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13.09.2011

11:07 Uhr

Euro-Krise

Wenn Europa wankt, zittert die Welt

US-Präsident Obama warnt vor Auswirkungen auf die USA, Japans Finanzminister fürchtet eine Pleite Griechenlands, China will sogar als Retter einspringen: Die Euro-Krise löst weltweit große Sorgen aus.

US-Präsident Obama (rechts) diskutiert mit Frankreichs Präsident Sarkozy (Mitte) und EU-Kommissionspräsident Barroso beim G8-Gipfel in Deauville im Mai: "Entschlossener Kampf gegen die Krise." dapd

US-Präsident Obama (rechts) diskutiert mit Frankreichs Präsident Sarkozy (Mitte) und EU-Kommissionspräsident Barroso beim G8-Gipfel in Deauville im Mai: "Entschlossener Kampf gegen die Krise."

DüsseldorfAuf den ersten Blick wirkt es absurd. Da mahnt der Präsident eines der weltweit höchstverschuldeten Länder die Europäer, in der Schuldenkrise mehr Einsatz zu zeigen. "Solange die Euro-Krise nicht gelöst ist, werden wir weiterhin Schwächen in der Weltwirtschaft sehen" warnt Barack Obama in einem Interview mit mehreren Nachrichtenagenturen und fordert die Staaten zu einem entschlossenen Kampf auf.

Doch die ungewöhnlich deutlichen Aussagen zeigen: Die eskalierende Schuldenkrise ist längst nicht mehr ein europäisches Problem. Die Verwerfungen an den Anleihen-, Devisen- und Aktienmärkten und die Folgen für die Realwirtschaft lässt Staaten rund um den Globus erzittern. „Wir leben heute in einer integrierten
Weltwirtschaft. Das, was jenseits des Atlantiks oder des Pazifiks geschieht, hat gewaltigen Einfluss auf Amerika, auf unseren gesamten Kontinent, nicht nur auf die USA“, sagte er.

„Griechenland ist derzeit offensichtlich das größte Problem. Sie unternehmen zwar Schritte, um die Krise zu mildern - aber nicht, um sie zu lösen“, kritisierte Obama. Das größere Problem sei aber, „was passiert in Spanien und Italien, wenn es die Märkte weiterhin auf diese beiden großen Länder in Europa abgesehen haben“. Die Krise werde beim nächsten Treffen der 20 größten Industrie- und Schwellenländer im November in Frankreich ein wichtiges Thema sein.

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Wie ernst die USA die Bedrohung nehmen, zeigt auch, dass US-Finanzminister Timothy Geithner Ende der Woche überraschend an einem Treffen seiner Kollegen aus der kriselnden Eurozone in Polen teilnehmen wird. Geithner wolle mit den europäischen Ministern über Schritte zur Kräftigung der Wirtschaft und die transatlantische Zusammenarbeit bei der Regulierung der Finanzmärkte beraten, teilte sein Ministerium mit.

Geithner hatte erst am Wochenende beim Treffen der Ressortchefs der sieben führenden westlichen Industrienationen (G7) für ein größeres Engagement der starken Volkswirtschaften für Krisenländer wie Griechenland geworben. „Europa muss kraftvollere Maßnahmen ergreifen, um Vertrauen zu schaffen, dass es seine Krise überwinden kann und will“, schrieb Geithner in einem am vergangenen Donnerstag veröffentlichten Beitrag für die „Financial Times“. Er drängte die Regierungen der Euro-Zone auch zu mehr Kooperation.

Kommentare (10)

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hyper472

13.09.2011, 11:49 Uhr

Der Gefahr des Domino-Effekts begegnet man, indem man den wackelnden Stein aus der Reihe nimmt, sodass er beim Umfallen keinen anderen Stein mit umreißen kann.
Soviel dazu.
Es wäre auch für Griechenland verheerend, wenn sie unter einem strikten Sparkurs sinnvolle Investitionen tätigen sollen - das klappt nämlich nicht. Der derzeitige Weg zur "Bewältigung" der Euro-Krise führt nur zu einer dauerhaften Verarmung breiter Bevölkerungsschichten in Griechenland. Erwirtschaften kann so kein Land etwas, und Kredite zzgl. Zinsen zurückzahlen erst Recht nicht.
Für die Kredite und Zinsen bleiben also nur die Länder, denen es vergleichsweise gut geht. Wir also. Diese Gelder gehen aber nicht an Griechenland oder die Griechen (denen ja jede Hilfe zu gönnen wäre), sondern an törichte Banken und Finanzinvestoren, die sich den falschen Schuldner ausgesucht haben. Normalerweise schreibt man Darlehen ab, wenn der Schuldner insolvent ist. Warum nicht auch die Gläubiger Griechenlands? Wer bei der Kreditvergabe schlampt, hat sicher ein Problem - aber das muss er lösen, und zwar ohne meine Hilfe, ich werde an gut laufenden Geschäften auch nicht beteiligt.
Sehr aufschlussreich:
Max Otte "Stoppt das Euro-Desaster"
ARD-Mediathek "Rot-Grün macht Kasse"

Account gelöscht!

13.09.2011, 12:19 Uhr

Die Welt zittert schon seit 20 Jahren und hat sich Mitte 2007 zu einem epileptischem Anfall ausgeweitet, als das Perpetuum-Mobile, Leben auf Pump, aufgehört hatte zu existieren.
In den letzten 20 Jahren hat sich die Weltverschuldung vervierfacht, von 18 Billionen auf 95 Billionen Dollar.
http://siggi40.magix.net/public/Fotos/Schuldenwelt.jpg

Die Schattenhaushalte unserer Regierungen
http://www.siggi40.magix.net/public/Fotos/Schattenhaushalte.jpg
Die tatsächlichen Staatsschulden wurden in Schattenhaushalte ausgelagert, um das Chaos zu verschleiern. Adäquat zu den Banken in irische Zweckgesellschaften, um sie vor der Finanzaufsicht zu verstecken.

Alles schön zusammengefasst:
http://siggi40.magix.net/website#Staatsverschuldung
und
http://siggi40.magix.net/website#Geld

Ohne einen Reset im Finanzsystem und einer Aufteilung in Geschäfts- und Zockerbanken wird es in den westlichen Industriestaaten keinen wirtschaftlichen Aufschwung geben, so sicher wie das Amen in der Kirche.

Account gelöscht!

13.09.2011, 12:23 Uhr

Genau, der Stein muß raus. Aber Deutschland muß sich zurückhalten. Denn sonst heißt es, wir würden eine Führungsrolle anstreben und nur wegen der guten Geschäfte mit GR.
Die Überschrift stimmt nicht. Richtig ist, wenn Amerika einen Schnupfen hat, hat Europa die Schwindsucht.

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