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10.04.2013

18:24 Uhr

Euro-Krisenländer

Kurze Deflation könne helfen

Ein paar Jahre mit fallenden Preisen seien kein Problem, meint das Deutsche Instituts für Wirtschaftsforschung. Eine vorübergehende Deflation in den Krisenstaaten könne sogar positive Auswirkungen haben.

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, meint eine vorübergehende Deflation in den Euro-Krisenstaaten wie zum Beispiel Griechenland könnte positive Auswirkungen haben. dapd

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, meint eine vorübergehende Deflation in den Euro-Krisenstaaten wie zum Beispiel Griechenland könnte positive Auswirkungen haben.

BerlinEine vorübergehende Deflation in den Euro-Krisenstaaten könnte nach Ansicht des DIW-Instituts positive Auswirkungen haben. „Ein bis zwei Jahre mit fallenden Preisen zum Beispiel in Griechenland ist nicht ein Problem, sondern kann zu einem gewünschten Effekt der verbesserten Wettbewerbsfähigkeit beitragen“, sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, am Mittwoch in Berlin. Er fügte aber hinzu: „Für die Euro-Zone als Ganzes wäre es natürlich sehr schlecht, wenn wir längere Deflation hätten.“

Die Debatte über eine Abwärtsspirale mit sinkenden Preisen auf breiter Front hat nach jüngsten Daten aus Griechenland neue Nahrung erhalten. Denn dort fielen die Verbraucherpreise im März um 0,2 Prozent zum Vorjahresmonat und damit erstmals seit 1968. In Portugal stagnierte die Jahresteuerung im März.

Welche Länder die höchsten Einkommen haben

Platz 5: Deutschland

Auch die Deutschen haben mehr Einkommen zur Verfügung als andere Länder. Der Durchschnitt liegt bei 43.500Euro, der Median bei 32.500 Euro. Es ist das Land mit der höchsten Abweichung. Sie liegt bei rund 35 Prozent.

Platz 4: Finnland

Finnlands durchschnittliche Einkommen pro Haushalt liegen bei 45.100 Euro. Der Median liegt allerdings nur bei 36.300 Euro, die Abweichung beträgt rund 20 Prozent.

Platz 3: Niederlande

Holländische Haushalte haben im Durchschnitt 45.800 Euro Einkommen zur Verfügung. Der Median liegt bei 40.600 Euro. Die Abweichung liegt nur bei knapp zwölf Prozent.

Platz 2: Belgien

Belgien hat im Durchschnitt pro Haushalt und Jahr 49.500 Euro zur Verfügung. Der Median liegt bei 33.700 Euro. Eine Abweichung von rund 32 Prozent.

Platz 1: Luxemburg

Das Einkommen in Luxemburg liegt Durchschnitt bei 83.700 Euro pro Jahr. Der Median liegt immerhin noch bei 64.800 Euro. Damit weicht der Wert deutlich ab – und zwar um rund 22 Prozent.

Mit einer Deflation im gesamten Euroraum rechnet das DIW jedoch nicht. Mittelfristig sei dieses Risiko sehr gering, sagte Fratzscher. Er erwartet 2013 eine durchschnittliche Inflationsrate von 1,8 Prozent, die im nächsten Jahr auf 2,0 Prozent steigen dürfte. Spielraum für eine weitere Zinssenkung der Europäischen Zentralbank vom ohnehin schon historischen Tief von 0,75 Prozent sieht Fratzscher kaum.

Welche Länder am wenigsten Einkommen haben

Platz 5: Griechenland

Das Durchschnittseinkommen der Griechen liegt bei 27.700 Euro, der Median nur bei 22.000 Euro. Das ergibt eine Abweichung von rund 30 Prozent.

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Auf Malta gibt es ein durchschnittliches von 26.400 Euro, der Median liegt bei 21.600 Euro. Daraus ergibt sich eine Abweichung von rund 18 Prozent.

Platz 3: Slowenien

Slowenien hat ein durchschnittliches Vermögen von 22.300 Euro pro Haushalt zur Verfügung, der Median liegt bei 18.000 Euro, die Abweichung bei rund 20 Prozent.

Platz 2: Portugal

Die Portugiesen haben einen durchschnittliches Einkommen von 20.300 Euro. Der Median liegt bei 14.600 Euro, die Abweichung bei 28 Prozent.

Platz 1: Slowakei

Die Slowakei belegt im Ranking den traurigen letzten Platz. Im Durchschnitt hat dort ein Haushalt 13.500 Euro pro Jahr zur Verfügung. (Median: 11.200 Euro, Abweichung 17 Prozent).

Sollte die EZB die Geldpolitik weiter lockern, dürfte es ihr weniger um die Deflation gehen, sagte der DIW-Chef, der bis vor kurzem noch für die Zentralbank gearbeitet hat. Vielmehr würde es darum gehen, den Unternehmen und Haushalten in den Krisenländern mehr Liquidität zu verschaffen. EZB-Präsident Mario Draghi hat sich zuletzt die Hintertür für eine Zinssenkung offen gelassen und bekräftigt, dass die EZB notfalls zum Handeln bereit sei.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Sarina

10.04.2013, 20:01 Uhr

Es wird in den südlichen Krisenländer keine "kurze Deflation" geben, allein das Ansinnen aus Deutschland verstehen Griechenland, Zypern, Spanien et al. als "Aufforderung zum Tanz"! Reicht man ihnen auch nur den kleinen Finger, grapschen sie unverschämt und selbstverständlich nach dem ganzen Arm. Mit diesen Ländern wird es aufgrund deren mentalen Anomalien niemals eine wie auch immer geartete Übereinkunft geben, die länger als drei Tage eingehalten wird!

Der_Realist

10.04.2013, 21:31 Uhr

Deflation ist die Bereinigung des aufgeblähten Geldsystems. Diese Bereinigung ist notwendig und unausweichlich.

ein_offenes_Wort

10.04.2013, 22:36 Uhr

Mit diesen Ländern wird es aufgrund deren mentalen Anomalien niemals eine wie auch immer geartete Übereinkunft geben,

LIebe Sarina,

ich möchte Sie bitten sich in Ihren Äusserungen doch etwas mehr zurückzuhalten, weil es schon die Grenze der Geschmacklosigkeit durchbricht, wie Sie über andere Leute reden. Es mag sein, dass da im Bankensektor und in der Politik Einiges verkehrt läuft, aber das bedeutet noch lange nicht, dass man sich deshalb auf das Niveau eines Fischweibes begeben muss und die Bevölkerung ganzer Länder oder Teile eines Kontinents als mental anomal bezeichnet.

Eine etwas minder verhetzende Wortwahl wäre sicher angebracht. Frau kann Kritik auch sachlich üben ohne die halbe Welt direkt als debiel zu beschimpfen.

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