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08.08.2011

16:21 Uhr

Euro-Schuldenkrise

Ökonomen fürchten um Frankreichs Top-Bonität

Die Abstufung der USA könnte auch Folgen für die Kreditwürdigkeit anderer Top-Schuldner haben. Als nächster Wackelkandidat gilt Frankreich. Analysten fordern von der Grande Nation einen harten Sparkurs.

Die Flaggen von Frankreich und der EU. Quelle: Reuters

Die Flaggen von Frankreich und der EU.

DüsseldorfNach der Abstufung der USA fürchten Analysten, dass nun auch Frankreich seine Top-Kreditwürdigkeit verlieren könnte.  „Wenn man im weiteren AAA-Universum auf Frankreich schaut, ist es definitiv eines der Länder mit dem schwächsten Kenngrößen für öffentliche Finanzen“, sagt Maria Malas-Mroueh von Fitch.

Der Chef des  weltgrößten Anleiheinvestors Pimco, Mohamed El-Erian, hält dies ebenfalls für möglich: „Es ist schwer vorstellbar, dass nicht auch andere Träger des AAA-Ratings nun betroffen sein werden“, sagte er. „Wenn dies passiert und andere Länder wie Frankreich betroffen sind, würde dies die bereits fragilen Rettungsbemühungen für die Perpheriestaaten in Europa verkomplizieren“, sagte er.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) fürchtet ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone, sollte Frankreich sein Top-Rating verlieren. Der Forschungsdirektor für Internationale Makroökonomie am DIW, Ansgar Belke, begründete dies bei Handelsblatt Online mit der Bedeutung Frankreichs für den Euro-Rettungsfonds EFSF: „Sollte sich das Rating Frankreichs auf AA verschlechtern, tritt dieses Land entweder aus Furcht vor Reputationsverlust nicht aus dem EFSF aus. Dann verschlechtern sich aber die Finanzierungsbedingungen für den EFSF insgesamt“, sagte Belke.

Oder Frankreich trete als Geberland aus. Dann würden die anderen Länder anteilsmäßig stärker belastet, aber der Schirm sinke vom Volumen her als Ganzes. „Beides lässt die Märkte zunehmend an der Nachhaltigkeit der Eurozone zweifeln“, sagte der DIW-Experte. „Selbstverstärkung wird von Märkten antizipiert, Aktienkurse fallen, was den Prozess beschleunigt.“

Für die globale Entwicklung mahnte Belke, unbedingt zu vermieden, dass sich die Ratings der Industrieländer schleichend verschlechtern. „Denn der Effekt ist selbstverstärkend, da dann die Kreditzinsen für die betroffenen Länder steigen und das Wirtschaftswachstum zurückgeht“, sagte der Ökonom. Die Folgen für Finanzmärkte insgesamt seien schwer abzuschätzen. „Möglich ist, dass sich in der Folge Ratings von Hypothekenfinanzierern und Pensionskassen als Halter von wegen der Schuldenkrise zunehmend zweifelhaften Staatsanleihen verschlechtern“, sagte Belke.

Kommentare (34)

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Karl

08.08.2011, 16:54 Uhr

Frankreich hat KEINE Top Bonität (verdient).
In diese Bresche wird bestimmt jetzt auch bald geschlagen.
Unser Finanzsystem basiert auf Korruption, Lug und Betrug.
Politiker sind die Vasallen der Bankster.
Die größten Bankster sind die reichsten Familienclans der Erde im Hintergrund.

Account gelöscht!

08.08.2011, 16:57 Uhr

Wird ja auch Zeit!

Kackbolzen

08.08.2011, 17:03 Uhr

Mon Dieu, die Grande Nation ist auch pleite?? Naja, ich schlage den Franzosen vor, mit 55 in den vorzeitigen Ruhestand zu gehen und einen Sparplan vorzulegen, der ab dem Jahr St. Nimmerlein auch eingehalten wird.
Der Euro: Die größte Wohlstandsumverteilungsmaschine zuungunsten Deutschlands. Doch ein neues Versailles - das ist doch keine Spinnerei! Leider. Wenn das erst mal der deutsche Michel kapiert... aber dann ist es zu spät für Europa. Dann wird aufgeräumt!

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