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19.01.2012

14:11 Uhr

Euro-Krise

Dramatischer Endspurt in Athen

Griechenland steuert auf ein dramatisches Finale zu: Wenn die Verhandlungen mit den privaten Gläubigern nicht zum Wochenende abgeschlossen sind, droht der Staatsbankrott. Doch die Hedge Fonds geben sich widerborstig.

Dunkle Wolken über der Akropolis: Für Griechenland geht es jetzt um alles. dpa

Dunkle Wolken über der Akropolis: Für Griechenland geht es jetzt um alles.

AthenDie Hauptakteure im Ringen um Griechenlands finanzielles Überleben machen es spannnend. Der Chef des Internationalen Bankenverbandes IIF, Charles Dallara, und Ministerpräsident Lucas Papademos stehen nahezu ständig im Kontakt, um die Verhandlungen ihrer Experten über die Konditionen des Schuldenschnitts voran zu treiben. Am Donnerstag um 18 Uhr wollen sich die beiden Verhandlungsführer wieder an einen Tisch setzen. Der Zeitdruck ist gewaltig, der Ausgang bislang aber offen.

Zwar verlautet aus dem Umfeld des Regierungschefs, die Gespräche näherten sich dem Abschluss. Auch griechische Medien berichteten, die Verhandlungen zwischen Papademos und Dallara am Mittwoch Abend seien hart gewesen, befänden sich aber kurz vor einem Abschluss. Doch dabei kann es sich auch um Zweckoptimismus handeln. Aber spätestens beim Treffen der Euro-Finanzminister am Montag muss ein Ergebnis auf dem Tisch liegen.

Sollten die Verhandlungen über einen Schuldenschnitt und das neue Hilfspaket von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds im Volumen von mindestens 130 Milliarden Euro scheitern, steigt die Gefahr einer ungeordneten Pleite. Dann könnte das Land seine Rechnungen nicht mehr bezahlen – im Inland wie im Ausland.

Die Gläubiger Griechenlands (Stand: Januar 2012)

Kredite

Das Volumen der Kredite beläuft sich insgesamt auf 92 Milliarden und teilt sich folgendermaßen auf:

IWF: 20 Milliarden

Euro-Länder: 53 Milliarden

Sonstige: 19 Milliarden

Staatsanleihen

Gesamt: 260 Milliarden Euro, davon 55 Milliarden Euro bei der EZB

Bei griechischen Banken

40 Milliarden Euro (sollen umgeschuldet werden)

Bei anderen europäischen Banken

40 Milliarden Euro (sollen umgeschuldet werden)

Bei griechischen Sozialversicherungsfonds

30 Milliarden Euro (sollen umgeschuldet werden)

Bei europäischen Versicherungen

15 Milliarden Euro (sollen umgeschuldet werden)

Bei Fonds

Bei Investment-, Staats-, Pensions- und Hedgefonds sind es 70 Milliarden Euro (sollen umgeschuldet werden)

Das Gehalt für die öffentlichen Beschäftigten bliebe ebenso aus wie Rentenzahlungen und andere Leistungen des Staates. Gleichzeitig erhielten Kreditgeber im In- und Ausland keine Tilgungen und Zinsen mehr – was wiederum etliche von ihnen in existenzielle Probleme stürzen könnte. Es entstünde also eine – nicht auf Griechenland begrenzte – Kettenreaktion.

Papademos will sich nach Informationen des staatlichen Fernsehens ebenfalls noch am Donnerstag Abend mit den Vorsitzenden der drei Parteien treffen, die seine Regierung unterstützen. Im Mittelpunkt der Beratungen mit den Sozialisten, Konservativen und einer kleinen rechtsgerichteten Partei sollen nach übereinstimmenden Medienberichten die Verhandlungen über den Schuldenschnitt und weitere harte Sparmaßnahmen stehen.

Kommentare (10)

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MIRO

19.01.2012, 13:38 Uhr

Ich Bete darum, dass endlich der ersehnte Zusammenbruch kommt und die Politiker endlich mit den Realitäten in dieser Welt konfrontiert werden.Vorher gibt es keine Grundlage für einen Neuanfang.So schmerzlich er auch sein wird.Kommen wird er!

blubb

19.01.2012, 13:39 Uhr

Meine Prognose ist ja, dass wir zu Ostern mit "(massiven) Veränderungen der Eurozone" zu rechnen haben.
4 Tage sind ein verhältnismässig langes Wochenende.
S&P hat für die Herabstufungen ja auch gewartet bis das 3 Tage WE der Staaten began...

Wird lustig.

Account gelöscht!

19.01.2012, 13:44 Uhr

Es wäre ein Ende der Duldungs-Starre...besser als weiter in Dieser zu verharren.

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