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31.10.2012

18:06 Uhr

Euro-Krise

Wer zahlt die Zeche für Griechenland?

VonJan Mallien

Die Griechen bekommen zwei Jahre länger Zeit zum Sparen, dafür brauchen sie mehr Geld. Irgendwoher muss es kommen. Die Euro-Länder diskutieren verschiedene Varianten. Fest steht: Einer muss die Rechnung begleichen.

DüsseldorfBei den Prognosen der EU-Kommission für Griechenland lagen Wunsch und Wirklichkeit stets weit auseinander. Für 2012 sagte Brüssel einst den Griechen ein Wirtschaftswachstum von 1,1 Prozent voraus - in der Realität schrumpft die griechische Wirtschaft wahrscheinlich um etwa sieben Prozent.

Der Unterschied erklärt, warum die Euro-Länder nun über einen erneuten Schuldenschnitt für Griechenland verhandeln. Der Plan der Troika sieht vor, dass die Griechen bis 2020 ihre Schuldenlast auf 120 Prozent der Wirtschaftsleistung zurückfahren müssen. Dies gilt als Voraussetzung damit sich Athen wieder selbst am Kapitalmarkt refinanzieren kann.

Die größten Schuldenmacher in der Euro-Zone

Irland

Das höchste Defizit in der Euro-Zone hat Irland. Es beträgt 8,3 Prozent des Bruttosozialprodukts.

Griechenland

Rund 7,3 Prozent beträgt das Haushaltsdefizit Griechenlands für 2012.

Spanien

Der Krisenstaat auf der Iberischen Halbinsel kommt auf ein Haushaltsdefizit von 6,9 Prozent.

Slowakei

Platz vier unter den größten Schuldensündern belegt mit einem Defizit von 4,8 Prozent die Slowakei.

Portugal

Knapp hinter der Slowakei reiht sich Portugal ein: Hier schlägt 2012 ein Defizit von 4,7 Prozent des Bruttosozialprodukts zu Buche.

Frankreich

Mit Hilfe von Steuererhöhungen und Einsparungen will Frankreich sein Haushaltsdefizit im nächsten Jahr eindämmen. Dieses Jahr beträgt es noch 4,5 Prozent.

Niederlande

Rund 20 Milliarden Euro müssten die Niederlande sparen, um ihr Defizit unter drei Prozent zu drücken. Derzeit liegt es bei 4,4 Prozent des Bruttosozialprodukts.

Slowenien

Auch Slowenien ringt mit steigender Verschuldung und schrumpfendem Wirtschaftswachstum. Das Haushaltsdefizit liegt 2012 bei 4,3 Prozent.

Zypern

„Sparen, kürzen, streichen“: So lautet auch das Motto in Zypern. Das Haushaltsdefizit liegt 2012 bei 3,4 Prozent des Bruttosozialprodukts.

Um dieses Ziel zu erreichen, sollen die Griechen ihr Haushaltsdefizit Schritt für Schritt verkleinern. Die Troika hat für jedes Jahr genaue Vorgaben gemacht. Da aber die Euro-Länder den Griechen zwei Jahre mehr Zeit einräumen wollen, gerät der Plan durcheinander: Die Griechen brauchen mehr Geld. Irgendwoher muss dieses Geld kommen. Ökonomen schätzen den zusätzlichen Kapitalbedarf Athens auf 30 Milliarden Euro.

Bundesfinanzminister Schäuble hat einen Schuldenschnitt als unrealistisch abgetan. Öffentlichen Gläubigern wie den Euro-Staaten seien die Hände gebunden, sagt er. Einen Rückkauf griechischer Schulden will Schäuble hingegen nicht ausschließen. Doch auch diese Variante hat ihre Tücken. Ein Überblick über die Möglichkeiten der Euro-Retter.

Kommentare (54)

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Hermosa

31.10.2012, 18:27 Uhr

Egal wie.....

Deutschland wird den Hauptteil tragen!

Die Wette steht: Gelingt der Turnaround oder gelingt er nicht?

resp. rentiert sich unser Einsatz oder nicht?

Ja, es fühlt sich an , wie eine Wette , nur mit dem Aussgang "ungewiss".

Gewiss ist nur, dass wir es ausbaden werden, nicht die Politiker, denn deren Pensionen sind bereits im sicheren Hafen!

Account gelöscht!

31.10.2012, 18:34 Uhr

Was für eine Frage...
Die Merkel hat doch in den letzten drei Jahren dafür gesorgt, das die Anleihen von der EZB aufgekauft wurden. Die Banken waren damit frei und der Steuerzahler übernimmt die Zahlung. Prima Frau Merkel.

Makrointelligenz

31.10.2012, 18:35 Uhr

Derjenige der Griechenland das Geld für den Rückkauf leiht, hat natürlich den erwarteten Verlust! Die Griechenlandanleihen, die noch in privater Hand geblieben sind, werden nur zu etwa 30% des Nennwertes gehandelt. Also könnte sich derjenige, der Griechenland das Geld leiht in etwa drei mal größere Ansprüche durch den Kauf dieser anleihen erwerben. Die Arithmetik noch genauer aufgeschüsselt finden sie hier:
http://makrointelligenz.blogspot.de/2012/10/asmussens-vorschlag-zum.html

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