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11.04.2013

14:59 Uhr

Euro-Krise

Finanzminister beraten Zypern und Bankgeheimnis

Am Freitag wollen sich die Euro-Finanzminister auf das nun detailliert ausgearbeitete Hilfsprogramm für Zypern einigen. Die pleitebedrohte Inselrepublik könnt bereits im Mai das erste Hilfsgeld bekommen.

Ein traditioneller Kaffee in Zypern. Die Euro-Finanzminister treffen sich am Freitag, um über Zypern zu entscheiden. dpa

Ein traditioneller Kaffee in Zypern. Die Euro-Finanzminister treffen sich am Freitag, um über Zypern zu entscheiden.

Brüssel/DublinDie Euro-Finanzminister wollen sich an diesem Freitag in Dublin auf das - nun im Detail ausgearbeitete - Hilfsprogramm für Zypern einigen. Von den zehn Milliarden Euro entfallen neun Milliarden Euro auf den europäischen Rettungsschirm ESM und eine Milliarde Euro auf den Internationalen Währungsfonds (IWF).

Die pleitebedrohte Inselrepublik im Mittelmeer muss eine Rosskur durchmachen, um die Hilfen zu erhalten, das betrifft insbesondere den maroden Bankensektor. Großanleger mit Kontenguthaben von über 100 000 Euro werden zur Kasse gebeten. Nach der Grundsatzeinigung auf das Programm müssen noch nationale Parlamente zustimmen, auch der Deutsche Bundestag. Das erste Geld könnte im Mai fließen.

Ein weiteres Thema der Euro-Kassenhüter bei ihrem informellen Treffen ist die Lage in Portugal. Dort sind neue Sparbeschlüsse nötig, um die Vorgaben der internationalen Geldgeber einzuhalten. Die Verfassungsrichter in Lissabon hatten einige Sparbeschlüsse der Regierung von Ministerpräsident Pedro Passos Coelho gekippt. Die Euro-Kassenhüter könnten über längere Laufzeiten für Hilfskredite an Portugal und Irland entscheiden - die beiden Krisenländer wünschen dies seit längerem, weil sie Tilgungs- und Zinslasten auf einen längeren Zeitraum verteilen wollen.

Welche Euro-Staaten das Zypern-Virus in sich tragen

Slowenien

Laut dem Internationalen Währungsfonds (IWF) haben slowenische Banken etwa sieben Milliarden Euro an faulen Krediten in ihren Büchern stehen - eine Summe, die 20 Prozent des BIP des Landes ausmacht. Seit Monaten wird daher regelmäßig darüber spekuliert, ob der Adria-Staat als nächstes Land unter den Euro-Rettungsschirm flüchten müsse; im vergangenen Sommer waren die Anzeichen dafür besonders akut.

Wie gefährdet ist der Staat?

Slowenien hat eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, die dem Land mehr Luft an den Finanzmärkten verschafften. So wurde eine Bad Bank beschlossen, in die toxische Papiere der Banken ausgelagert werden sollen. Die Ratingagentur Fitch sah in ihrem jüngsten Länderblick auf Slowenien von vor wenigen Tagen daher nicht mehr unmittelbar das Risiko, dass die frühere jugoslawische Teilrepublik internationale Finanzhilfe beantragen muss. Unter einer Voraussetzung: dass die neue Mitte-Links-Regierung in Ljubljana den Reformkurs fortsetzt und den Bankensektor noch stärker an die Kandare nimmt. Vor allem müsse die Rekapitalisierung der Banken vorangetrieben werden. In Slowenien wird im zweiten Jahr in Folge in 2013 mit einer Rezession gerechnet.

