wenn sich der Zeichner die Naziuniform verkniffen hat. 

Kommentare (77)

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Account gelöscht!

14.11.2011, 19:07 Uhr

und darauf ein "der Euro vereint Europa"

Account gelöscht!

14.11.2011, 19:11 Uhr

was hat die EUR Krise mit Hitler zu tun.

Audit-for-you

14.11.2011, 19:12 Uhr

ich glaube nicht, das ein Land:

- was über Jahrhunderte die Welt terrorisiert hat (Kolonien)
- wo die Kronjuwelen aus der ganzen Welt geraubt wurden
- wo sich das Königshaus über Jahrhunderte durch das DROGENKARTELL finaziert hat

ein Recht hat, sich in die deutschen - udn Europa-Sachen einzumischen. Keiner hat die englicschen Piraten eingeladen, wäre an der Zeit, dass sie auf ihr Piratennest zurück gehen.
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