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18.01.2012

15:06 Uhr

Euro-Krise

Schwellenländer sollen Feuerkraft des IWF stärken

IWF-Chefin Lagarde drängt hartnäckig, den Fonds besser auszustatten, um in der Euro-Krise intervenieren zu können. Im Gespräch mit zahlungskräftigen G20-Ländern werden erstmals konkrete - und hohe - Summen genannt.

IWF-Chefin Christine Lagarde. Reuters

IWF-Chefin Christine Lagarde.

DüsseldorfDer Internationale Währungsfonds (IWF) will seine Kreditressourcen offenbar um 500 Mrd. Dollar erhöhen. Damit wolle der Fonds sich wappnen, um die Weltwirtschaft gegen eine mögliche Verschlimmerung der europäischen Schuldenkrise abzusichern, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg mit Bezug auf einen Vertreter eines G20-Landes.

In vertraulichen Gespräche verhandele der IWF demzufolge derzeit mit den Schwellenländern China, Brasilien sowie mit Japan und einigen Ölexportländern. Diese solventen Länder sollten die größten Beiträge für die verstärkte Feuerkraft beisteuern. Auch die Europäische Union sowie Krisenländer wie Griechenland hatten sich um die Unterstützung dieser Länder bemüht, allerdings mit sehr begrenztem Erfolg. Der IWF wolle eine Vereinbarung dazu auf der Tagung der G20-Finanzminister und Zentralbanker am 25./26. Februar in Mexico City festzurren, heißt es weiter. Schon in dieser Woche treffen sich die stellvertretenden Finanzminister in Mexiko.

IWF-Chef Christine Lagarde hatte zuvor gesagt, ihre Mitarbeiter prüften Möglichkeiten, die Kriegskasse des Währungsfonds von derzeit 385 Mrd. Dollar auszuweiten - hatte das Volumen aber offen gelassen. Die Euroraum-Länder haben bereits Zusagen über 150 Mrd. Euro gegeben. Deutschland soll über die Bundesbank 45 Milliarden Euro tragen. Nicht-Eurostaaten sollten 50 Milliarden Euro beisteuern.

Das bisher zögerliche Großbritannien hatte zuletzt Entgegenkommen signalisiert. Die USA sind hingegen bis zuletzt bei ihrer strikten Ablehnung geblieben. Russland will vor dem Präsidentschaftswahlen im März keine Entscheidung treffen. Ende vergangenen Jahres hatten die Regierungschefs der G20-Staaten noch eine Aufstockung abgelehnt.

Sollte es zu einer Aufstockung kommen, dann dürfte wohl vor allem Italien profitieren. Italien wäre zu groß, um durch die bisher üblichen Programme von EU und IWF abgesichert zu werden. Die Gesamtverschuldung Italiens liegt bei knapp zwei Billionen Euro. An den Anleihemärkten wurde die Nachricht positiv aufgenommen. So gingen insbesondere die Risikoaufschläge für italienische Anleihen nach der Meldung zurück.

Das IWF-Direktorium hatte am Dienstag Lagardes Plan gebilligt, die seit einiger Zeit einen größeren finanziellen Spielraum für den IWF fordert. Das Leitungsgremium habe beschlossen, dem Fonds genug Mittel für die Überwindung der "aktuellen globalen Wirtschaftsschwäche" und die damit einhergehende "regionale Herausforderungen" zur Verfügung zu stellen, sagte Lagarde in Washington. In der IWF-Führung habe es zahlreiche Stimmen dafür gegeben, die Krise in der Euro-Zone einzudämmen, erklärte Lagarde weiter.

"Die größte Herausforderung besteht darin, angemessen auf die Krise zu reagieren. Viele geschäftsführende Direktoren haben die Notwendigkeit und die Dringlichkeit von kollektiven Maßnahmen zur Eindämmung der Schuldenkrise im Euroraum und zum Schutz der Volkswirtschaften rund um den Globus unterstrichen", zitiert Bloomberg aus einer per E-Mail verbreiteten Erklärung Lagardes.

Kommentare (10)

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Brasil

18.01.2012, 13:28 Uhr

Als Brasilien Wahlbürger kann ich nur hoffen, dass sich dieses Land nicht an diesem Abenteuer beteiligt! Wenn doch, dann mit Absicherung durch reale Werte. Wie ich die Politik hier kenne und die der Chinesen ein wenig, wird nichts gehen, ohne eine solche werthaltige Absicherung!
Eine solche Sicherheit dürfte jedoch der IWF nicht zu bieten haben, so gehe ich mal davon aus, dass wenn es zum Schwur kommt, diese Refinanzierung über den IWF sich WIEDER in Luft auflösen wird! Zu hoffen wäre es!

Beguenstigung-im-Amt

18.01.2012, 13:50 Uhr

Eine korrupte Hyäne auf dem Weg, die französische Krankheit in alle Welt zu tragen

Lupo

18.01.2012, 13:50 Uhr

Europa sollte sich schämen, Länder wie Brasilien und China um Geld anzubetteln. Diese Länder haben große Opfer für ihren Erfolg gebracht und sollen jetzt die transferverwöhnten PIIGS weiter fettmachen. Irgendwie haben sich die Maßstäbe komplett verschoben...

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