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13.03.2012

07:42 Uhr

Euro-Krise

Weidmann fordert erneut Reformen

Bundesbankpräsident Weidmann will den Staaten der Eurozone die notwendigen Reformen ins Gedächtnis rufen. Die Hilfsmaßnahmen der Notenbanken seien befristet und damit nicht die langfristige Lösung der Krise.

Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann. dapd

Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann.

FrankfurtBundesbank-Präsident Jens Weidmann hat von den Eurostaaten erneut Reformen der Finanz- und Wirtschaftspolitik gefordert. Die Sondermaßnahmen der Notenbanken der Eurozone seien begrenzt und befristet und sie dürften keinesfalls einen Vorwand liefern, die notwendigen Reformen aufzuschieben, schrieb Weidmann in einem Gastbeitrag in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

„Für mich ist es ein zentrales Anliegen, dass hierdurch keine Stabilitätsrisiken entstehen, etwa wenn der Eindruck entstünde, die Geldpolitik gerate ins Schlepptau der Finanzpolitik.“ Weidmann forderte ein zügiges Konzept, wie die derzeit sehr umfangreiche Unterstützung der Banken wieder zurückgefahren werden kann.

„Die Risiken, die das Eurosystem übernimmt, sind zu einem gewissen Grad unvermeidlich, aber wir setzen uns mit Nachdruck dafür ein, dass sie in vertretbaren Grenzen bleiben“, erklärte Weidmann. „Dazu trägt auch bei, dass das Eurosystem zügig ein Konzept entwickelt, wie die umfangreiche Liquiditätsversorgung durch die Notenbanken zeitgerecht zurückgeführt wird, damit daraus keine Inflationsgefahr entsteht.“

Der Schlüssel zur Lösung der Krise liege am Ende nicht bei den Notenbanken, sondern bei den Mitgliedstaaten. Der seit Mai vergangenen Jahres amtierende Bundesbank-Präsident und frühere wirtschaftspolitische Berater der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) betonte erneut, dass Geld- und Finanzpolitik strikt zu trennen und hierbei insbesondere das Verbot der monetären Staatsfinanzierung zu achten sei. „Es ist nicht Aufgabe der Geldpolitik, marode Banken künstlich am Leben zu erhalten oder die Zahlungsfähigkeit von Staaten abzusichern“, schrieb er. Weidmann gilt im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) als Mahner vor einer zu expansiven Geldpolitik.

Von

dpa

Kommentare (6)

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POPPER

13.03.2012, 11:06 Uhr

Wenn Herr Weidmann das tatsächlich meint, was ihm der Artikel unterstellt, dann hätten wir in der Tat einen hilflosen, eindimensionalen Denker an der Spitze der Notenbank. Die EZB sei nicht dazu da "marode Banken künstlich am Leben zu halten oder die Zahlungsunfähigkeit von Staaten abzusichern". Ja warum tut es dann jede andere Zentralbank in der Welt. Soll Herr Weidmann bis heute nicht begriffen haben, dass diese Haltung einer der Grundfehler der Eurozone ist. So lernresistent kann ein Banker gar nicht sein - oder doch?

braverBuerger

13.03.2012, 11:44 Uhr

Ich habe erst Ironie und dann Sarkasmus im Kommentar gesucht. Trotz aller Anstrengungen keine gefunden.
Sie meinen also allen Ernstes, die EZB ist dazu da, unlimitiert Geld zu drucken weil das alle tun? Wow, starkes Argument. So jetzt ich mit dem Megaargumentenkonter: Millionen Fliegen können nicht irren, oder doch?
Haben Sie sich schon mal gefragt, was Geld ist und wie es entsteht? Geld ist ein bedrucktes Stück Papier mit dem Versprechen dafür etwas zu erhalten. Geld lebt also vom Vertrauen. Was machen Sie, wenn Sie merken, daß das Geld in Ihren Händen durch unlimitiertes Geld drucken immer weniger wert ist. Warum baut China seine Dollarreserven ab? Warum versuchen die USA krampfhaft den US-Dollar als Weltleitwährung zu erhalten?
Ich für meinen Teil möchte nicht, daß ich durch unlimitiertes Gelddrucken kalt enteignet werde. Ich möchte nicht, daß Verluste sozialisiert werden. Ich möchte nicht, daß über das Geldsystem eine ständige Umverteilung von unten nach oben stattfindet, Sie etwa? Dann müssen Sie nur weiter Draghi als Idol feiern. Andere, unter anderen auch Weidmann sind so "lernresistent" um aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben.

Mazi

13.03.2012, 11:53 Uhr

Soll der Euro nicht kippen, dann ist jetzt eine harte Gangart angesagt.

Das wichtigste dürfte sein, Verantwortlichkeit und Zuständigkeit wieder in Einklang zu bringen.

Diese Gewürge, was seinerzeit von den Schröderianer angezettelt und derzeit von Merkel und Konsorten bis zu Draghi veranstaltet wird, muss ein Ende finden. Juncker tritt zurück. Die übrigen sollten ihm freiwillig folgen und den Weg für einen Neuanfang qualifizierter Leute frei machen.

Wir sollten uns erinnern: "Wer zuspät kommt, den bestraft das Leben."

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