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21.09.2011

20:53 Uhr

Euro-Krise

Radikales Sparen in Griechenland

Mit aller Macht kämpft Griechenland um sein Überleben und hat ein weiteres Sparpaket beschlossen. Das wird besonders die Rentner hart treffen. Drastisch soll zudem im öffentlichen Dienst gekürzt werden.

Eine Demonstration in Griechenland gegen die Sparpläne der Regierung. dpa

Eine Demonstration in Griechenland gegen die Sparpläne der Regierung.

Athen/WashingtonIm Kampf gegen die drohende Staatspleite hat die griechische Regierung ein neues, radikales Sparprogramm beschlossen. Tausende Stellen im Staatsdienst sollen gestrichen werden, Renten und Löhne im staatlichen Bereich sowie Steuerbefreiungen gekürzt werden, wie der griechische Regierungssprecher am Mittwochabend bekanntgab. Damit will Athen die dringend benötigten Milliarden-Hilfen von EU und IWF ergattern. Unterdessen werden die Belastungen für die europäischen Banken durch die Euro-Schuldenkrise immer größer.

Die Risiken in den Bankbilanzen in der EU sind nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds bereits auf 300 Milliarden Euro gestiegen. 200 Milliarden davon rührten direkt von Anleihen der Euro-Schuldenkrisen-Staaten, heißt es im jüngsten IWF-Bericht zur Stabilität des Weltfinanzsystems, der am Mittwoch in Washington vorgelegt wurde. Etwa 100 Milliarden Euro kämen noch einmal durch Finanzverbindungen zwischen den Banken selbst hinzu. IWF-Chefin Christine Lagarde war erst kürzlich mit ihrer Forderung, Europas Banken bräuchten dringend finanzielle Unterstützung auf heftige Kritik in der EU gestoßen.

In Griechenland sollen laut Regierungssprecher 30.000 Beamte und andere Staatsbedienstete zunächst in eine sogenannte Arbeitsreserve geschickt werden. Dies bedeutet, dass sie für höchstens zwölf Monate 60 Prozent ihre Einkommens erhalten sollen. Anschließend soll eine unabhängige Behörde entscheiden, wer endgültig entlassen werden sollen. Betroffen seien etwa drei Prozent der Staatsbediensteten. „Wir wollen feststellen, wie viele Staatsbedienstete wirklich überflüssig sind.“

Zu den Rentenkürzungen hieß es, wer bis zu 1200 Euro Rente bekomme, solle keine Verluste haben. Beträge, die über 1200 Euro hinausgehen, sollen um 20 Prozent reduziert werden. Rentner, die unter 55 Jahre alt sind, sollen bis 1000 Euro keine Verluste haben. Hier gilt: Alles, was darüber hinausgeht, wird um 40 Prozent gekürzt.

Kommentare (12)

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Rainer_J

21.09.2011, 20:04 Uhr

Bald haben wir Bürgerkrieg in Griechenland. Schuld ist alleine die Fehlkonstruktion Eurozone und Eurofanatiker, die wie Adolf Hilter nicht wissen wann es gut ist.

Account gelöscht!

21.09.2011, 20:15 Uhr

Was will uns dieser Schwachsinns-Kommentar saqen?

alessandro

21.09.2011, 20:16 Uhr

Griechenland kann man bald eh nur noch mit einer Diktatur regieren falls kein Euro Austritt erfolgt und das Volk weiter unter dem Schulden absparen leiden muss.
Sie haben Recht, Bürgerkrieg so oder so ähnlich wird es kommen.
In Deutschland geht niemand auf die Strasse solange es genügend Opiate und Hartz4 gibt. In Frankreich könnte es bald auch ungemütlich werden. Die haben eine latente Demonstrations Mentalität, wenn dort gespart werden muss geht es rund.
Es bleibt spannend im Euro Konkurs Drama - der Winter wird heiss wie es auf RTL bei den Blockbuster Ankündigungen heisst ;-)

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