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10.04.2013

17:54 Uhr

Euro-Krise

Zyperns Bankensektor schrumpft drastisch

ExklusivDie Vereinbarung der EU mit Zypern zeigt Wirkung. Der Bankensektor im Inselstaat wird kleiner. Zyperns Finanzminister sieht sein Land vor einer „Schocktherapie von enormen Dimensionen“.

Die zyprische Laiki Bank hat es besonders hart erwischt. Der Bankensektor des Inselstaates ist massiv geschrumpft. dpa

Die zyprische Laiki Bank hat es besonders hart erwischt. Der Bankensektor des Inselstaates ist massiv geschrumpft.

BerlinZypern hat seinen Bankensektor bereits drastisch verkleinert. Das geht aus der Vereinbarung über das EU-Hilfsprogramm (Memorandum of Understanding) hervor, die dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe) vorliegt. Danach wurde der Finanzsektor halbiert. Dazu beigetragen haben der Verkauf der Tochtergesellschaften in Griechenland, die Abwicklung der Laiki-Bank sowie die Rekapitalisierung der Bank of Cyprus, bei der auch Sparguthaben genutzt wurden. „Durch die Maßnahmen wurde der Bankensektor sofort und erheblich auf 350 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zurückgefahren“, heißt es in dem Papier.

Die Zahl ist zwar geklammert und könnte noch aktualisiert werden. Der grundsätzliche Befund wurde aber in Troika-Kreisen bestätigt: Eine solch radikale Schrumpfung wie in Zypern habe es noch nicht gegeben, hieß es. Zuletzt hatte der Bankensektor mehr als das Siebenfache von Zyperns Wirtschaftsleistung betragen. Das Geschäft der einheimischen Banken, ohne Töchter von ausländischen Finanzhäusern, entsprach laut der Vereinbarung vor den Maßnahmen noch 550 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Wie die Laiki-Bank abgewickelt wird

Einlagen eingefroren

Die Laiki Bank wird sofort abgewickelt – und zu Teilen der Bank of Cyprus zugeschlagen.. Einlagen über 100.000 Euro und Mittel aus Aktien und Anleihen werden dabei eingezogen. Nur die unversicherten Einlagen über 100.000 Euro werden eingefroren, bis eine Rekapitalisierung erreicht wurde.

Bad Bank

Laiki wird in eine "Bad Bank" und eine "Good Bank" aufgeteilt. Die "Bad Bank" wird langfristig abgewickelt. Die "Good Bank" wird Teil der Bank of Cyprus (BoC). Dabei werden neun Milliarden Euro an offenen Notkrediten bei der Zentralbank eingebracht.

EZB

Die EZB wird der BoC Liquidität bereitstellen.

Rekapitalisierung

Die Rekapitalisierung der BoC erfolgt durch eine Umwandlung der Einlagen über 100.000 Euro in Aktien. Dabei werden die bisherigen Aktionäre und Anleihen-Besitzer voll einbezogen.

Umwandlung

Die Umwandlung erfolgt in der Form, dass bis zum Ende des Programms eine Eigenkapitalquote von neun Prozent erreicht wird.

Versicherte Einlagen

Alle versicherten Einlagen in allen Banken genießen den vollen Schutz der entsprechenden EU-Richtlinien.

Hilfsgelder

Die Hilfsgelder von bis zu zehn Milliarden Euro werden nicht verwendet werden, um die Laiki Bank und die BoC zu rekapitalisieren.

Der zyprische Finanzminister Charis Georgiadis äußerte sich kritisch zu den Konditionen des kürzlich geschnürten Rettungspakets für sein Land. Insbesondere die Zwangsabgabe auf Bankeinlagen über 100.000 Euro, mit der die Bankkunden an der Rekapitalisierung der Institute beteiligt werden, hält Georgiadis für problematisch: „Es war eine bedauerliche Entscheidung, nicht nur für Zypern, das nun den Preis zahlen muss, sondern für Europa insgesamt“, sagte der Finanzminister in einem Interview mit dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe). Durch den Einlagen-Haircut sei das Vertrauen der Menschen in die Banken erschüttert worden. „Man wird in Zukunft sehen, ob es eine weiser Beschluss war“, sagte Georgiadis.

Das Hilfspaket in Kürze

Anlegerschutz

Im Gegensatz zur ursprünglichen Fassung der Abmachung von Mitte März werden Konten mit Guthaben von weniger als 100 000 Euro nicht angerührt. Die geplante generelle Zwangsabgabe auf Konten entfällt.

Endgültige Abmachung

Sie soll im April stehen. Zuvor müssen nationale Parlamente wie in Deutschland noch zustimmen. Die ersten Auszahlungen aus dem europäischen Rettungsschirm ESM soll es dann im Mai geben.

Umfang

Die Finanzhilfen der Geldgeber umfassen bis zu zehn Milliarden Euro. Der Internationale Währungsfonds will sich beteiligen, eine Summe steht noch nicht fest. Im Gespräch ist rund eine Milliarde Euro.

Zyprische Banken

Zypern sichert zu, sein aufgeblähtes Bankensystem zu sanieren und deutlich zu verkleinern. Die zweitgrößte Bank Laiki wird abgewickelt. Der Branchenprimus Bank of Cyprus wird zurechtgestutzt und übernimmt den überlebensfähigen Teil von Laiki.

Kommentare (4)

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pendler

10.04.2013, 18:05 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

10.04.2013, 19:31 Uhr

Und das zypriotische Gold steht zum Verkauf.
Schliesslich will das Inkassobüro, der Schlägertrupp des angelsächsischen Finanzkapitals, die IMF, den Zyprioten noch einmal eins richtig auf die Fresse geben, bevor es verelenden darf.
Die Laiki Bank in London war ja schliesslich nicht umsonst während der Bankferien geöffnet.Jetzt muss das neue Loch mit dem Gold der Zypern gestopft werden. Der Mob ist mal wieder fein raus. Dank Wolfgang Schäuble und dieser unterirdisch schwachen Kanzlerin. So! Nun aber mal schnell umgeschaltet Richtung Slowenien und Slowakei. Auch da muss der Bankensektor bald dringend gerettet werden. Und auch da gibt es noch was zu holen. Das Gold wird natürlich zu Niedrigstpreis verkauft werden. Heil dem Bankenfaschismus. Nieder mit den Völkern.

Sarina

10.04.2013, 20:17 Uhr

Zyperns Finanzminister sieht sein Land vor einer „Schocktherapie von enormen Dimensionen“.
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Ja, wer sonst nichts kann als Geldwäsche zu betreiben, Steuerhinterziehern aller Länder eine Heimat zu bieten, und griechische Junk-Papers en masse aufzukaufen, der wird sich wohl eine "Schocktherapie enormer Dimensionen" redlich verdient haben. Darauf genehmige ich mir jetzt einen 12-jährigen Metaxa, iamas!

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