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02.11.2012

16:45 Uhr

Euro-Krise

Deutsche-Bank-Chefvolkswirt für weitere Griechen-Hilfe

Die bisherigen Maßnahmen reichen nicht aus, Griechenland muss durch ein drittes Hilfspaket gestützt werden. Zu diesem Schluss kommt laut einem Medienbericht David Folkerts-Landau, Chefvolkswirt der Deutschen Bank.

Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank ist für ein drittes Hilfspaket für Griechenland. AFP

Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank ist für ein drittes Hilfspaket für Griechenland.

DüsseldorfDer Chefvolkswirt der Deutschen Bank, David Folkerts-Landau, hat sich laut einem Medienbericht für ein weiteres Hilfspaket für Griechenland ausgesprochen. „Griechenland ist zahlungsunfähig“, sagte Folkerts-Landau der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Es sei bereits an der Grenze dessen, was politisch noch verkraftbar sei angekommen und könne daher die Sparanstrengungen nicht noch mehr verschärfen.

„Griechenlands braucht mehr Zeit, aber nur gegen strikte Auflagen“, sagte Folkerts-Landau im FAZ-Interview. Entweder müsse es ein weiteres Hilfspaket oder einen neuen Schuldenschnitt geben. An diesem Schuldenschnitt müssten sich aber auch die öffentlichen Gläubiger beteiligen, auch wenn das unmittelbar Verluste für die Steuerzahler bedeute.

Ein gestreckter Zeitplan für die Budget-Konsolidierung bedeute neue Finanzierungslücken. Wenn man den Euro in der jetzigen Form erhalten wolle, müssten die europäischen Länder und auch Deutschland das finanzieren, sagte Folkerts-Landau.

Bereits jetzt spaltet der Streit um weitere Unterstützung für das hoch verschuldete Griechenland die Euro-Länder. Trotz intensiver Gespräche zeichne sich bislang keine politische Einigung über neue Maßnahmen ab, um die Finanzierungslücke Athens zu schließen, berichteten EU-Diplomaten am Freitag in Brüssel. Ein für den 8. November ins Auge gefasstes Sondertreffen der Euro-Finanzminister werde voraussichtlich nicht nötig werden. „Wir haben keine politische Einigung, deshalb brauchen wir uns auch nicht zu treffen“, sagte ein EU-Diplomat.

Somit werden die Minister erst wieder zu ihrem regulären Treffen am 12. November zusammenkommen. Dann werden sie über die Freigabe der nächsten Kredittranche von 31,5 Milliarden Euro beraten. Ohne diese Hilfe wäre Griechenland noch im November pleite. Da die Euro-Länder einen Staatsbankrott und das Verlassen Griechenlands aus dem Euro ausgeschlossen haben, steht de facto aber fest, dass Athen das Geld auch bekommt.

Nach der Telefonkonferenz der Euro-Finanzminister am Mittwoch sind aber die Zweifel gewachsen, ob bis zum nächsten Treffen eine tragfähige Lösung zustande kommt. Als Optionen gelten ein erneuter Schuldenschnitt, weitere Hilfen des Euro-Krisenfonds ESM, Anleihenkäufe oder auch die Verlängerung der Laufzeiten von Krediten für Athen. Insbesondere Deutschland lehnt einen teilweisen Schuldenerlass unter Beteiligung der öffentlichen Gläubiger ebenso wie ein drittes Hilfspaket ab.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

02.11.2012, 17:18 Uhr

Dann soll doch Herr Volkerts-Landau mal eine größere Summe an Griechenland überweisen

Account gelöscht!

02.11.2012, 17:31 Uhr

GR aktuell
Mit einem Schuldenschnitt oder einem weiteren Hilfspaket soll nur wieder verschleiert werden, dass europäische Steuerzahler weiter für die Auslandsschulden der Griechen herhalten sollen.
Durch die verschleppte Insolvenz werden die Schulden aber immer höher.
Wie oft und wie lange denn noch?
Die Griechen wollen – vermutlich inzwischen sogar mehrheitlich – gar nicht gerettet werden. Dadurch verschlimmert sich die Situation nur noch. Die Schulden steigen, die Reformen werden WIEDER nicht vollzogen. Das Feilschen um die Auflagen findet ja nicht mit der Bevölkerung statt – die Troika feilscht mit der Regierungs-Koalition und die hat berechtigte Angst, bei den nächsten Wahlen in der Versenkung zu verschwinden.
Wenn die nächste Tranche ausgezahlt wird, bleibt alles beim Alten.
Es wird WIEDER nicht investiert.
Es wird WIEDER nicht reformiert.

Andernfalls würde Samaras seine Wähler – der Öffentliche Dienst – verlieren. Dort holt er seine Stimmen, dort darf er nicht entlassen und dort darf er nur wenig kürzen.
Das Land ist müde, die Bewohner sind in Agonie verfallen. Es bewegt sich gar nichts mehr, alle warten darauf, dass ENDLICH etwas passiert.

Würden die Löhne an die Produktion angepasst, gäbe es für alle nicht mehr als 300,-€. Davon KANN man nicht leben. Der Euro ist VIEL zu stark für GR.
Bitte sendet keine Hilfspakete mehr. Der Zustand hier in GR ist furchtbar, wir sind alle mutlos und erschöpft. Die Rettung ist entsetzlich für das Land. Gr braucht endlich eine eigene Währung, die man abwerten kann.

Korrupter_Banker

02.11.2012, 17:55 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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