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06.02.2015

15:01 Uhr

Euro-Schuldenkrise

Portugal warnt vor Sonderbehandlung der Griechen

Portugal steckte einst in einer ähnlichen Krise wie Griechenland. Doch das Land hat dank harten Jahren des Spares das Rettungsprogramm verlassen können. Nun warnt die Regierung vor einer Sonderbehandlung Athens.

Portugal gelang es nach der Krise, das Vertrauen der Investoren am Kapitalmarkt zurückzugewinnen. Nun fordert das Land, dass Griechenland keine Sonderbehandlung erhält. dapd

Portugal appeliert an Euro-Länder

Portugal gelang es nach der Krise, das Vertrauen der Investoren am Kapitalmarkt zurückzugewinnen. Nun fordert das Land, dass Griechenland keine Sonderbehandlung erhält.

LissabonPortugal warnt vor einer Sonderbehandlung Griechenlands im Kampf gegen die Schuldenkrise. Das Land müsse seinen Verpflichtungen gegenüber den Euro-Partnern genauso nachkommen wie Portugal, sagte der portugiesische Wirtschaftsminister Antonio Pires de Lima auf einer Reuters-Veranstaltung in Lissabon. Sein Land habe harte Jahre des Sparens hinter sich. Die heimische Regierung habe sich für einen Weg entschieden, „der nicht der einfachste war“, um Glaubwürdigkeit zurückzuerlangen und auf den Wachstumspfad zurückzukehren. „Das ist auch unsere Einstellung zur Situation in anderen Ländern“, sagte der Minister.

Athen müsse sich an die Spielregeln der Euro-Mitgliedsstaaten halten. Eine Neuverhandlung über die Schulden Griechenlands schloss Pires de Lima aus. Ein Ansteckungsrisiko durch die griechische Schuldenkrise sehe er nicht. „Das Projekt der Einheitswährung ist nicht gefährdet“, sagte er. „Am Ende des Tages ist Griechenland Herr über sein eigenes Schicksal.“

Ohne weitere Hilfen der Euro-Partner droht den Griechen ein baldiger Bankrott. Die neue Regierung hat das laufende Hilfsprogramm faktisch für beendet erklärt. Die mit den Euro-Partnern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) vereinbarten Reformauflagen lehnt sie wegen der damit verbundenen sozialen Härten großteils ab. Um Zeit zur Entwicklung eines neuen Ansatzes zur Lösung der Schuldenkrise zu gewinnen, strebt sie ein Überbrückungsprogramm bis Ende Mai an.

Die wichtigsten Player bei den Verhandlungen mit Griechenland

Wer sind die wichtigsten Gesprächspartner?

Wer sind die wichtigsten Gesprächspartner in der Griechenland-Krise? Seit dem Sieg von Syriza ist das Verhandeln mit dem Staat von der Größe Brandenburgs komplizierter geworden...

Jean-Claude Juncker

Der 60-Jährihe gilt als Europäer aus Leidenschaft. Er war und ist eine der Schlüsselfiguren bei der Euro-Rettung. Acht Jahre lang (von 2005 bis 2013) war der Luxemburger Vorsitzender der Eurogruppe, der die Finanzminister der Staaten mit Euro-Währung angehören. In dieser Funktion hat Juncker seit 2010 maßgeblich die Rettungsprogramme für Krisenstaaten wie Griechenland ausgehandelt. Der Christsoziale war 18 Jahre lang (bis Ende 2013) Premierminister in Luxemburg – inzwischen ist er Präsident der EU-Kommission.

Mario Draghi

Der 67 Jahre alte italienische Bankmanager und Wirtschaftswissenschaftler ist seit November 2011 Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB). Unter seiner Führung pumpte die Notenbank billiges Geld in das Bankensystem, schaffte die Zinsen im Euroraum quasi ab und schuf ein Kaufprogramm, um notfalls unbegrenzt Anleihen von Euro-Krisenstaaten zu erwerben. Kritiker werfen ihm vor, die Befugnisse der Notenbank überdehnt zu haben.

Christine Lagarde

Die französische Politikerin steht seit Juli 2011 an der Spitze des Internationalen Währungsfonds (IWF). Zuvor war sie Wirtschafts- und Finanzministerin in Paris. Die 59 Jahre alte Juristin erwarb sich während der Finanzmarkt- und Euro-Turbulenzen einen Ruf als umsichtige Krisenmanagerin. Auf ihr lastet jedoch, dass die französische Justiz gegen sie in einer Affäre um mutmaßliche Veruntreuung öffentlicher Mittel aus ihrer Zeit als Ministerin ermittelt.

Angela Merkel und Wolfgang Schäuble

Bundeskanzlerin Merkel hatte mit Beginn der dramatischen Finanzkrise in Griechenland auf die Bremse gedrückt. Die eiserne Devise von Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble: Keine Leistung ohne Gegenleistung, europäische Solidarität gegen griechische Anstrengung. In Athen wurde Merkel dann bei einem Besuch mit Plakaten begrüßt, auf denen sie mit Hitler-Bart zu sehen war. Nach dem Regierungswechsel in Athen ist Berlin für Kompromisse offen: Ein verlängertes Hilfsprogramm oder nochmalige Krediterleichterungen. Ein weiterer Schuldenschnitt wird aber abgelehnt.

Auf dem Höhepunkt der Schuldenkrise hatten viele Analysten Portugal mit Griechenland verglichen und nicht daran geglaubt, dass das Portugal die Folgen verdauen könnte. Doch das Land verließ 2014 das Rettungsprogramm seiner Euro-Partner und des IWF. Portugal gelang es, das Vertrauen der Investoren am Kapitalmarkt zurückzugewinnen.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Frau Annette Bollmohr

06.02.2015, 15:23 Uhr

Portugals Haltung ist doch verständlich, oder?

Herr Teito Klein

06.02.2015, 16:04 Uhr

Portugal warnt, Griechenland bettelt
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Portugal hat die Anforderungen erfüllt und ist jetzt aus dem Gröbsten raus. Es geht Portugal jetzt wieder besser.
Griechenland will nicht sparen, hat die Troika rausgeworfen und geht jetzt auf Betteltour.
Griechenland gibt sich entsetzt, dass die EZB den Geldhahn zugedreht hat und ihre Schrottpapiere nicht mehr als "Sicherheit" annimmt.

Es ist nur verständlich, dass Portugal und auch die anderen Länder eine Sonderbehandlung Griechenlands ablehnen.

Account gelöscht!

06.02.2015, 17:12 Uhr

EURO-SCHULDENKRISE
Portugal warnt vor Sonderbehandlung der Griechen

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PORTUGAL...hat schon vor langer Zeit Gelder von der EU erhalten UM:

An die WALL-FISCHER auf der Insel AZOREN die Renten zu bezahlen !!!!!!

PORTUGAL...HABEN DIESE WALL-FISCHER IHRE GELDER SCHON ERHALTEN ?





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