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05.01.2012

14:55 Uhr

Euro-Pleite

Griechenland droht die „wahre Hölle“

VonGerd Höhler

Kritisch stand es um Griechenland die ganze Zeit. Jetzt aber droht dem überschuldeten Land der Offenbarungseid. Premier Papademos warnt vor einer unkontrollierbaren Staatspleite - sollte es keine neuen Kredite geben.

Ministerpräsident Lucas Papademos warnt vor einer „unkontrollierbaren Staatspleite“ seines Landes. AFP

Ministerpräsident Lucas Papademos warnt vor einer „unkontrollierbaren Staatspleite“ seines Landes.

AthenDas Bett ist gemacht - aber dieses Mal wird Poul Thomsen seine gewohnte Suite in der Businessetage des Athener Hilton Hotels mit Blick auf die Akropolis wohl kaum genießen können. Denn dramatischer könnten die Vorzeichen für den Besuch des dänischen Deputy Director des Internationalen Währungsfonds (IWF) und Delegationschef der Troika in der griechischen Hauptstadt kaum sein. Griechenlands Ministerpräsident Lucas Papademos warnt eindringlich vor einer „unkontrollierbaren Staatspleite“ seines Landes. Die Wirtschaftszeitung „Imerisia“ schreibt, dass es diesmal um alles gehe und „die Zukunft des Landes am seidenen Faden hängt“.

Die Angst ist in Athen vor Poul Thomsen und den anderen internationalen Finanzkontrolleure ist groß. Sollten die Experten die Daumen senken, dann wäre laut Ministerpräsident Papademos eine „unkontrollierbare Staatspleite“ die Konsequenz - wenn nicht sofort neue Sparmaßnahmen beschlossen werden.

Von Montag an wollen Thomsen und seine deutschen Troika-Kollegen Klaus Masuch, der die Europäische Zentralbank (EZB) vertritt, sowie Matthias Mors von der EU-Kommission in Athen wieder einmal die Bücher prüfen. Es geht um die Abwicklung des Haushalts 2011, der wiederum mit einem größeren Defizit schloss als erwartet. Und es geht um die Strukturreformen, die, wenn überhaupt, von der Regierung nur quälend langsam umgesetzt werden.

Vor allem aber will das Trio mit dem Athener Kabinett über neue Sparmaßnahmen verhandeln. Von ihnen hängt ab, ob EU und IWF im Februar die erste Rate des neuen Rettungspakets nach Athen überweisen werden – 89 Milliarden Euro, die Griechenland dringend braucht: für die Abwicklung des Schuldenschnitts mit seinen privaten Gläubigern, für die Refinanzierung der siechenden heimischen Banken und für die Tilgung von Staatsanleihen, die allein im März im Volumen von 17,5 Milliarden Euro fällig werden.

Bleibt der Kredit aus, ist Schluss. Dann droht dem Land im besten Fall eine geordnete Insolvenz innerhalb der Euro-Zone. Schlimmstenfalls droht ihm der Ausschluss aus der Währungsunion, die Rückkehr zur Drachme.

Kommentare (76)

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Knut34

05.01.2012, 15:02 Uhr

Wer es nicht schafft, nach 5 Jahren Rettung sich aufzurappeln muß eben zu seienr alten Währung zurück. Ja es sind 5 Jahre, die Rettung via Notenpresse und Target2 läuft nämlich schon 5 Jahre! Siehe Prof. Sinn Vortrag München 19. Dezember. Cesifo Medien

Popp

05.01.2012, 15:07 Uhr

Es ist schlimm, wie dieses wunderbare Land von den eigenen Politikern mit den internationalen Finanzkonzernen zerstört wird. Wann steht endlich ein Journalist auf und berichtet von den gigantischen Rohstoffen, die unter dem griechischen Boden liegen? Dann ist das Problem behoben und wir können uns dann dem Systemfehler an sich widmen. Das ist der kapitalismus in Verbindung mit der parlamentarischen Scheindemokratie. Andreas Popp

Peer

05.01.2012, 15:08 Uhr

So endlich wird klar, weshalb man Griechenland pleite gehen lassen will

ES GEHT NUR UMS ÖL

#### Griechenland hat grosse Ölreserven in der Ägäis


Ein Thema welches die griechische Öffentlichkeit zurzeit beschäftigt, sind die grossen Ölvorkommen welche das Land haben soll. Bereits im Jahre 2004 hat die Regal Petroleum verkündet, das grosse Kallirachi Ölfeld in der Nordägäis beinhaltet bis zu 1 Milliarde Fass leichtes Rohöl.

Unabhängige Gutachter haben diesen Fund bestätigt.
Bisher war die Suche und die Ausbeutung der Quellen im Ägäischen Meer mit Schwierigkeiten verbunden, da es keine Vereinbarung zwischen Griechenland und der Türkei gibt, welche die Grenzen auf der Kontinentalplatte genau definiert. Ein Konflikt zwischen den beiden Ländern, wer nun wo wie viel Öl fördern darf ist vorprogrammiert. Man hat sogar jetzt Angst, ein neuer militärischer Konflikt könnte zwischen den Ländern ausbrechen und tatsächlich fahren türkische Kriegsschiffe provozierend auf und verletzen das griechische Hoheitsgebiet regelmässig, nutzen die aktuelle „Schwäche“ Griechenlands.

Die Erkenntnis, Griechenland hätte grosse Ölvorkommen, ist völlig neu für die Öffentlichkeit dort. Das wurde ihnen nicht erzählt, denn bisher wurde von unbedeutenden Mengen gesprochen. Aber mit dem Staatsbankrott ist diese Quelle eines möglichen Reichtums zu Tage getreten und wird heiss diskutiert. Angeblich soll aber diese Tatsache schon sehr lang in Regierungs- und Insiderkreisen bekannt sein, denn es wird behauptet, die deutschen Besatzer hätten während des II WK Griechenland eingehend kartografiert und den Bodenschatz entdeckt.

Diese Karten über mögliche Ölvorkommen sind dann am Ende des Krieges in die Hände der Amerikaner und Engländer gefallen, sie wissen es deshalb schon lange.

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