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15.05.2012

01:13 Uhr

Euro-Personalpaket

Suche nach Juncker-Nachfolger hat begonnen

Die Kandidatensuche zur Besetzung des Eurogruppen-Vorsitzes hat begonnen. Bundesfinanzminister Schäuble gilt als Favorit. Die endgültige Entscheidung soll jedoch frühestens Ende Juni fallen.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte sich bereits am Wochenende grundsätzlich bereit erklärt, den Vorsitz der Eurogruppe zu übernehmen. dapd

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte sich bereits am Wochenende grundsätzlich bereit erklärt, den Vorsitz der Eurogruppe zu übernehmen.

BrüsselDie Euro-Länder basteln weiter an ihrem Personalpaket und haben jetzt die Kandidatensuche zur Besetzung des Chefposten des neuen Euro-Rettungsmechanismus ESM eingeläutet. Ab sofort könnten bis Ende des Monats Personalvorschläge unterbreitet werden, erklärte Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker am Montag nach dem Treffen der Finanzminister in Brüssel.

Eine Entscheidung über die Besetzung des Ende Mai frei werdenden Posten im Direktorium der Europäischen Zentralbank wurde erneut nicht getroffen. Die beiden Spitzenpersonalien werden nach Einschätzung von EU-Diplomaten erst geklärt, wenn über die noch wichtigere Schlüsselposition der Euro-Zone - den Vorsitz der Eurogruppe entschieden ist.

Juncker sagte, er rechne mit einer Entscheidung darüber frühestens Ende Juni. Der Luxemburger Regierungschef und erste permanente Vorsitzende der Euro-Finanzminister hatte zuvor erklärt, für eine weitere Amtszeit nicht mehr zur Verfügung zu stehen. In Kreisen der Euro-Länder wird davon ausgegangen, dass Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble das Amt übernimmt. Dieser hatte am Wochenende erstmals öffentlich signalisiert, dazu bereit zu sein.

Der Wechsel des obersten Krisenmanagers der Euro-Zone könnte Mitte Juli vollzogen werden. Juncker sagte, er habe gerade festgestellt, dass seine Amtszeit am 17. Juli um 16.00 Uhr ende. Insofern könne er die Sitzung der Eurogruppe tags zuvor noch leiten - es sei denn, die "Vernunft der Regierenden" sorge für einen früheren Übergang.

Wenn Schäuble Eurogruppen-Chef wird, ist für weitere Deutsche in dem Besetzungsreigen wahrscheinlich kein Platz mehr. Der bisherige deutsche Leiter des Rettungsfonds EFSF, Klaus Regling, muss womöglich einer Spanierin weichen, wie es in Euro-Kreisen heißt.

Spanien müsste wiederum dafür entschädigt werden, nicht mehr im EZB-Direktorium vertreten zu sein. Denn als Sachwalter der täglichen Arbeit der Zentralbank hat der Luxemburger Notenbankchef Yves Mersch die besten Chancen - das aber auch erst seit dem Rückzug seines Landsmanns Juncker aus der Eurogruppe.

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Von

rtr

Kommentare (7)

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Rainer_J

15.05.2012, 01:58 Uhr

"Deutschland ist ad absurdum"-Minister wird jetzt Deutschland auf dem Sklavenmarkt verkaufen.

Poilu

15.05.2012, 05:59 Uhr

Bis heute hat der deutsche Führungsanspruch in Europa immer zur Katastrophe geführt, von Barbarossa bis Adolf.
Wir werden sehen ob der Fluch gebrochen werden kann!

Mazi

15.05.2012, 08:31 Uhr

Deutschland hat aufgrund seiner Verpflichtung einen höheren, natürlichen Führungsanspruch als jedes andere Land. Aber der Nachfolger von Juncker sollte auch über die persönliche Eignung, insbesondere aufgrund des absolutistisch formulierten ESM-Vertrag, besitzen.

Bei sachlicher Prüfung seiner Vergangenheit kann Schäuble diese Eignung allerdings nicht nachweisen. Er schlicht zu gefährlich für Europa.

In freier, geheimer Wahl kann der Mann vom Ausland nicht akzeptiert werden und die Kanzlerin sollte sorgfältig prüfen, ob ein Vorschlag Schäubles nicht das Ansehen Deutschlands dauerhaft beschädigt.

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