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03.07.2012

11:41 Uhr

Euro-Rettungsschirm

Troika ist in Griechenland unerwünscht

Griechenland erfüllt kaum eine der auferlegten Sparmaßnahmen. Nun muss sich das Land erneut den Verhandlungen mit der Troika stellen. Trotzdem hoffen die Griechen auf eine Lockerung der Auflagen.

TROIKA MERKEL RAUS! Ein griechischer Protestant Anfang des Jahres in Athen. Reuters

TROIKA MERKEL RAUS! Ein griechischer Protestant Anfang des Jahres in Athen.

AthenFast keine Auflagen aus dem Sparpakt erfüllt, kaum Reformen eingeleitet, und jetzt kommt die Geldgeber-Troika wieder und stellt Fragen. Athen steht vor harten Verhandlungen mit den Vertretern von EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB). Zugleich hofft die neue Regierung unter dem Konservativen Antonis Samaras darauf, dass das rigide Sparprogramm etwas gelockert wird.

Druck auf die neue Regierung gibt es auch von unten: Mehr als jeder zweite junge Mensch in Griechenland ist arbeitslos. Jeden Tag schließen Dutzende Geschäfte. Die Arbeitnehmer haben in den vergangenen drei Jahren fast 50 Prozent ihres Einkommens eingebüßt.

Die Troika wird wohl auf den harten Auflagen bestehen. 15 000 Staatsbedienstete sollen bis Ende des Jahres gehen. Bis 2015 sollen es 150 000 werden. Löhne sollen weiter gekürzt werden. Der Staat soll verschlankt werden. Das kann sich aber die Koalitionsregierung der Konservativen mit den Sozialisten und der Demokratischen Linken nicht leisten.

Im Koalitionsvertrag steht: Man wolle den Weg für „Wachstum einschlagen“ und Teile des Sparpakts ändern, „ohne dabei den europäischen Kurs des Landes oder seinen Verbleib in der Eurozone Gefahren auszusetzen“. Die Regierung will zudem auch „Ungerechtigkeiten rückgängig machen“, die es bei Renten und kleinen Gehältern in den letzten Jahren gegeben habe. Zudem soll das Arbeitslosengeld statt bislang ein Jahr künftig 24 Monate ausgezahlt werden. Außerdem will die Regierung durchsetzen, dass die Sparauflagen für das Land um zwei Jahre gestreckt werden.

„Keine weiteren Kürzungen der Löhne und Renten; keine neuen Steuern“, führt der Koalitionsvertrag wörtlich als „allgemeine Bestrebung“ an. Bei aller Verschlankung der staatlichen Strukturen soll es keine Entlassungen mehr geben. Die Zahl der Staatsbediensteten soll stufenweise reduziert werden, indem nur eine von zehn Stellen wieder besetzt wird, die durch Verrentung frei werden.

Kommentare (6)

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Rene

03.07.2012, 12:57 Uhr

Welche Sparauflagen sollen denn "gestreckt" werden, wenn eh bisher keine erfüllt sind?

Mathes

03.07.2012, 12:59 Uhr

Wo ist das Problem?
Die Troika kann doch gehen. Allerdings darf sie dann kein Geld zurücklassen.

Account gelöscht!

03.07.2012, 13:17 Uhr

Liebe Griechen,
wir bleiben gerne zuhause und besuchen Euch nicht - allerdings gilt das dann auch für unser Geld!

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