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22.09.2011

18:00 Uhr

Hans-Peter Keitel, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI). dapd

Hans-Peter Keitel, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI).

BerlinZum ersten Mal überhaupt wenden sich die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft mit einem offenen Brief, den das Handelsblatt exklusiv abdruckt, an alle Abgeordneten des deutschen Bundestages. Sie bitten die Parlamenarier, Ende nächster Woche der Stärkung des Euro-Rettungsfonds EFSF zuzustimmen. Ohne den erweiterten Rettungsschirm drohten „unkalkulierbare Folgen für die Europäische Union und für die gemeinsame Währung.“ Deutschland müsse „ein klares Signal für Europa senden“, werben sie.

Die vier Präsidenten Dieter Hundt von der BDA, Hans-Peter Keitel vom BDI, Hans Heinrich Driftmann vom DIHT und Otto Kentzler vom ZDH hatten im März dieses Jahres eine Erklärung zum Euro formuliert, die aber noch einen anderen Tenor hatte. Damals spielten die Forderung nach einer Umschuldung und einer Aktivierung des Rettungsschirms nur als Ultima Ratio eine prominente Rolle. Davon ist jetzt nicht mehr die Rede, stattdesen würdigen die Verbandschefs den Fonds als „wichtige Klammer, um die Eurozone zusammenzuhalten.“ Doch dürfe die EU nicht zu einem Haftungsverbund ohne Gegenleistung werden.

Ob und wie lange die Koalition im Bund noch hält, ist in Berlin derzeit heiß umstritten. Neuwahlen und eine rot-grüne Regierung könnten die Folge sein – daran haben die Spitzenverbände kein Interesse. Der Offene Brief ist also auch eine Aktion zur Rettung der Koalition. Ausdrücklich sprechen die vier Präsidenten die möglichen Abweichler im Parlament an an: „Wir hoffen und werben dafür, dass auch diejenigen unter ihnen, die momentan noch zweifeln, dem Gesetz doch noch ihre Stimme werden geben können.“

Von

th

Kommentare (7)

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Mittelstaendler

22.09.2011, 18:09 Uhr

Der Mittelstand sieht das völlig anders mit dem EFSF!

Mollemopp

22.09.2011, 18:26 Uhr

Die Überschrift "Wirtschaft wirbt für..." ist eine manipulative Meinungsbildung. Es handelt sich um Interessenverbände, die von der Politik profitieren. Sie gehen kein Risiko ein. Am Ende muss der Steuerzahler für alles aufkommen.

Pequod

22.09.2011, 18:40 Uhr

Vielleich erklären die Wirtschaftsverbände auch noch gleich
woher die Milliarden für die Stärkung kommen sollen?
Wenn sich die Banken schon zur weiteren Finanzierung au-
ßereuropäisch bei den Golfstaaten orientieren müssen, dann
kann es sich bei den deutschen Wirtschaftsverbänden nur noch um verbale Durchhalteparolen an die Parlamentarier
handeln, denn welches Unternehmen, die sich bestens in In-
solvenzabwicklungen auskennen, investiert noch in diese
marode EU mit einem sich im künstlichen Koma befindlichen
Griechenland!!!

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