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18.07.2012

15:25 Uhr

Euro-Rettung

Andere leisten mehr als die Deutschen

VonDonata Riedel

Die meisten Deutschen denken, dass sie die Euro-Rettung überwiegen alleine schultern. Doch da liegen sie falsch. Steuerzahler anderer Länder tragen weit größere Lasten.

Relativ gesehen trägt Deutschland nicht den größten Anteil am Rettungsschirm. dapd

Relativ gesehen trägt Deutschland nicht den größten Anteil am Rettungsschirm.

BerlinDer deutsche Steuerzahler trägt die Hauptlast der Euro-Rettung: Davon sind die Deutschen mehrheitlich überzeugt. In absoluten Beträgen betrachtet sind die Summen, für die Deutschland bei der Euro-Rettung haftet, tatsächlich am höchsten. Das hat jedoch wenig mit deutscher Großzügigkeit zu tun, sondern viel damit, dass Deutschland mit 82 Millionen Einwohnern das mit Abstand größte Euro-Land ist. Relativ, bezogen auf den einzelnen Einwohner, sieht die Rangfolge der größten Euro-Retter anders aus: Es sind dann die Luxemburger, die das größte Risiko tragen.

Die Aufteilung des Haftungsrisikos folgt bei dem Rettungsschirm EFSF und seinem Nachfolger ESM dem Anteil der Euro-Staaten am Kapital der Europäischen Zentralbank. Beim EFSF beträgt der deutsche Anteil 29,07 Prozent. Beim ESM, dem dauerhaften Rettungsfonds, liegt er bei 27,15 Prozent. Hintergrund ist, dass sich an dem dauerhaften ESM auch die Hilfsprogrammländer Irland, Portugal und Griechenland beteiligen - mit dem Effekt, dass die Iren auf Platz zwei der Euro-Retter landen. Niederländer und Österreicher schultern pro Kopf der Bevölkerung ebenfalls größere Risiken als die Deutschen - auch beim EFSF, bei dem die Iren außen vor sind.

Wer das höchste Risiko bei der Euro-Rettung trägt

10. Griechenland

1.826 Euro

9. Italien

2.070 Euro

8. Frankreich

2.179 Euro

7. Belgien

2.182 Euro

6. Finnland

2.315 Euro

5. Deutschland

2.317 Euro

4. Österreich

2.320 Euro

3. Niederlande

2.395 Euro

2. Irland

2.477 Euro

1. Luxemburg

3.506 Euro

Bei den absoluten ESM-Haftungssummen entspricht die Reihenfolge der größten Euro-Retternationen zumeist der Einwohnerzahl. Auf Deutschland mit 190 Milliarden Euro folgen Frankreich mit 143 Milliarden Euro, Italien mit 125 Milliarden Euro und Spanien mit 83 Milliarden Euro. Im Fall Luxemburgs überwiegt der Faktor Wirtschaftskraft den der Bevölkerungsgröße. Das reiche Land zahlt dreimal so viel wie das ähnlich kleine Malta.

Kommentare (27)

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AllesQuatsch

18.07.2012, 15:44 Uhr

ja klar. ich lach mich tot. es gibt in deutschland 82 mio. steuerzahler. hier wird wieder mit falschen tatsachen einiges verdreht, damit es so aussieht als ob deutschland doch gar nicht jammern sollte, da wir eh nicht die hauptlast tragen. jaja. ein solcher artikel sollte eigentlich gleich in den mülleimer wandern

Mazi

18.07.2012, 15:50 Uhr

Sie sollten nachlesen.

Sie sprechen Luxemburg an. Wußten Sie, dass Luxemburgs Wirtschaftskraft vor allem us den Banken kommt, die offensichtlich massiv gestützt werden müssen?

Wußten Sie, dass luxemburgs Arbeitnehmer wesentlich kürzer für die Beteiligung an den Geplanten Rettungsmassnahmen arbeiten müssen als deutsche Arbeitnehmer?

Wenn Sie das alles einmal nachgeprüft haben, sollten Sie den Artikel überarbeiten und mit den sachlichen Informationen veröffentlichen. Dieser Artikel ist jedenfalls unterste Propaganda.

Karsten

18.07.2012, 16:12 Uhr

korrekt erkannt. Natürlich muss man das Lohn-Niveau und Vermögensverteilung ebenfalls einfließen lassen. Davon ab ist immer noch nicht geklärt, warum wir zwanghaft an dem Euro-Projekt festhalten müssen. Ja, ein Ende des Euro würde uns sehr viel kosten. Der Weg in die Schuldenunion führt in eine Bankendiktatur und Eingrenzungen der Demokratie, die nicht mehr hinnehmbar sind.

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