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16.06.2012

14:06 Uhr

Euro-Krise

EZB-Banker werben für gemeinsame Bankenaufsicht

Führende Mitglieder der Europäischen Zentralbank haben für eine gemeinsame Bankenaufsicht in Europa geworben. Es müssten entschiedene Schritte für die Schaffung einer solchen Banken-Union unternommen werden, hieß es.

EZB-Experten fordern eine europäische Bankenaufsicht. dpa

EZB-Experten fordern eine europäische Bankenaufsicht.

Frankfurt/BerlinEine zentralisierte Aufsicht könnte verlorengegangenes Vertrauen in die Kreditwürdigkeit von Banken und Regierungen wiederherstellen, sagte das französische EZB-Direktoriumsmitglied Benoit Coeure laut eines am Samstag verbreiteten Redemanuskripts für eine Morgan-Stanley-Veranstaltung.

"Für systemrelevante Institute sollten wir eine gemeinsame europäische Bankenaufsicht schaffen", sagte auch der finnische Notenbankpräsident Erkki Liikanen in einem Interview der "Wirtschaftswoche". Von dieser Aufsicht wären etwa 30 Banken betroffen, die ihre Geschäfte vor allem grenzübergreifend führten. "Für diese Banken sollten wir ein gemeinsames europäisches Verfahren im Falle einer Abwicklung und eine gemeinsame Einlagensicherung schaffen", sagte Liikanen, der auch EZB-Ratsmitglied ist. Bei dem EU-Gipfel Ende Juni sollten ersten Vorschläge dazu diskutiert werden.

Benoit Coeure ist das französische EZB-Direktoriumsmitglied. dpa

Benoit Coeure ist das französische EZB-Direktoriumsmitglied.

Die Rufe nach der EZB als neue Aufsichtsbehörde für die europäischen Banken waren zuletzt angesichts der lange nicht erkannten Krise des Finanzsektors in Spanien lauter geworden. So brachte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Freitag erneut die Frankfurter Währungshüter für diese Rolle ins Spiel. Für die erst vor eineinhalb Jahren neu geschaffene und in London angesiedelte EU-Bankenaufsicht EBA könnte dies das Aus bedeuten. Ihr wird vorgeworfen, auch bei den Geldhäusern in Spanien den Finger nicht in die Wunde gelegt zu haben.

Soll die EZB über unsere Banken wachen?

Video: Soll die EZB über unsere Banken wachen?

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Die Pläne für eine zentralisierte Bankenaufsicht über die großen, internationalen Institute ist Teil des Vorstoßes der EU für eine "Bankenunion", die eine stärkere Kontrolle in Europa ermöglichen soll. Die stabileren Euro-Länder - allen voran Deutschland - fordern als Voraussetzung dafür aber eine EU-Fiskalunion, weil sie fürchten, dass ihre Steuerzahler dann ausländische Banken aus Schieflagen retten müssten, ohne dass sie Einfluss auf deren Heimatländer hätten. Scheitern könnte eine Verlagerung der Aufsicht zur EZB am Widerstand Großbritanniens, das seine Banken keiner zentralen Aufsicht unterstellen will.

Von

rtr

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

16.06.2012, 15:12 Uhr

Den folgenden Artikel fand ich bei http://www.solide-geld-anlagen.de/inflation.html

Der internationale Währungsfonds (IWF) hat sich offiziell dafür ausgesprochen, das Ziel der jährlichen Inflation auf 4 Prozent anzuheben. Die Europäischen Zentralbank (EZB) sah die Geldwertstabilität bisher bei einer jährlichen Inflation in Höhe von 2,0 Prozent gewährleistet. In Deutschland liegt die Inflation zur Zeit bei 2,6 Prozent, in der Eurozone sogar bei 3,0 Prozent. Die tatsächliche Inflation liegt natürlich längst weit darüber. Trotzdem erhöht die EZB den Leitzins nur sehr zaghaft. Einige führende US-Ökonomen haben sich sogar für eine jährliche Inflation von 5,0 bis 10,0 Prozent ausgesprochen, um die ausufernden Staatsdefizite in den Griff zu bekommen. Ben Bernanke hat erst kürzlich nach einer Fed-Sitzung bekannt gegeben, das die Leitzinsen noch bis mindestens Mitte 2013 auf dem derzeitigen Allzeittief von 0 bis 0,25 Prozent belassen werden. Die schleichende Enteignung der Staatsbürger beginnt. Das Aufkaufen von Staatsanleihen durch die Zentralbanken führt zwangsläufig zu Inflation, da die Gelder, die aus den Staatsanleihen abgezogen werden, in reale Werte fließen.

Sicherlich sind das alles bekannte Fakten.

Auch stand heute (16.06) in der FAZ ein interessanter Artikel von Prof. Ekkehard Wenger. Seite 19.
Das Gibt neuen Raum zum nachdenken !!!!!!

rxm

16.06.2012, 15:20 Uhr

Wenn die Bankenunion mit gemeinsamer Einlagensicherung kommt, wird hoffentlich die Liste der betroffenen Institute veröffentlicht werden. Ich will nämlich vorher mein Geld in Sicherheit bringen.

Eurowahn

16.06.2012, 15:22 Uhr

Seit 2008 dreht sich die ganze internationale Politik in der EU ausschließlic um die Banken. Die verlogenen Politiker sollen endlich den Banken das Handwerk legen. Aber was machen die ??? Noch einen Tender von einer Billion Euro für die Banken, weitere Hilfen.
Die Banken werden dadurch noch mächtiger und erpressen uns dann noch mehr !!
Und am Montag werden die EZB und alle Zentralbanken dann vielleicht wieder die Geldschleusen öffnen. Alles zu Lasten von uns Steuerzahler, die die ganzen Hilfen am Ende bezahlen werden. Und immer die Lüge, die Hilfe dienten dazu, damit die Banken Kredite vergeben können !! Die Hilfen dienen aussschließlich dazu dass Hedgefonds, Banken und Zocker ihr Geld nicht verlieren !!

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