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14.06.2012

00:47 Uhr

Euro-Krisenpolitik

Geithner nimmt Deutschland in Schutz

Freundliche Worte aus Washington: Der US-Finanzminister hat Deutschland im Tauziehen um eine langfristige Stabilisierung der Euro-Zone in Schutz genommen. Deutschland sei nicht der Hemmschuh bei der Krisenlösung.

US-Finanzminister Timothy Geithner wies auf einer Veranstaltung des politischen Forschungsinstituts Council on Foreign Relations in Washington darauf hin, dass eine Lösung der europäischen Finanzkrise nicht allein die Sache Deutschlands sei. AFP

US-Finanzminister Timothy Geithner wies auf einer Veranstaltung des politischen Forschungsinstituts Council on Foreign Relations in Washington darauf hin, dass eine Lösung der europäischen Finanzkrise nicht allein die Sache Deutschlands sei.

WashingtonUS-Finanzminister Timothy Geithner hat die Euro-Krisenpolitik der Bundesregierung verteidigt. Es wäre ungerecht, bei der Lösung der Schuldenprobleme in Deutschland das alleinige Problem zu sehen, sagte Geithner am Mittwoch in Washington. Zugleich drängte der Minister die europäischen Staats- und Regierungschefs, vor dem nächsten EU-Gipfel Ende des Monats die Konturen einer Bankenunion sowie eine Wachstumsstrategie darzulegen.

„Es ist ein bisschen unfair, Deutschland als die einzige Quelle für das Problem zu sehen“, sagte Geithner mit Blick auf die europäische Debatte über Wachstum oder strikten Sparkurs als Rezept. Europa habe entschieden, dass es in seinem besten Interesse sei, den Währungsblock zusammenzuhalten. Es könne Unstimmigkeiten über Elemente der Strategie geben, aber die Reformen müssten funktionieren. „Es geht nicht nur um Deutschland, es erfordert von anderen Staaten, dass sie fähig sind, sich auf sie zuzubewegen“, sagte Geithner.

Ferner sollten sie klarstellen, wie die Euro-Zone die Rettungsgelder zum Schutz taumelnder Länder einsetzen wolle. Die Bundesregierung setze sich für eine Umsetzung der Fiskalunion ein, sagte Geithner. Die USA seien bereit, dieses Bemühen zu unterstützen. Zur Krisenbewältigung und -vorbeugung hat die EU eine Fiskalunion beschlossen, die zu einer strikteren Haushaltsdisziplin führen soll.

Für den Gipfel der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) Anfang kommender Woche in Mexiko erwarten die USA noch keine deutlichen Fortschritte der europäischen Länder bei der Krisenbekämpfung, wie ein US-Regierungsvertreter deutlich machte. Mehr Klarheit müsse es dann beim EU-Gipfel geben. Eine rasche Entscheidung über den Verbleib Griechenlands sei nach der Wahl am Sonntag nicht zu erwarten.

Der Wahlsieger müsse zunächst eine Regierungskoalition bilden und mit den europäischen Partnern verhandeln. Der US-Regierungsvertreter äußerte sich allerdings besorgt, dass es zu einem Ansturm auf die Banken und Ansteckungseffekten in der Schuldenkrise kommen könnte.

Kommentare (19)

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Rene

14.06.2012, 07:09 Uhr

Wenn ich jemandem Geld leihe, dann muß sichergestellt sein, dass er in der Lage ist, es zurückzuzahlen.

Natürlich verlange ich Sicherheit oder mache Auflagen im Darlehensvertrag. Das ist der Unterschied von Geldleihe und Geldgeschenk.

Und, da hat Herr Geithner Recht, nicht der Geldgeber ist in der Pflicht, sondern der Geldnehmer. Auch wenn Herr Geithners Interesse nicht dem deutschen, sondern dem amerikanischen Steuerzahler und Arbeitnehmer gilt.

Account gelöscht!

14.06.2012, 07:28 Uhr

Ist ja schön, wenn man aus den USA gelobt wird. Aber wozu braucht Deutschland jetzt in dieser Sache den "Schutz" einer USA, die maßgeblich diese Bank- und Finanzkrisen mit verursacht haben?

Account gelöscht!

14.06.2012, 07:34 Uhr

Deutschland finanziert die ganze Sause und sei nicht der "größte(!) Hemmschuh" bei der Rettung? In welcher Realität leben diese Herren? Ich habe von Europa von sowas von genug..

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