Luxemburg

Der Kleinstaat gilt eigentlich als wirtschaftlich grundsolide, die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bescheinigte ihm in einem Bericht vom Dezember das höchste Pro-Kopf-Einkommen der OECD-Staatengruppe. Zudem sei Luxemburg vergleichsweise gut durch die Finanz- und Wirtschaftskrise gekommen. Doch die OECD mahnte auch, dass das Land trotz bereits umgesetzter Regulierungen im Bankenbereich zu stark von seinem riesigen Finanzsektor abhängig sei, der ein Drittel des BIP erwirtschaftet - zum Vergleich: Auf Zypern waren es 45 Prozent.Die luxemburgischen Banken gelten freilich als weit seriöser als die zyprischen. Sie litten laut OECD kaum unter der Finanzkrise, weil ihnen als "sicherer Hafen" manche Anlagegelder zuflossen.

Wie gefährdet ist der Staat?

Ein schwere Verschärfung der Eurokrise könnte auch das luxemburgische Geschäftsmodell ins Wanken bringen, die Einlagen bei Banken und Investmentfonds übersteigen das BIP um ein Vielfaches. Das kleine Luxemburg könnte die Banken dann aus eigener Kraft nicht retten - ganz zu schweigen von den internationalen Schockwellen. Allein bei der Rettung der maroden Dexia-Bank gab Luxemburg 2011 eine Garantie von 2,55 Milliarden Euro oder 8,5 Prozent seines Bruttosozialproduktes ab.

Malta

Der winzige Inselstaat im Mittelmeer rühmt sich, die Eurokrise zuletzt weit besser als andere Euroländer überstanden zu haben. Die Arbeitslosigkeit liegt bei lediglich sechs Prozent, das Wachstum erreichte im vergangenen Jahr 1,5 Prozent und das Defizit konnte auf 2,3 Prozent und damit sogar unter die Drei-Prozent-Grenze der EU gedrückt werden.

Wie gefährdet ist der Staat?

Malta wird immer wieder als möglicher Wackelkandidat im Euroraum genannt. Der Grund: Die Entwicklung war vorher über Jahre weit negativer, der Schuldenstand ist immer noch zu hoch und der Finanzsektor ebenfalls viel zu aufgebläht.

Angesichts der neu aufgeflammten Debatte über internationale Steuerflucht werden die europäischen Finanzminister nun auch darüber sprechen. Mit Entscheidungen wird aber nicht gerechnet.

Luxemburg hatte angekündigt, sein Steuergeheimnis für Anleger aus anderen EU-Staaten ab 2015 aufzuweichen. Auch Österreich signalisierte seine Bereitschaft zur Abschaffung des Bankgeheimnisses für Ausländer. Beide Länder blockieren bisher die Neufassung der seit 2005 laufenden grenzüberschreitenden Zinsbesteuerung in der EU.

Im weiteren Verlauf des Freitags und am Samstag werden die Kassenhüter aller 27 EU-Staaten zusammenkommen. Ein wichtiges Thema wird die sogenannte Bankenunion sein - mit einer besseren Aufsicht und neuen Regeln für Geldhäuser will die EU für mehr Vertrauen an den Finanzmärkten sorgen.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Ungeziefer

11.04.2013, 15:17 Uhr

Lasst euch weiter verarschen von euren Politikern und den Kakerlaken in Brüssel .......

http://www.goldseiten.de/artikel/167910--Zypern-Chaos-foerdert-EU-Zentralisierung-.html

Account gelöscht!

11.04.2013, 17:05 Uhr

Zypern will mehr Geld von der EU
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"Die Rettung Zyperns wird fast sechs Milliarden Euro teurer als gedacht."

Aber die "Rettung" ist "alternativlos"!

Aber die Zyprioten sind nach den Luxenburgern die reichsten in der "Eurozone"!
Deshalb müssen sie auch von den "Ärmsten" - das sind die Deutschen - "gerettet" werden.

r-tiroch@t-online.de

11.04.2013, 18:43 Uhr

weil sie 5,5 MRD mehr brauchen als gedacht, sind wohl zuviele über 100.000.-€ abgehauen, gell?

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