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11.04.2013

07:40 Uhr

Euro-Rettungsprogramm

Finanzbedarf in Zypern höher als erwartet

ExklusivBis zum Jahr 2016 braucht die Kriseninsel 23 Milliarden Euro. Das geht aus der Vereinbarung mit dem Euro-Rettungsfonds ESM hervor. Aufstocken müssen die Gläubiger ihre finanziellen Zusagen deshalb aber nicht.

Sie brauchen mehr Geld: Zyperns Präsident Nikos Anastasiades (l.) und sein Finanzminister Charis Georgiadis. dpa

Sie brauchen mehr Geld: Zyperns Präsident Nikos Anastasiades (l.) und sein Finanzminister Charis Georgiadis.

DüsseldorfZyperns Finanzbedarf während der Laufzeit des Euro-Rettungsprogramms ist mit 23 Milliarden Euro größer als erwartet. Das geht aus der Vereinbarung mit dem Euro-Rettungsfonds ESM hervor, die dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe) vorliegt. Laut dem Papier steuert Zypern allerdings 13 Milliarden Euro selbst bei. Die Summe kommt durch die Nutzung der Sparguthaben bei der Bankenrekapitalisierung und zusätzliche Sparmaßnahmen zusammen. Somit bleibt das Rettungspaket der Euro-Staaten und des Internationalen Währungsfonds (IWF) bei zehn Milliarden Euro.

Die Geldgeber rechnen mit einem deutlichen Einbruch von Zyperns Wirtschaft. Im laufenden Jahr wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 8,7 Prozent schrumpfen, wie es in der Schuldentragfähigkeitsanalyse der Troika heißt, die dem Handelsblatt ebenfalls vorliegt.

Das Hilfspaket in Kürze

Anlegerschutz

Im Gegensatz zur ursprünglichen Fassung der Abmachung von Mitte März werden Konten mit Guthaben von weniger als 100 000 Euro nicht angerührt. Die geplante generelle Zwangsabgabe auf Konten entfällt.

Endgültige Abmachung

Sie soll im April stehen. Zuvor müssen nationale Parlamente wie in Deutschland noch zustimmen. Die ersten Auszahlungen aus dem europäischen Rettungsschirm ESM soll es dann im Mai geben.

Umfang

Die Finanzhilfen der Geldgeber umfassen bis zu zehn Milliarden Euro. Der Internationale Währungsfonds will sich beteiligen, eine Summe steht noch nicht fest. Im Gespräch ist rund eine Milliarde Euro.

Zyprische Banken

Zypern sichert zu, sein aufgeblähtes Bankensystem zu sanieren und deutlich zu verkleinern. Die zweitgrößte Bank Laiki wird abgewickelt. Der Branchenprimus Bank of Cyprus wird zurechtgestutzt und übernimmt den überlebensfähigen Teil von Laiki.

Nach der Prognose wird der Schuldenstand Zyperns im Jahr 2015 seinen Höhepunkt erreichen und 126,3 Prozent des BIP betragen. Am Ende des Hilfsprogramms im Jahr 2016 soll der Schuldenstand 121,9 Prozent betragen. Die Euro-Finanzminister wollen am Freitag über das Rettungsprogramms beraten. Kleine Änderungen sind dann noch möglich.

Kommentare (11)

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Mazi

11.04.2013, 08:43 Uhr

Der ESM ist doch ein schönes Konstrukt. Er ist aufgrund der vertraglichen Regelungen niemandem zur Rechenschaft oder Auskunft verpflichtet. Die Ganoven müssen nur einmal eingeklinkt haben und schon läuft alles wie geschmiert. Alles ganz im Sinne des Herrn Schäuble.

Was denken die sich eigentlich?

Es ist an der Zeit, dass wir zur Wahlurne gehen und endlich das zum Ausdruck bringen, was wir wirklich wollen.

Es geht dabei nicht um fehlende Solidarität sondern um das Unterbinden kriminellen Handelns. Wenn solche Einrichtungen geschaffen werden, dann ist es unverzichtbar, dass dort ehrliche Leute agieren. Das war nicht mit der Person des Luxemburger Juncker noch ist dies mit unserem Herrn Schäuble gegeben.

Wir brauchen dringend einen kompletten Austausch der politischen Kaste.

DerDoolittle

11.04.2013, 09:35 Uhr

Wir sind ja alle soooo überrascht, dass der Bedarf jetzt doch größer ist, als ursprünglich angenommen...

Sarina

11.04.2013, 09:36 Uhr

@ Mazi
Es geht dabei nicht um fehlende Solidarität sondern um das Unterbinden kriminellen Handelns.
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Solidarität gibt es NUR gegen Solidität. Und die ist bei Ländern wie Griechenland und Zypern, wo sich ständig neue Löcher auftun, einfach nicht gegeben. Diesen Sch****** liegt nur daran, sich in Brüssel eine Zusage zu ergaunern, um dann anschließend - meist schon nach ein paar Tagen (sic!) höheren Bedarf anzumelden und einzufordern. In solchen Ländern darf kein einziger müder Cent mehr versenkt werden.

Die Summe kommt durch die Nutzung der Sparguthaben bei der Bankenrekapitalisierung und zusätzliche Sparmaßnahmen zusammen.
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Zusätzliche Sparmaßnahmen? Lächerlich! Wenn zusätzliche Sparmaßnahmen möglich wären, hätten sie längst im Rettungsdeal mit der Troika einfließen müssen. Ergo: Es kann gar keine "zusätzlichen Sparmaßnahmen" geben!

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