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12.10.2012

11:36 Uhr

Euro-Rettung

Lagarde und Schäuble balgen sich ums Geld

VonDonata Riedel

Stresstest fūr eine wunderbare Freundschaft: Auf der IWF-Tagung in Tokio wird Christine Lagarde zur Gegenspielerin für Wolfgang Schäuble. Beide feilschen um die Kosten der Euro-Rettung. Eine Reporterin war vor Ort.

Unterschiedliche Positionen: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und IWF-Direktorin Christine Lagarde. Reuters

Unterschiedliche Positionen: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und IWF-Direktorin Christine Lagarde.

Nein, das Wort Freundschaft fällt nicht, als IWF-Chefin Christine Lagarde und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble am Freitag aufeinandertreffen. Der britische Fernsehsender hat sie am Rande der IWF-Tagung zur Podiumsdiskussion gebeten. "Herr Schäuble steht für Sparpolitik, Madame Lagarde hat ihre Unterstützung dafür gerade gestoppt", kündigt der Moderator sie gleich als Gegenspieler an.

Beide widersprechen ihm nicht.

Bislang galten Christine und Wolfgang seit der Zeit, als Lagarde französische Finanzministerin war, als Traumpaar der Euro-Rettungspolitik. Kein Treffen verging, ohne dass beide von ihrer tiefen gegenseitigen Freundschaft sprachen. Erst vor zwei Wochen reiste Lagarde zur Feier von Schäubles 70stem Geburtstag und pries "Wolfgang, meinen Freund" in den höchsten Tönen.

Jetzt in Tokio ist davon nichts zu spüren. Auf dem Podium schauen sie sich kaum an, sie beziehen sich in ihren Antworten auf die Fragen des Moderators und des Publikums - und fast nie aufeinander.

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Der Riss zwischen ihnen wurde am Tag zuvor offenbar. Lagarde hatte offensiv zwei Jahre mehr Zeit für Griechenland gefordert, um die mit den Euro-Regierungen verabredeten Sparziele zu erreichen - während Schäuble darauf beharrte, dass die Griechen alle Verabredungen zu erfüllen hätten. Die Rezession sei tiefer als erwartet: Auch wenn die Griechen alle Strukturreformen sofort in Gang setzten, könnten sie die neue Haushaltslücke nicht schließen, argumentiert Lagarde auf dem Podium. Schäuble macht nur ein kleines Zugeständnis: "Man kann über den Zeitplan sprechen, aber man kann einen Marathon nicht gewinnen, indem man in die entgegengesetzte Richtung läuft", sagt er.

Kommentare (10)

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Herr_schmeiss_Hiere_ra

12.10.2012, 12:13 Uhr

Bravo Schäuble!

Account gelöscht!

12.10.2012, 12:31 Uhr

Spätestens Ende November werden Merkel und Schäuble alle deutschen Positionen räumen und Griechenland alternativlos "retten". Bis dahin ist das alles nur Schauspiel für die Zuschauer daheim in Deutschland.

MikeM

12.10.2012, 12:33 Uhr

Das ist die Show für die dummen Deutschen. Er knickt vollends ein, verlassen Sie sich darauf!

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