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12.09.2011

15:59 Uhr

Euro-Rettungsschirm

Barroso und Merkel drücken aufs Tempo

Mit eindringlichen Worten hat EU-Kommissionspräsident Barroso um den deutschen Beitrag zum Euro-Rettungsschirm geworben. Gemeinsam mit Bundeskanzlerin Merkel warnte er vor Verzögerungen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso. AFP

Bundeskanzlerin Angela Merkel und EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso.

Berlin/BrüsselBundeskanzlerin Angela Merkel und EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso dringen angesichts der Verzögerungen in einigen Euro-Staaten darauf, dass der Euro-Rettungsschirm EFSF Anfang Oktober einsatzbereit sein soll. Beide seien sich einig, „dass das Zustimmungsverfahren für den erweiterten EFSF bis Ende September abgeschlossen sein soll“, erklärte der stellvertretende Sprecher der Bundesregierung, Georg Streiter, nach einem Treffen am Montag im Kanzleramt in Berlin.

Barroso warb für weitere Beiträge Deutschlands zur Euro-Rettung. „Der Euro ist und bleibt eine wirkliche Bereicherung sowohl für Deutschland als auch für die gesamte EU“, sagte Barroso am Montag nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor Journalisten in Berlin. „Die Deutschen haben von ihrem Beitrag zum Euro-Rettungsschirm mehr zu gewinnen als zu verlieren“, fügte er hinzu. Zugleich betonte er, dass die EU nur solchen Staaten weiterhin helfen könne, die „alle Anstrengungen unternehmen, ihr Haus in Ordnung zu bringen“.

Barroso sagte weiter, dass mehr und nicht weniger Europa der Schlüssel zum Erfolg sei. „Eie vertiefte Integration ist Teil der Lösung, damit Schuldenkrisen in Zukunft verhindert werden. Dies werde aber nicht über Nacht erreicht werden können.

Angesichts der Debatte um Griechenland pochte der EU-Kommissionspräsident bei den verschuldeten Euro-Staaten zugleich darauf, dass sie ihre Hausaufgaben machen müssten. „Hilfe kann nur für diejenigen fortgesetzt werden, die alle Anstrengungen unternehmen um ihr Haus in Ordnung zu bringen“, sagte Barroso, der auch eine vertiefte Zusammenarbeit in der EU fordert: „Tiefere Integration ist Teil der Lösung für die Schuldenkrise. Die
Bürger und die Märkte erwarten politische Entschlossenheit und wirtschaftliche Disziplin.“

Der Kommissionspräsident und Merkel hatten am Morgen über das weitere Vorgehen in der Euro-Schuldenkrise beraten. Beide hätten darin übereingestimmt, dass “Stabilität und Wachstum in den Euro-Ländern die entscheidende Voraussetzung für einen stabilen Euro„ seien, teilte ein Sprecher der Bundesregierung mit. Merkel und Barroso seien sich einig über die “überragende Bedeutung des Euro für Europa und Deutschland„. Die
Bundeskanzlerin und der Kommissionspräsident hätten zudem ihre Entschlossenheit bekräftigt, das parlamentarische Zustimmungsverfahren für den erweiterten Euro-Rettungsfonds EFSF bis Ende September abzuschließen.

Kommentare (15)

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Account gelöscht!

12.09.2011, 16:09 Uhr

Ohne Euro hätte Deutschland hunderte Milliarden dieser vermaledeiten Währung sparen können. Die Beiträge gehen in die Billionen. Aber Deutschland hat was davon... So etwas Perfides liest man nicht jeden Tag...
Wie war es noch: Der Euro wird verteidigt, koste es, was es wolle. Naja, es kostet den gesamten deutschen Wohlstand: Die Ersparnisse, die Renten... eben alles, was so ein Volk zum Leben und Überleben braucht.
Noch klagt die Wirtschaft nicht - das war 1923 auch so. Aber wenn die bemerkt, was tatsächlich läuft, dann ist es zu spät...

Die dummen Deutschen lassen sich weiter den Kopf verdrehen: Tolle Arbeitsplätze, o Gott - der Export krepiert, wenn der Euro stirbt, etc. pp... *gähn*

Bei den Dummen helfen diese Beruhigungspillen. Die Sozialisten, die von der EUSSR träumen, werden auch das Scheitern des Euros und der EU verdauen müssen... wie eben das Scheitern der Utopie Sozialimus...

Ich freu mich sehr. Den Euro in seinem Lauf, halten weder Gutmensch noch Utopist auf... Sehr schön!

Baier

12.09.2011, 16:16 Uhr

ich kann diese Umarmungen nicht mehr sehen. Sie kosten uns jeweils Milliarden, abgesehen von dem zweifelhaften ästhetischen Wert.

Stoppt_EU-Schuldenunion

12.09.2011, 16:24 Uhr

Bittte machen Sie mit bei der Aktion "Stoppt EU-Schuldenunion (ESM-Vertrag)" und schreiben Sie Ihrem Abgeordneten:

http://www.abgeordneten-check.de/kampagne/69-stoppt-eu-schuldenunion-esm-vertrag.html

Wichtige Infos zum ESM-Vertrag hier:
http://www.youtube.com/watch?v=d6JKlbbvcu0&feature=youtu.be

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