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05.06.2012

17:13 Uhr

Euro-Krise

„Spaniens Tür zum Markt ist zu“

Nun gesteht auch Finanzminister Montoro offen ein, dass Spanien faktisch von den Finanzmärkten abgeschnitten ist. Das treibt die Spekulation über eine weitere Eskalation der Krise an - und setzt G7 sowie EZB unter Druck.

Der spanische Finanzminister Cristobal Montoro. Reuters

Der spanische Finanzminister Cristobal Montoro.

Madrid/BerlinSpanien hat offen Probleme bei der Refinanzierung über die Finanzmärkte eingeräumt und so die Spekulation über eine weitere Eskalation der Krise angeheizt. Die Märkte seien zu den derzeitigen Zinsen de facto für Spanien nicht mehr zugänglich, sagte Finanzminister Cristobal Montoro dem Radiosender Onda Cero. Dieses Eingeständnis drückte den Euro und sorgte für neue Verluste an den Aktienmärkten.

Finanzprofis setzten ihre Hoffnungen auf neue Schritte der führenden Industrieländer G7 und der Europäischen Zentralbank (EZB). Die G7 wollten Kreisen zufolge in einer Telefonkonferenz zur Krise ihr weiteres Vorgehen abstimmen. Teilnehmen sollten nach Angaben Kanadas Finanzminister und führende Zentralbankvertreter aus den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan und Kanada. Die EZB berät am Mittwoch über die Geldpolitik in der Euro-Zone. In der Gruppe der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) gibt es Bestrebungen, Deutschland und andere finanzstarke Länder zu mehr Wachstumsimpulsen zu bewegen, wie die Nachrichtenagentur Reuters erfuhr.

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„Der Risikoaufschlag bedeutet, für Spanien ist die Tür zum Markt geschlossen“, sagte Montoro. „Der Risikoaufschlag sagt, dass wir als Staat ein Problem haben, den Markt anzuzapfen, wenn wir unsere Schulden refinanzieren müssen.“ Weder Deutschland noch Frankreich hätten das Land gedrängt, einen Antrag für internationale Hilfen zu stellen, sagte er zudem und dementierte damit anderslautende Presseberichte. Der nächste Härtetest steht für Spanien voraussichtlich am Donnerstag an: Das Land will durch den Verkauf von neuen Anleihen bis zu zwei Milliarden Euro aufnehmen.

Kommentare (51)

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abcdefg

05.06.2012, 13:10 Uhr

Es ist im Prinzip ganz einfach. Die Krise wird so lange anhalten, wie der schon oft beschriebene Geburtsfehler des Euro besteht. In einem Portfolio von 15 Euroländern werden niemals alle Staaten gleichzeitig die Konvergenzkriterien erfüllen. Der Stabilitätspakt wirkt zukünftig krisenverschärfend, da ihn auch starke Länder wohl nur mit Problemen einhalten werden können udn die wirtschaftliche Sinnhaftigkeit der gewählten Grenzen zu hinterfragen ist. Die Politik muss sich daher klar werden, ob sie eine politische Union will, oder nicht und sie muss vor allem beurteilen können, ob ihre Bürger das mittragen wollen, oder nicht. Ohne politische Union keine Zukunft des Euro. Auf Basis der derzeit in der EU bestehenden undemokratischen und korrupten Strukturen wird es aber keine Zustimmung der Bevölkerung zu einer weiteren Integration bzw. Aufgabe nationaler Souverinität geben, es sei denn, man schafft eine echte parlamentarische Demokratie mit handlungsfähigen Politikern statt belasteten Barrrosos oder Leichtgewichten wie Ashton. Der Fisch fängt vom Kopf her zu stiken an und man darf daran erinnern, dass vor nicht all zu langer Zeit die komplette Eu-Kommission wegen eines Korruptionsskandals zurückgetreten wurde. Die Krise könnte längst beendet sein, wenn nicht zweitklassige und oft wenig integre Strategen statt echter Könner am Werk wären.

Beo

05.06.2012, 13:19 Uhr

Spanien hat die Kriese selber kreiert. Jeden Tag jammern und fligen zu Big Daddy in die USA um ueber Merkel zu petzen...
Die wollen einfach nicht fuer ihre Banken bezahlen, das soll jetzt "Europa" solidarisch bezahlen. Dabei hat Spanien gut an der Immobilienblase verdient (Steuereinnahmen der Banken, Immobilien Firmen, etc) und dabei immer schoen weggeguckt wie die Banken ihre Aktiva bewerten....

Account gelöscht!

05.06.2012, 13:19 Uhr

Vielleicht sollten die Euroländer einfach mal eigene Plattformen schaffen, über die sie die Gelder anfordern. Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Masse der Bürger innerhalb Spaniens und innerhalb der EU leicht auf mehrere Milliarden käme und mit weniger Zinsen leben könnten.

Eine Seite mit 3 Schritten und schon ist das Geld per Paypal überwiesen. Und für den Anleihenhandel nutzt man noch ein Authcode-System wie es bei Internetdomains angewendet wird und den Rest überlässt man Dritten.

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