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23.08.2011

14:42 Uhr

Euro-Rettungsschirm

CDU fordert Goldreserven als Sicherheit

Arbeitsministerin von der Leyen fordert, dass Gelder aus dem Rettungsfonds in Zukunft nur gegen Sicherheiten wie Goldreserven vergeben werden sollen. Das sei eine Art Schuldenbremse.

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Reuters

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU).

BerlinZur Absicherung von Notkrediten des Euro-Rettungsfonds EFSF sind von der CDU die nationalen Goldreserven von Schuldensündern ins Gespräch gebracht worden. Auch Anteile an Staatsunternehmen könnten dafür herangezogen werden, bestätigten Parteikreise am Dienstag in Berlin. Diese Absicherungen könnten dreistellige Milliardenbeträge erreichen.

Die stellvertretende CDU-Vorsitzende, Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) forderte, dass Gelder aus dem Rettungsfonds künftig nur noch gegen Sicherheiten vergeben werden sollen. Viele Länder verfügten über Goldreserven und Industriebeteiligungen, sagte von der Leyen nach Angaben des ARD-Hauptstadtstudios. Diese könnten als Sicherheiten für Kredite eingesetzt werden.

Der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ sagte von der Leyen, die Sicherheiten sorgten dafür, dass die Vereinbarungen nicht wie die Maastricht-Verträge wieder gebrochen werden. „Faktisch haben wir so eine wirksame europäische Schuldenbremse.“ Im Finanzministerium war dazu zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Von der Leyen gehört der neuen CDU-Kommission an, die als Reaktion auf die innerparteiliche Auseinandersetzung über die Euro-Krise eingesetzt wurde. Das Gremium soll bis zum 24. Oktober einen Leitantrag für den Parteitag im November erarbeiten. Ihm gehört auch Finanzminister Wolfgang Schäuble an.

Schon vor gut zwei Wochen hatten Politiker der schwarz-gelben Koalition - wegen wachsender Vorbehalte gegen weitere Milliardenhilfen - ein Auge auf die Goldreserven geworfen. Dabei ging es auch darum, dass hoch verschuldete Euro-Staaten angesichts des Höhenflugs beim Goldpreis ihre Goldreserven auf den Markt werfen und so ihre Haushalte sanieren. Auch könnten Goldreserven als Sicherheit bei der Europäischen Zentralbank (EZB) hinterlegt werden, hieß es.

So besitzt beispielsweise das hoch verschuldete Italien nach den USA, Deutschland und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) weltweit die viertgrößten Goldreserven. Nach Angaben des „Word Gold Council“ hat das Land 2451,8 Tonnen Gold gebunkert. Dies entspricht aktuell einem theoretischen Wert von umgerechnet 102,5 Milliarden Euro.

Der Goldpreis ist nach einem Rekordhoch von mehr als 1900 US-Dollar pro Feinunze zuletzt wieder etwas gesunken. Das Edelmetall kostete am Dienstag 1880,60 Dollar je Unze. Deutschland besitzt Goldreserven von 3401 Tonnen. Der Marktwert beläuft sich zurzeit auf etwa 142 Milliarden Euro.

Von

dpa

Kommentare (13)

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Petra

23.08.2011, 15:09 Uhr

Endlich eine Frau mit Eiern in der Hose!

Richtig

23.08.2011, 15:26 Uhr

Kredit gegen Sicherheiten ist normales Geschäftsgebahren.
Griechenland hat doch erst kürzlich Gold gekauft.Und hat Erdölreserven im Mittelmeer. Bevor Pleitestaaten die Steuerzahler anderer Staaten solidarisch anzapfen könnten die PIIGS auch eine Zwangsanleihe an die wirklich Reichen im eigenen Land machen. Und alle PIIGS haben Goldreserven.
Finland fühlt sich seinen finnischen Steuerzahlern verpflichtet. Warum sollen finnische Steuerzahler für französische, spanische, britische, luxemburgische, deutsche, schweizer, amerikanische ... Banken zahlen?
Und warum der deutsche Steuerzahler oder irgendeiner?
Die ganze Euroretterei wird bisher auf den Rücken der Steuerzahler und zukünftiger Generationen ausgetragen, mit welchem Recht?
Die meisten wollten den Euro nicht und müssen zahlen für die euroideologischen vergreisten Politiker, die für ihre Fehler immer noch keine Verantwortung übernommen haben, wie z.B Juncker.

KostasKorruptos

23.08.2011, 15:27 Uhr

Wir können doch nicht einfach Gold, Inseln und Unternehmensbeteiligungen als Pfand nehmen!!!

Wovon sollen die korrupten Eliten in den Schuldenländern denn dann leben?

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