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15.05.2012

03:50 Uhr

Euro-Länder einig

Juncker kritisiert Drohungen gegen Griechenland scharf

Klare Worte aus Brüssel: Griechenland soll in der Eurozone bleiben - darin sind sich alle Euro-Partner einig. Doch das hat seinen Preis, denn ohne Sparkurs und Reformen läuft nichts.

Euro-Länder wollen Griechenland halten

Video: Euro-Länder wollen Griechenland halten

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BrüsselDie Euro-Länder setzen alles an den Verbleib Griechenlands in der Währungsunion. Die Finanzminister der Euro-Staaten appellierten am Montag an das überschuldete Land, unter einer neuen Regierung den vereinbarten Sparkurs bald fortzusetzen. Die immer offener diskutierte Alternative eines Ausscheidens aus der Währungsunion lehnte Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker nach der Sitzung entschieden ab.

"Unser unerschütterlicher Wunsch ist es, Griechenland in der Euro-Zone zu halten", sagte Juncker am Montag nach dem Treffen der Finanzminister in Brüssel. In Athen unternahm der griechische Präsident Karolos Papoulias einen letzten Versuch, ein Regierungsbündnis zu schmieden. Sollte dieser am Dienstag scheitern, wären Neuwahlen unvermeidlich, bei denen die Gegner des Sparprogramms womöglich noch mehr Zulauf bekämen und den Pakt mit der EU aufkündigen würden.

Juncker kritisierte alle Anspielungen auf einen Austritt Griechenlands aus dem Euro-Raum. So hatte Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso gesagt, ein Clubmitglied müsse austreten, wenn es sich nicht mehr an die Regeln halte. Österreichs Finanzministerin Maria Fekter hatte Griechenland ermahnt, den Euro nur über einen Austritt aus der Europäischen Union loswerden zu können und in einem solchen Fall harte Verhandlungen für eine Neuaufnahme angedroht.

Der Eurogruppen-Chef forderte ebenfalls die Griechen auf, ihre Zusagen zu erfüllen und den harten Reformweg weiterzugehen. Doch hätten die Euro-Staaten dem griechischen Volk keine Lehren zu erteilen. "Mir gefällt es nicht, wenn Griechenland tagtäglich bedroht wird - so geht man mit Kollegen, Partnern und Freunden und Bürgern der Eurpäischen Union nicht um", betonte Juncker. Niemand habe in der Eurogruppe über ein Ausscheiden gesprochen. Dieses Gerede sei "Unsinn und Propaganda".

Die Euro-Zone und der Internationale Währungsfonds bewahrten Griechenland bisher bereits mit 148 Milliarden Euro vor der sicheren Pleite. Inzwischen wurden zwei Rettungspakete mit öffentlichen Hilfen über zusammen 240 Milliarden Euro geschnürt. Das Land musste sich im Gegenzug zu einem raschen Schuldenabbau verpflichten. Ohne den geforderten Beschluss zu weiteren Einsparungen müsste Griechenland Ende Juni der Geldhahn abgedreht werden.

Kommentare (38)

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Rainer_J

14.05.2012, 23:57 Uhr

Zitat:"Er selbst habe einen Austritt Griechenlands "nicht eine Sekunde" in Erwägung gezogen, fügte Juncker hinzu."

Ist das jetzt eine Lüge oder die Wahrheit, Herr Juncker?

Account gelöscht!

15.05.2012, 00:00 Uhr

Das Euro Politbüro hat getagt und beschlossen das sich die Realität dem Willen des Politbüros zu beugen hat.
Der ewige Euro wird auch in Griechenland auch noch in 1000 Jahren einziges Zahlungsmittel sein.

Zur Vereinfachung ist man dann bei der Auszeichnung der Preise auf die Exponentialdarstellung zur 10-er Pozenz übergegangen.
Ein Brot kostet dann 1.49*10^51 Euro.

Account gelöscht!

15.05.2012, 05:15 Uhr

Griechenland wird solange im Euro bleiben, solange wir Deutsche noch bezahlen, und sind wir pleite, dann steigt Griechenland erst aus!
Das nennt man dann sicherlich politisch euphemistisch: "die Lebensumstände in der Eurozone haben sich angeglichen"!

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