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09.06.2012

11:21 Uhr

Euro-Krise

EU-Finanzminister beraten über Not-Patienten

Während Griechenland die Euro-Zone verlassen könnte, braucht Spanien nach IWF-Angaben mehrere Milliarden Euro an Hilfen. Was ist das richtige Vorgehen? Die EU-Finanzminister wollen telefonieren – noch heute.

Unter der Lupe: Spanien braucht Unterstützung - aber in welcher Form? dpa

Unter der Lupe: Spanien braucht Unterstützung - aber in welcher Form?

Washington/Madrid/BerlinDie Schwäche des spanischen Bankensektors und die anhaltende Krise in Griechenland bereiten der Eurozone weiter Kopfzerbrechen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) teilte am Freitag mit, die spanischen Banken bräuchten Finanzhilfen in Höhe von mindestens 40 Milliarden Euro. Für den Fall eines Ausstiegs Griechenlands aus dem Euroraum warnte die US-Ratingagentur Moody's unter anderem auch Deutschland vor einer Herabstufung seiner Bonität.

Der IWF teilte mit, der ermittelte Kapitalbedarf sei das Ergebnis eines Stresstests bei den spanischen Finanzinstituten. Eine IWF-Verantwortliche verwies zugleich darauf, dass der Wert nur die untere Grenze des Finanzbedarfs darstelle und höhere Zahlungen nötig sein könnten. Häufig sei das 1,5- bis Zweifache des errechneten Bedarfs notwendig, um Geldhäuser krisenfest zu machen.

Bisher will Madrid keine Darlehen aus dem Eurorettungsschirm EFSF beantragen. Berichte zu möglichen Verhandlungen über europäische Hilfen am Wochenende wies die spanische Regierung am Freitag unter Verweis auf die IWF-Untersuchungen zurück. Der niederländische Finanzminister Jan Kees de Jager schloss aber nicht aus, dass schon am Wochenende über die Lage des Landes verhandelt werden müsse.

Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger warnte davor, Spanien mit Hilfe des EFSF beizustehen. In einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte Bofinger: „Es bringt unter den derzeitigen Bedingungen nicht viel, wenn das Geld zunächst über den Staat geleitet wird und sich damit seine Schulden weiter erhöhen.“ Die Hilfe durch den Rettungsschirm sei mit einer Stigmatisierung verbunden. „Es wird danach für ein Land noch schwieriger, sich über die Märkte zu finanzieren.“
Bofinger plädiert hingegen für direkte Hilfe an die Banken. „Wenn man jetzt den spanischen Banken schnell und direkt hilft, liegt das auch im Interesse des deutschen Steuerzahlers“, sagte er. Die Krise der spanischen Banken könne das gesamte Bankensystem des Euroraums in eine Schieflage bringen. „Wahrscheinlich würden zunächst französische Banken ins Schlingern kommen und damit auch deutsche Institute.“

Angesichts der Bankenkrise in Spanien wollen die Finanzminister der Eurozone am Samstag um 16.00 Uhr MESZ eine Telefonkonferenz abhalten. Wie die Nachrichtenagentur AFP aus europäischen Regierungskreisen in Brüssel erfuhr, rechnet die Eurozone "jederzeit" mit einem Antrags Spaniens auf europäische Hilfsgelder. Wegen seiner Bankenkrise und der schwächelnden Wirtschaft gilt Spanien seit längerem als Kandidat für Hilfen aus dem Euro-Rettungsschirm EFSF.

Kommentare (22)

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Rainer_J

09.06.2012, 11:32 Uhr

In Griechenland kommen bald die Linksradikalen an die Macht und schuld ist der Euro.

Idiots_for_Eurobombs

09.06.2012, 11:47 Uhr

Die Rechten sind da auch gut dabei, lediglich die andere Seite der Medaille. Schuld ist da weniger der Euro als die Transferunion. Lediglich die ständigen Verstöße gegen den Vertrag von Maastricht haben zu der täglich auch für D immer bedrohlicher und unberechenbarer werdenden Situation geführt, in der wir uns nun befinden. Und währen Deutschland den steuerfrei bleibenden griechischen Oligarchen die Taschen mit deutschen Steuergeldern vollstopft, damit sie in Deutschland fleißig weiter Immobilien kaufen und die Preise hochtreiben können, haben wir selbst kein Geld für Schulden, Kindergärten, dringend erforderlichen Steuersenkungen etc. Und mit dem demokratiefeindlichen, verfassungswidrigen ESM, der demnächst abgenickt wird und gegen den viel zu wenige Bürger bisher Einspruch erhoben haben (z.B. Petition für den Bundestag oder Verfassungsklage Däubler-Gmelin, der sich jeder kostenlos anschließen kann), verlieren wir unsere Finanzhoheit und können bei willkürlicher Erhöhung der Abzocksummen noch nicht mal klagen, da der ESM und seine Mitglieder absolute Immunität gegenüber Parlamenten und Gerichten genießen. Eine deutsche Version des ESM kann man sich im Internet kostenlos runterladen. Infos gibts auch beim Bündnis Bürgerwille, bei der Partei der Vernunft, beim Bund der Steuerzahler etc. Überall dort kann man mitmachen.

Account gelöscht!

09.06.2012, 11:54 Uhr

Griechenland soll seinen Demagogen wählen der den Leuten vorlügt dass es einen leichten Weg gäbe. Ein letzter der zahlreichen Fehler die dieses Land gemacht hat. Und dann soll dieses Land mit der Drachme zur Hölle fahren. Es ist mehr als Zeit dafür. Lasst uns beten dass die Brandschutzmauern in Europa halten

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