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09.01.2012

06:57 Uhr

Euro-Krise

Großbritannien will Euro-Ländern entgegenkommen

Beim Euro-Gipfel Ende Januar könnte es erneut zu Konflikten zwischen Großbritannien und den Euro-Ländern kommen. In einem Punkt signalisiert die britische Regierung allerdings Kompromissbereitschaft.

Großbritanniens Premierminister David Cameron. Reuters

Großbritanniens Premierminister David Cameron.

Vor dem Treffen von Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy am heutigen Montag signalisiert Großbritannien überraschend Kompromissbereitschaft gegenüber den Euro-Ländern. Wie die britische Finanzzeitung "Financial Times" schreibt, könnte die britische Regierung nun doch bei der angestrebten Kapitalerhöhung des Internationalen Währungsfonds (IWF) mitziehen.

Premierminister Cameron hatte dies zunächst abgelehnt. Viele Abgeordnete seiner europaskeptischen konservativen Partei lehnen Hilfen für die Euro-Länder strikt ab. Laut britischen Regierungskreisen könnte sich diese Haltung aber ändern, wenn andere wichtige Länder wie China oder Japan ebenfalls den IWF bei der Hilfe für die Euro-Länder unterstützen.

Die Euro-Länder hatten Anfang Dezember beschlossen dem IWF zusätzliches Kapital zur Stützung der Euro-Krisenstaaten zur Verfügung zu stellen. Die 27 EU-Länder sollen dazu nach den Plänen 200 Milliarden Euro beitragen. Hiervon sollte Großbritannien 30 Milliarden Euro beisteuern.

Weniger Kompromissbereit zeigt sich die britische Regierung hingegen beim Thema Finanztransaktionssteuer. Der britische Premierminister David Cameron lehnte die Steuer am Wochenende erneut vehement
ab. Frankreich hatte angekündigt, diese notfalls auch im Alleingang einführen zu wollen. Sarkozys Berater Henri Guaino hatte am Freitag betont, dass Paris gerne zusammen mit Berlin handeln wolle. „Aber Frankreich ist auch bereit, voranzugehen.“

Die Bundesregierung will eine Entscheidung noch im ersten Halbjahr, favorisiert aber ein Vorgehen zumindest der Länder der Euro-Zone. Eine gemeinsame Position der beiden Länder wurde bisher angesichts dieser Differenz erst zum deutsch-französischen Ministerrat Anfang Februar erwartet.

Das Treffen Merkels und Sarkozys am heutigen Montag ist der Auftakt für die Vorbereitung des EU-Sondergipfels Ende Januar, der sich ebenfalls mit dem Thema eines besseren Wachstums in der EU beschäftigen soll, zumal derzeit die Volkswirtschaften vieler Euro-Länder in eine Rezession abgleiten. Merkel und Sarkozy treffen am 20. Januar auch mit Italiens Regierungschef Mario Monti zusammen.

Kommentare (6)

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Pro-D

09.01.2012, 08:50 Uhr

Muss schlimm sein für die Engländer, dass EUropa zeigt, dass es auch ohne die netten Bewohner dieser vollkommen unwichtigen Insel geht. Und mit der Tansaktionssteuer wird dann auch das ende der CITY eingeläutet und wer will dann noch über den Ärmelkanal??

Wie auch immer England sitzt am Katzentisch

kurtruedigernoll

09.01.2012, 08:50 Uhr

Der IWF soll dazu mißbraucht werden, das Bail-Out-Verbot zu umgehen. Das was sich die Menschen in unserem Land an Ersparnissen mühsam erarbeitet und zurückgelegt haben, wird von unserer Regierung, unter Zustimmung der Opposition, in einer verbrecherischen Art und Weise, gegen die vertraglichen Vereinbarungen von Maastricht und Lisabon, gegen das GG und gegen alle haushaltsrechtlichen Vorgaben, verschleudert. Die Menschen werden über die Wirkungsweise, die Größenordnung der Bail-Out-Beträge, hinsichtlich alternativer Lösungsmöglichkeiten der EURO-Krise als auch der grundsätzlichen Unmöglichkeit eine "Einheitswährung" für höchst unterschiedliche Staaten aufrechterhalten zu können auf das schamloseste belogen. Hinzu kommt, dass Merkel mit unnötigen finanziellen Verpflichtungen Deutschlands zur Rettung französischer Banken beiträgt, um Sarkotzy in seinem Wahlkampf zu unterstützen - wohl in der Hoffnung, dass "running Inch" sie im nächsten Jahr unterstützten möge. Nirgendwo wird deutlicher, in welcher Art und Weise sich Politiker die Staaten zur Beute gemacht haben. Dieses ganze Pack um Merkel und Schäuble steht unter dringendem Verdacht sich des Hochverrats schuldig gemacht zu haben.

Zecke

09.01.2012, 09:27 Uhr

Mächtig ist der Starke nur allein. Grossbrittanien ist nicht wichtig für die Zukunft Europas, sondern ist ein Hemmschuh und eine Bremse.

Krakehler als der dritten Reihe sollten entweder ignoriert werden, oder ausgeschlossen werden aus der EU.

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