Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.10.2011

19:12 Uhr

Euro-Treffen

Deadline für die Eurokrise

Noch drei Wochen, dann ist Frist: Kanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Sarkozy wollen bis Ende des Monats eine Lösung für die Eurokrise liefern. In Griechenland wird ein Schuldenschnitt immer wahrscheinlicher.

Bundeskanzlerin Merkel und der französische Staatspräsident Sarkozy wollen bis Ende November eine Lösung für die Schuldenkrise vorlegen. Reuters

Bundeskanzlerin Merkel und der französische Staatspräsident Sarkozy wollen bis Ende November eine Lösung für die Schuldenkrise vorlegen.

BerlinDeutschland und Frankreich wollen bis Ende Oktober ein Gesamtpaket zur Bekämpfung der Euro-Schuldenkrise und zur Stützung von Europas Banken vorlegen. „Wir wissen um unsere Verantwortung“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Sonntag nach einem Treffen mit Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy in Berlin. Beide betonten, man werde das Nötige tun, um die Rekapitalisierung der Banken sicherzustellen. Details sollen in den nächsten Wochen ausgearbeitet werden.

Sarkozy sagte, es gebe keine Differenzen mit den Deutschen über die geplanten Finanzspritzen für Kreditinstitute und den erweiterten Euro-Rettungsschirm EFSF. Die dauerhafte Lösung solle dann auf dem G20-Gipfel im französischen Cannes Anfang November präsentiert werden - zusammen mit einer neuen Vision für Europa, wie Sarkozy erklärte. Bei den Kapitalhilfen für Banken sollen europaweit einheitliche Kriterien gelten, die „auch allseits akzeptiert“, sagte Merkel. Es nütze nichts, Bedingungen aufzustellen, die nicht in die Zeit passten. Griechenland solle in der Euro-Zone bleiben. Merkel und Sarkozy zeigten sich zuversichtlich, dass die Slowakei am Dienstag dem erweiterten Euro-Rettungsschirm EFSF zustimmen wird und der Fonds rasch voll einsatzbereit ist.

Bundeskanzlerin Merkel und der französische Staatspräsident Sarkozy in Berlin. dapd

Bundeskanzlerin Merkel und der französische Staatspräsident Sarkozy in Berlin.

Inzwischen verdichten sich Hinweise auf eine radikale Umschuldung Griechenlands. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Finanz- und Verhandlungskreisen erfuhr, werden aktuell in der Eurogruppe Szenarien für einen Schuldenschnitt von bis zu 60 Prozent durchgespielt. Gläubiger Griechenlands müssten dann auf diesen Anteil ihrer Forderungen verzichten.

Bei einem Schuldenschnitt wären in Deutschland nicht nur Banken, sondern auch die Steuerzahler betroffen, weil der Staat im Rahmen der internationalen Hilfen Griechenland Notkredite in Milliardenhöhe über die Förderbank KfW gewährt hat. Ein Schuldenschnitt von 60 Prozent käme aus Sicht von Ökonomen einer Insolvenz Griechenlands gleich. Als problematisch gilt die Auswirkung eines solchen Schritts auf die europäischen Banken.

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) zeigte sich besorgt, ob die Griechen ihre gigantische Schuldenlast dauerhaft stemmen können. „Es gibt ein hohes Risiko, dass sich diese Krise weiter zuspitzt und ausbreitet“, sagte Schäuble der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. „Möglicherweise sind wir im Juli von einem zu geringen Prozentsatz der Schuldenreduktion ausgegangen.“ Die Spitze des Regierungspartners FDP hält eine Umschuldung Griechenlands für notwendig. „Griechenland ist nicht wettbewerbsfähig“, sagte Bundestags-Fraktionschef Rainer Brüderle bei der zweiten FDP-Regionalkonferenz am Sonntag in Dortmund. „Es wird der Punkt X kommen, wo Griechenland umschulden muss.“ Parteichef Philipp Rösler bezeichnete den Weg als „Resolvenz“. Es gehe aber nicht darum, dass ein Land einfach unter einem anderem Namen wieder aufmache.

Kommentare (38)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

09.10.2011, 19:15 Uhr

Dann wird der deutsche Steuerzahler dauerhaft - für immer also - eigentlich sklavisch immer für die Griechen aufkommen müssen. Dauerhaft wird's natürlich nicht sein. Die kommende Bevölkerungsbewegung wird Deutschland aus dem Euro führen. Und das ist gut so.
Womöglich kommt aber vorher der deutsche Staatsbankrott. Das ist auch gut so... ich freu mich auf die langen Gesichter der Eurotiker!

Kurt

09.10.2011, 19:41 Uhr

Desaster Merkel
Frau Merkel ist fast am Ende Ihrer langen Reise und hat Deutschland in den Bankrott geführt.
Meine These vor zwei Jahren hat sich behauptet.
Generationen müssen jetzt für die Schulden aufkommen die die Pfarrerstochter angehäuft hat.
Ökonomen haben schon vor Monaten einen Schuldenschnitt Griechenlands gefordert. Merkel dementierte dies noch bis vor kurzem.
Jetzt fällt Merkel um !! Jetzt wird das ganze Geld der Steuerzaher verballert. Und der Umfang wird gigantisch werden.
Herzlichen Glückwunsch Frau Merkel.
Dem Pofalla sein Gehalt gehört ab sofort eingefroren und direkt nach Griechenland geschickt.
Herzlichst Euer Kurt Klein

Strahlentod

09.10.2011, 19:41 Uhr

Was heißt Deadline?
Der Euro ist bereits beerdigt, Merkel und Sakotzi haben es n ur noch nicht realisiert.
Die Einschläge kommen aber immer näher!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×